200 Mitglieder Hollager CDU-Chef Gutendorf gegen Ortsteildenken

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Rechtsanwalt Stefan Gutendorf (CDU Wallenhorst) in seiner Kanzlei. Foto: Michael GründelRechtsanwalt Stefan Gutendorf (CDU Wallenhorst) in seiner Kanzlei. Foto: Michael Gründel

Wallenhorst. Der Begriff „Sachpolitik“ steht seit der Bürgermeisterwahl und den vielen Querelen der vergangenen Monate hoch im Kurs bei den Wallenhorster Kommunalpolitikern – auch beim Hollager CDU-Chef Stefan Gutendorf. Er ist vor wenigen Wochen als Vorsitzender des mit 200 Mitgliedern größten Ortsverbandes im Amt bestätigt worden.

Sachpolitik ja, Gleichmacherei nein. „Es muss auch noch unterschiedliche Meinungen geben können“, betont der Hollager, „sonst haben wir keine Demokratie mehr.“

Unterschiedliche Meinungen gab es zuletzt aber auch in der eigenen Partei. Bald muss die Gemeinde-CDU entscheiden, wie es nach der Abspaltung von fünf Partei- und Fraktionsmitgliedern zur neuen Ratsfraktion CDW („Christlich, demokratisch für Wallenhorst“) im Herbst 2104 weitergehen soll. Sie hatten nach der aus CDU-Sicht verpatzten Bürgermeisterwahl der Fraktion den Rücken gekehrt. Gutendorf, der als Anwalt für Familienrecht in Osnabrück arbeitet, sagt zum parteiinternen Familienstreit: „Eigentlich geht dieser Zustand satzungsmäßig nicht. Es muss nicht sofort ein Parteiausschluss folgen, aber es muss geklärt werden.“ Den CDW-Mitgliedern seien Gespräche nach Ostern angeboten worden. „Es gab gewisse Unstimmigkeiten. Aber ein Großteil der CDU will diese gesamten Streitigkeiten nicht“, betont Gutendorf. Dass der Gemeindeverbands- und Fraktionschef Clemens Lammerskitten Anfang März mit nur 63,7 Prozent wiedergewählt wurde, solle nicht überbewertet werden, sagt Gutendorf. „Er ist wiedergewählt – und einen Gegenkandidaten gab es nicht.“

In Hollage seit 20 Jahren

In Gutendorfs Kanzleibüro in Osnabrück hängt an der Wand hinter seinem Schreibtisch ein Bild vom Hollager Hof in dickem Goldrahmen. Vor gut 20 Jahren zog der Anwalt mit seiner Frau nach Hollage, großgeworden war er in Osnabrück. Hollage sei eine gute Wahl gewesen, wegen des gesamten Umfelds und nicht zuletzt wegen der Verkehrsanbindung.

Und wie kam er zur Politik? Gutendorf engagierte sich als Elternratsvorsitzender, als sein Sohn noch zur Schule ging, und war schon lange zuvor in Osnabrücker Herz-Jesu-Gemeinde aktiv. In die CDU trat er erst kurz vor der Kommunalwahl 2011 ein – und nur ein knappes Jahr später wurde er zum Vorsitzenden des Ortsverbandes gewählt. „Wenn ich etwas anfange, versuche ich, es auch vernünftig zu machen – und dann auch mit einem gewissen Einsatz“, sagt er. Auf die Frage, ob die Ortsverbände noch zeitgemäß sind, sagt er, es sei sinnvoll, dass es vor Ort Ansprechpartner für die Parteimitglieder gebe. Doch vom Ortsteildenken hält er nichts. „Wir dürfen nicht gegeneinander arbeiten.“ Das gelte sowohl für die Ortsteile in Gänze als auch für die CDU-Ortsverbände.

Ein Ratsmandat hat Gutendorf nicht, als Ortsverbandschef hat er aber die Möglichkeit, an den Fraktionssitzungen seiner Partei teilzunehmen.

Wichtige Themen

Die aus seiner Sicht drängendsten Themen für Wallenhorst und Hollage sind das Arkaden-Center („Alle müssen wissen, wie es da weitergeht.“), der öffentliche Personennahverkehr, Radwege („Ein Radweg nach Halen brächte viel in Bewegung.“) und „nach wie vor die Hollager Straße“. Die Erneuerung des Erich-Kästner-Platzes habe schließlich nur ein Auslöser dafür sein sollen, dass sich an den Gehwegen an Hollages Hauptverkehrsachse etwas tut. Und was ist Gutendorfs Meinung zum Sorgenkind Hollager Mühle? Seit Jahren schreibt die Jugendfreizeitstätte rote Zahlen, etwa 100000 Euro muss die Gemeinde jährlich hineinpumpen, um sie zu erhalten. „Wir brauchen diese Einrichtung in der Gemeinde“, sagt Gutendorf, „für die Jugend und als touristisches Angebot.“ Die Hoffnung, die Hollager Mühle je kostendeckend betreiben zu können, hält er aber für unrealistisch.


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