Alternative zu Stadtteilauto Wallenhorster Initiative will lokales Carsharing

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Für einen Vertragsabschluss der Gemeinde Wallenhorst mit Stadtteilauto macht sich Christian Reining (Bild) stark. Archivfoto: Klaus LindemannFür einen Vertragsabschluss der Gemeinde Wallenhorst mit Stadtteilauto macht sich Christian Reining (Bild) stark. Archivfoto: Klaus Lindemann

Osnabrück/Wallenhorst. Christian Reining, Prokurist der Osnabrücker Stadtteilauto GmbH, und Dirk Hagen, Wallenhorster Gemeinderatsmitglied, haben das gleiche Ziel: Beide wollen in Wallenhorst ein Carsharing-Modell etablieren. Über die erfolgreiche Umsetzung der Idee gehen ihre Meinungen allerdings auseinander.

Im September hat die Stadtteilauto GmbH der Wallenhorster Gemeinde ihr Angebot unterbreitet. Danach würde das Osnabrücker Unternehmen der Kommune ein Elektroauto und einen Wagen mit Verbrennungsmotor zur Verfügung stellen und sich um Wartung und Pflege der Fahrzeuge kümmern. Die Gemeinde müsste für Stellplätze und eine Elektroladesäule sorgen und außerdem eine monatlichen Mindestumsatz garantieren. Der ist nötig, damit die Stadtteilauto GmbH die Kosten für die Anschaffung der Autos, ihren Unterhalt und die Verwaltung decken kann. „Wir wollen keinen Gewinn erzielen. Für uns ist es ein Nullsummenspiel. Unser Ziel ist, dass das System des Carsharings etabliert wird“, betont Reining. Damit sich ein solches Angebot rechne, müsse in der Regel eine kritische Masse von zehn Personen erreicht werden, die das Auto regelmäßig nutzen.

Dass die Osnabrücker Einrichtung mit ihrem Angebot die Wallenhorster tatsächlich zum Carsharing bewegt, daran hat Dirk Hagen Zweifel. Deshalb hat er im vergangenen Jahr im Ausschuss für Straßen und Verkehr darum gebeten, mit dem Vertragsabschluss zu warten. Zusammen mit Mitarbeitern der Energiegenossenschaft prüft er derzeit, ob man nicht ein eigenes lokales Carsharing-Modell auf die Beine stellen kann. „Um so ein neues System einzuführen, braucht man Werbung. Man muss die Leute direkt ansprechen“, ist Hagen überzeugt. Als Zielgruppen sieht er unter anderem junge Erwachsene, die noch kein eigenes Auto haben oder Senioren, die nur hin und wieder einen Wagen brauchen, beispielsweise, wenn sie einkaufen wollen. Auf diese Gruppen müsse man gezielt zugehen und ihnen das Carsharing-Angebot vorstellen. Diese direkte Ansprache biete Stadtteilauto jedoch nicht, sagt Hagen. Der Wallenhorster fürchtet, dass das Carsharing-Angebot nicht angenommen wird, wenn es im Vorfeld nicht genügend publik gemacht wird. Dann könnte es möglicherweise so laufen, wie in Bissendorf, wo die Stadtteilauto GmbH das Angebot wegen zu geringer Nutzung nach einem Jahr eingestellt hat.

Wichtig ist Dirk Hagen auch, dass Wallenhorster Firmen und Ortsteile mit in das Projekt einbezogen werden. „Ohne ein entsprechendes Netzwerk wird sich das Carsharing nicht durchsetzen“, ist sich der Wallenhorster sicher. Nach seiner Vorstellung würden sich bei einem lokalen Carsharing-System mehrere Partner vor Ort zu einer Gesellschaft zusammenschließen, die dann für Anschaffung, Betrieb und Verwaltung der Autos zuständig wären. Optimal seien drei Fahrzeuge, davon zwei Elektroautos und ein Wagen mit Verbrennungsmotor. Ob sich das Ganze wirtschaftlich tragen würde, rechnen er und seine Mitstreiter gerade durch. Hagen betont, dass noch alles offen sei. Wenn man feststellen würde, dass der Betrieb eines lokalen Carsharings wirtschaftlich nicht machbar sei, würde man auf das Angebot der Stadtteilauto GmbH zurückgreifen.

Dass sich Carsharing für einen Mitbewerber in Wallenhorst rechnen würde, bezweifelt Christian Reining. Solche Systeme bräuchten eine gewisse Größe, um Gewinne zu erzielen. Er betont, dass das Angebot von Stadtteilauto für Wallenhorster Nutzer zusätzliche Vorteile brächte. So könnten diese beispielsweise auch in Osnabrück die Stadtteilautos nutzen.

Die Initiative um Dirk Hagen will bis spätestens Ende Mai der Gemeinde ein mögliches eigenes Carsharing-Modell vorstellen. Bis dahin erhält auch die Stadtteilauto GmbH ihr Angebot aufrecht.


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