Er senkt den Altersschnitt Müssen (CDU) löst Stallkamp im Wallenhorster Rat ab

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Gregor Müssen (CDU) war jahrelang sehr aktiv in der Jugendarbeit. Foto: Michael GründelGregor Müssen (CDU) war jahrelang sehr aktiv in der Jugendarbeit. Foto: Michael Gründel

Wallenhorst. Am heutigen Dienstag wird der Ruller Gregor Müssen (CDU) für Hans Stallkamp in der Wallenhorster CDU-Ratsfraktion nachrücken. Der 32-jährige gelernte Tischler macht zurzeit in Oldenburg seinen Master of Education (Wirtschaftspädagogik). Vor dem Studium arbeitete er unter anderem bei der Papenburger Meyerwerft und holte sein Abitur am Abendgymnasium nach.

Herr Müssen, dass Hans Stallkamp nach 50 Jahren sein Ratsmandat niederlegt, hat sogar dessen Frau überrascht. Wie war Ihre Reaktion darauf, dass Sie nun seinen Platz im Rat einnehmen?

Damit gerechnet habe ich nicht, auch für mit war das eine Überraschung. Es ist eine große Verantwortung, die man da übernimmt – und Hans hinterlässt gigantische Fußstapfen .

Welche Wallenhorster Themen sind für Sie persönlich die wichtigsten?

Als Ruller interessiert mich auf jeden Fall, wie es mit der A33 weitergeht. Meine Frau und ich sind ja auch nach Rulle gezogen, weil es da keine Autobahn gibt und man da so idyllisch wohnt. Für mich als Student ist auch die Anbindung an Osnabrück über den ÖPNV wichtig, da ich auf Bus und Bahn angewiesen bin. Im Februar bekommen wir außerdem unser erstes Kind – also sind für mich auch die Bildungs- und Betreuungsfragen spannend.

Zum ersten Mal für den Rat kandidiert hatten Sie 2006. Woher kommt Ihre Motivation, sich kommunalpolitisch zu engagieren?

Ich komme aus einer sehr politischen Familie, meine Mutter war ja jahrelang CDU-Fraktions- und auch Parteivorsitzende. Da wurde schon zu Hause am Tisch immer viel diskutiert.

Sind auch Ihre vier Geschwister alle CDU-Anhänger oder gibt es Abweichler?

Es gibt auch Abweichler, aber die will ich namentlich nicht nennen (lacht).

War für Sie immer schon klar, dass es die CDU werden soll, oder war auch mal eine andere Partei denkbar?

Ich bin sehr tolerant erzogen worden, es wäre für meine Eltern kein Problem gewesen, wenn ich zum Beispiel in die SPD eingetreten wäre. Aber durch die Diskussionen zu Hause und die Leute in meinem Freundeskreis lagen mir die CDU-Themen am nächsten. Mit 16 bin ich in die Junge Union eingetreten, bei der ich auch jahrelang Vorsitzender war, mit 18 dann in die CDU. Das hat mir einfach Spaß gemacht.

Was erwarten Sie, was im Rat nun auf Sie zukommt? In den letzten Jahren ging es dort ja nicht immer sonderlich harmonisch zu…

Man bekam ein bisschen den Eindruck, dass die Sachdiskussion in den Hintergrund gerückt ist und man mehr über sich diskutiert hat. Das ist schade, muss ich ehrlich sagen. Aber ich kenne einige aus dem Rat und denke, dass ich mit keinem nicht auskomme. Ich bin ein sehr guter Teamplayer, auch durch meine ganze Jugendarbeit und ehrenamtlichen Tätigkeit.

Wo außer in der Jungen Union waren oder sind Sie noch engagiert?

Ich war bei den Pfadfindern, bei den Messdienern und habe einen Trainerschein, habe also eine D- und E-Jugend im Basketball in Rulle trainiert. Junge Leute haben mir schon immer am Herzen gelegen. Deswegen werde ich auch Berufsschullehrer. Und das war auch ein Grund für die Junge Union. Ich hatte immer das Gefühl, die Jugend interessiert sich zu wenig für die Politik.

In welchen Ratsausschüssen können Sie sich eine Mitgliedschaft vorstellen?

Ich kann mich für viele Sachen begeistern. Das habe ich auch bei meiner ganzen Arbeit mit den Jugendlichen gelernt. Man muss sich einfach davon überraschen lassen, was gerade auf der Tagesordnung ist. Ich könnte mich in einem Sozialausschuss genauso zurechtfinden und daran Spaß haben wie im Verkehrsausschuss.

Was sagen Sie eigentlich zur Abspaltung der fünf CDU-Ratsmitglieder, die sich im Herbst zur CDW-Fraktion („Christlich, Demokratisch für Wallenhorst“) zusammengeschlossen haben?

Allgemein halte ich da eigentlich nichts von. Partei ist so etwas wie Familie. Man kann sich streiten, aber am Ende des Tages muss man sich auch wieder vertragen.

Was wünschen Sie sich für die Zeit bis zur nächsten Kommunalwahl 2016?

Es wird ein bewegendes Jahr. Ich würde mir schon wünschen, dass das öffentliche Ansehen der politischen Gemeinde ein besseres wird, dazu möchte ich auf jeden Fall beitragen.


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