Proben ins Grün Schauspieler des Videoklubs Ruller Haus drehen in den Ferien

Zum ersten Mal vor der Kamera standen (von links): Melissa, Jarna und Greta. Foto: Stefan BuchholzZum ersten Mal vor der Kamera standen (von links): Melissa, Jarna und Greta. Foto: Stefan Buchholz

Wallenhorst. So langsam geht es in die heiße Phase: Vor den vier Workshoptagen in diesen Weihnachtsferien trafen sich die Jugendlichen vom Videoklub Ruller Haus schon einmal.

Obwohl es seit Sommer schon so einige Termine rund um das Spielfilmprojekt gab, ist Jarna heute zum ersten Mal dabei. Die 17-jährige Austauschschülerin aus dem finnischen Turku ist nämlich erst seit Beginn des Schuljahres in der Region. Von dem Filmvorhaben hatte sie erst jetzt im Internet gelesen, als die Gasteltern mit ihr nach Mitmachprojekten googelten. „Ich interessiere mich sehr für Theater und Kultur“, sagt sie zur Motivation, warum sie beim Videoklub mitmacht.

Bei Jarnas Ankunft im Ruller Haus herrscht dort schon normale Filmsetatmosphäre: Kameras und der sogenannte Greenscreen wurden aufgebaut sowie die Beleuchtung und die digitalen Schnittprogramme gecheckt.

Als Chefs vom Dienst fungieren Elisabeth Lumme und Bernd Sieker vom Ruller Haus. Sie hatten in den letzten Monaten mit den Jugendlichen aus Wallenhorst und Osnabrück erste Schritte in die Filmwelt gemacht. Dazu schaute man Streifen, drehte selbst erste kleine erdachte Sequenzen und probte, welche Hintergründe die auch im richtigen Filmgeschäft angewandte Greenscreentechnik zulässt.

„Jetzt wird es langsam immer konkreter“, erzählt Elisabeth Lumme. Denn für den ab Mai hoffentlich in einem Osnabrücker Kino anlaufenden Spielfilm stehe derzeit schon immerhin der grobe Rahmen. „Es wird ein Film mit Musicalelementen, zu dem aber noch das Drehbuch fehlt“, so Lumme.

Das soll in den vier Workshops verfasst werden, wenn sich die Jugendlichen viermal in den Weihnachtsferien treffen. Doch nicht nur die jugendlich-kreativen Scripterköpfe sollen dann rauchen. Für den richtigen Ton im Musicalstreifen sorgen zudem Suse Gorx als Gesangscoach sowie Jamie Lycett für die Tanzeinlagen. Und: „Wir drehen schon kleine Szenen, um zu schauen, auf was wir achten müssen“, erklärt Ralf Siebenand vom Musiktheater Lupe.

Einen kleinen Vorgeschmack, was auf Jarna in den Workshoptagen zukommt, konnte sie bei ihrer Premiere schon erleben. Zusammen mit den anderen Jugendlichen sollten spontan Gruppen gebildet werden. Denkt euch irgendeine kleine Handlung aus, lautete die Regieanweisung von Ralf Siebenand. Jarna fand mit Melissa und Greta zusammen. Die drei Teenager führten schließlich vor laufenden Kameras eine kurze Geschichte um eine geraubte Handtasche vor.

Finanziert wird das Projekt mit 22000 Euro. Sie stammen aus dem Zuschlag, den das Ruller Haus von der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren bekommen hat.

Mitmachen ist für Jugendliche zwischen zehn bis 16 Jahren noch möglich. Weitere Infos gibt es im Netz (www.rullerhaus.de) und via Mail von ralf@musiktheaterlupe.de.


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