Laut Experte keine Gefahr Schadstoff-Fund in Ruller Kindergarten

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Für Kinder und Erzieher besteht keine Gefahr, solange das belastete Material sicher unter der Akustikdecke eingeschlossen ist. Symbolfoto: dpaFür Kinder und Erzieher besteht keine Gefahr, solange das belastete Material sicher unter der Akustikdecke eingeschlossen ist. Symbolfoto: dpa

Wallenhorst. Krebserregende Dämmwolle – aber zum Glück sicher eingeschlossen in der Akustikdecke: Der Ruller St.-Johannes-Kindergarten muss in den kommenden Sommerferien aufwändig saniert werden, damit vom Dämm-Material auch in Zukunft keine Gefahr ausgeht. Ein größerer Umbau steht auch im St.-Marien-Kindergarten an.

Der so genannte Kanzerogenitätsindex (KI) verrät, welche Löslichkeit bestimmte Stoffe im Menschen haben – und damit, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass diese Stoffe bösartige Tumoren auslösen. Ein Kanzerogenitätsindex von weniger als 30 gilt als „krebserzeugend in Tierversuchen“. Die Mineralwolle in der Akustikdecke des Ruller St.-Johannes-Kindergarten hat laut einem Labor einen Wert von 18. „Sobald man da rangeht, könnte es gefährlich werden“, sagt Marlies Robben aus dem Vorstand der Ruller St.-Johannes-Kirchengemeinde, die den Kindergarten verwaltet.

Decke sanierungsbedürftig

Laut einem Fachmann muss man allerdings zügig an die Decke rangehen, denn die ist dringend sanierungsbedürftig. Erledigt werden kann diese Arbeit nur in den kommenden Sommerferien. „Würden wir es jetzt machen, müssten aus Sicherheitsgründen alle Kinder drei Wochen woanders untergebracht werden“, sagt Marlies Robben. „Die meisten Eltern sind berufstätig, wo sollten die Kinder hin?“

20800 Euro zahlt die Gemeinde Wallenhorst für die Sanierung, das Bischöfliche Generalvikariat als Träger des katholischen Kindergartens hat einen Zuschuss von 4200 Euro zugesagt.

Neue Rampe

Auch im Ruller St.-Marien-Kindergarten rücken in den kommenden Sommerferien die Bauarbeiter an. Notwendig wird der Einsatz, weil aufgrund der Hanglage des Gebäudes der Haupteingang im Erdgeschoss nur über mehrere Treppenstufen erreichbar ist. Nun soll ein barrierefreier Zugang errichtet werden, deshalb wird – neben einer neuen Treppe – auch eine Rampe gebaut. Erneuert wird außerdem die Eingangstür. „An der tritt Stauwasser auf, das im Winter vereist. Außerdem hat die Tür nur eine Einfachverglasung“, sagt Robben.

Für den Umbau muss die Gemeinde Wallenhorst knapp 37000 Euro aufbringen. Das Bischöfliche Generalvikariat schießt knapp 5300 Euro zu.

Nur ein WC

Um den Gemeindehaushalt im kommenden Jahr nicht zu stark zu strapazieren, wird eine weitere Baustelle im Marien-Kindergarten erst 2016 angegangen. Für insgesamt 31600 Euro (27650 Euro übernimmt die Gemeinde, 3950 Euro das Generalvikariat) sollen dann die Personaltoiletten umgebaut werden. Derzeit ist das WC der Erzieherinnen der einzige Bereich des Kindergartens, der noch nie renoviert worden ist.


Schon im vergangenen Jahr sorgte ein Schadstoff-Fund in Rulle für Unruhe - und zwar im Kindergarten St. Marien. Dort war Asbest gefunden und aufwändig beseitigt worden. Seine Hochphase als Dämmstoff hatte das Mineral Asbest in Deutschland zwischen 1960 und 1980, seit spätestens 1981 gilt es als höchst bedenklich, 1993 ist Asbest offiziell verboten worden.

Die Schulen und Kitas im Überblick (Stand März 2013):

St. Raphael: Der Kindergarten St. Raphael in Wallenhorst ist 1967 gebaut worden. Vor drei Jahren wurde dort ein Krippenanbau errichtet, ein Jahr später wurden im Altbau zudem Brandschutzarbeiten durchgeführt. Verantwortlich zeichnete jeweils das Architekturbüro Mutert. „Wir haben beim Umbau keinen Asbest gefunden“, sagte Axel Mutert. „Bei Kitas nehmen wir häufig Materialproben und geben die zur Prüfung in die Labore.“

St. Johannes Hollage: Der Kindergarten an der Bergstraße ist Baujahr 1966. 2011/12 wurde er komplett umgebaut. „Die Handwerker waren angewiesen, sich zu melden, sollten sie etwas Auffälliges finden“, sagte Bernard Brune, Mitglied im Bauausschuss des Kirchenvorstandes. Doch das sei nicht nötig gewesen.

St. Stephanus: Der Hollager Kindergarten St. Stephanus ist 1972 gebaut worden. Bis dato waren keine Schadstoffe bekannt.

Kindertagesstätten nach 1980: Keine Sorgen über Asbest müssen sich Eltern machen, deren Kinder die Tagesstätten jüngeren Entstehungsdatums besuchen (Baujahr in Klammern): Andreas in Hollage-Ost (1992), Regenbogen in Lechtingen (1992), Franziskus in Lechtingen (1987).

Schulen: Während sich alle acht Kindertagesstätten in Wallenhorst in kirchlicher Trägerschaft befinden, ist die Gemeinde für die Schulen alleine verantwortlich. „In den gemeindlichen Gebäuden haben wir die Problematik im Blick“, sagte Rüdiger Mittmann, Leiter des Fachbereichs Ordnung und Soziales im Wallenhorster Rathaus. „In allen Gebäuden führen wir jährlich Schulbegehungen durch“, betonte Mittmann 2013 gegenüber der NOZ.

Einzig die Grundschule Lechtingen ist jüngeren Baudatums. Der erste Gebäudeteil wurde 1989 errichtet, der zweite 1998, wie die Gemeinde auf Anfrage mitteilte. Das Schulzentrum wurde 1973 gebaut, zwei Erweiterungen gab es seitdem: für die Realschule 2005 und für die Alexanderschule 2006. Die St.-Bernhard-Schule in Rulle wurde 1971 gebaut – ebenso der nördliche Trakt der Erich-Kästner-Schule in Hollage, der südliche Trakt ist Baujahr 1955. Der Altbau der Johannisschule stammt aus dem Jahr 1967, der Neubau erfolgte 1994. Die Katharinaschule in Wallenhorst ist Baujahr 1961. sdo

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