Verkehrsausschuss will sparen Wallenhorster Rathausumfeld bleibt Flickwerk

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Seit dem Frühjahr sind die größten Löcher provisorisch gestopft. Sicherheit geht dabei vor Schönheit. Foto: Archiv/Michael GründelSeit dem Frühjahr sind die größten Löcher provisorisch gestopft. Sicherheit geht dabei vor Schönheit. Foto: Archiv/Michael Gründel

Wallenhorst. Bis die bröckelnde Rathausallee und die wackeligen Platten auf dem Rathausvorplatz in Wallenhorst saniert werden, werden noch ein bis zwei Jahre vergehen. Solange die Zukunft der Grünen Wiese unsicher ist und die Haushaltssituation angespannt bleibt, wollen die Kommunalpolitiker nichts unternehmen. Regressansprüche gegen die Firmen, die die Arbeiten vor 18 Jahren ausgeführt hatten, könne die Gemeinde nicht geltend machen, sagte Bauamtsleiterin Claudia Broxtermann.

Landschaftsplaner Hyco Verhagen dürfte sich am Dienstagabend gefragt haben, wozu er überhaupt nach Wallenhorst gekommen war und im Verkehrsausschuss einen halbstündigen Vortrag über die Optionen für das Areal gehalten hatte. Denn dass die Ratsmitglieder im nächsten Jahr gar kein Geld für die Sanierung ausgeben wollen, war ihnen augenscheinlich schon vorher klar – und das sogar über alle Parteigrenzen hinweg.

„Für uns ist ganz wichtig, dass erst mal geklärt wird, was auf der Grünen Wiese passiert“, sagte Dennis Schratz (CDU). „Wir wollen uns daher mit den Details noch gar nicht auseinandersetzen.“ Ähnlich argumentierte Egon Knochenwefel (SPD) für die Mehrheitskooperation aus SPD, Grünen und Wählergemeinschaft (WWG): „Wir sind uns zwar einig, dass was gemacht werden soll, aber die Haushaltssituation und der ungeklärte Ausgang des Arkaden-Centers lassen das jetzt nicht zu.“ Für 2015 soll also kein Geld für die Sanierung in den Haushalt eingestellt werden. „Wir wollen das in die Mittelfrist setzen. Das kann auch erst 2017 sein“, so Knochenwefel.

Etwa eine Million Euro wird die Gemeinde für die Sanierung des Rathausvorplatzes sowie der Bereiche Rathausallee, Alte Hofstelle, Alte Webschule und Leinengasse hinblättern müssen. Im März hatten die Ratsmitglieder erfahren, dass beim Bau der Wege vor 18 Jahren mangelhaft gearbeitet worden war – nun bröckelt das Pflaster.

Planer Verhagen hatte zuvor noch mit einer Blinden und einem Rollstuhlfahrer das Rathausumfeld hinsichtlich der Barrierefreiheit untersucht und in der Sitzung die Optionen vorgestellt. Der Ratsherr der Linken, Michael Riemann, hatte darauf gedrängt, diesen Aspekt bei der Planung zu bedenken. Verhagen schlug unter anderem vor, einen Streifen aus anderem Material zu verbauen, an dem sich Sehbehinderte orientieren könnten.

Doch daraus wird nun erst einmal nichts. Wenn es einen Streifen aus anderem Material geben wird, dann aus Asphalt – um Fußgänger sicher an den größten Stolperfallen vorbeizuführen. „Als Provisorium für die Übergangszeit könnten wir uns das vorstellen“, kommentierte Knochenwefel einen entsprechenden Vorschlag der CDU-Fraktion.

Dirk Hagen warnte für die neue Fraktion „Christlich, Demokratisch für Wallenhorst“ (CDW) davor, zu viel Geld für ein Provisorium auszugeben. „Wir wollen auf keinen Fall doppelt investieren.“ Laut Schratz würde ein Sicherheitsstreifen 4000 Euro kosten.

Bürgermeister Otto Steinkamp (parteilos) schlug einen Ortstermin mit den Fraktionen vor, um die Details abzustimmen, und freute sich über den Konsens. „Es ist ein gutes Signal, dass sich alle einig sind, dass wir hier nicht mit einem Schnellschuss aktiv werden“, so Steinkamp. Ludger Meyer (WWG) meinte: „In Wahlkampfzeiten wäre das sicher anders ausgegangen.“ Und Schratz setzte in Sachen Harmonie noch einen oben drauf: „Wir brauchen keinen Ortstermin, sondern vertrauen voll und ganz der Verwaltung.“


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