Bei Netzübernahme mitmischen Firma Naturstrom wächst in Wallenhorst

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Mehr Platz hat die Firma Naturstrom jetzt in Hollage. Das freut (von links) den Wallenhorster Geschäftsführer Christoph Ströer, Martin Holtgrewe (Projektakquise), Bürgermeister Otto Steinkamp und Vorstand Oliver Hummel. Foto: Klaus LindemannMehr Platz hat die Firma Naturstrom jetzt in Hollage. Das freut (von links) den Wallenhorster Geschäftsführer Christoph Ströer, Martin Holtgrewe (Projektakquise), Bürgermeister Otto Steinkamp und Vorstand Oliver Hummel. Foto: Klaus Lindemann

Wallenhorst. Das Naturstrom-Büro im Wallenhorster Rathaus platzte zuletzt aus allen Nähten. Den Zeitpunkt der Eröffnung eines Büros in Hollage hat das Energieunternehmen aber auch strategisch gesetzt: „Wir wollen in Wallenhorst bei der Netzübernahme mitmischen“, sagt Christoph Ströer, Geschäftsführer der Wallenhorster Dependance des Düsseldorfer Ökostrom-Unternehmens.

2009 begann Christoph Ströer, den Standort Wallenhorst mit dem Schwerpunkt Windenergie aufzubauen. 2010 hatte der Wallenhorster Ableger drei Mitarbeiter, beim Umzug vom Drosselweg in ein Büro im Rathaus 2012 stieg deren Zahl auf sechs, mittlerweile sind es 20. Das Büro im Rathaus will Naturstrom behalten, in Hollage neben dem Edeka-Markt ist nach Berlin und Köln nun das bundesweit dritte Kundenlokal eröffnet worden.

Naturstrom wurde 1998 als erster unabhängiger Stromhändler in Deutschland gegründet, erläuterte Vorstand Oliver Hummel, von 16 Privatpersonen aus dem Feld der Umweltverbände. Die ersten Jahre waren schwierig. „Gegen die etablierten Versorger konnte man nur mit Qualität punkten.“ Das Geschäftsmodell, Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Energien zu verkaufen, bescherte Naturstrom nach der Atomkatastrophe von Fukushima 2011 dann aber „in einer Woche mehr Kunden als in den ersten zehn Jahren unseres Bestehens“, so Hummel. Mittlerweile habe die Firma 950 Aktionäre und agiert auch als Stromerzeuger.

Ziel der Naturstrom sei ein dezentrales, bürgernahes Energienetz, bei dem die Wirtschaftskraft in der Region bleibe. „Wir sprechen mit vielen Energiegenossenschaften in Deutschland“, so Hummel. Gegenwind beschere die Bundesregierung mit ihrer Energiepolitik. Die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) kritisierte Hummel als „Versuch, das wieder in zentralen Bahnen zu lenken.“

Bis 2014 hatte Naturstrom zwölf Windkraftanlagen in Betrieb genommen, erläuterte Martin Holtgrewe, Leiter Projektakquise. 2015 sollen es weitere 20 werden, bis 2016 gar 30. Die Windräder in Hollage sind allerdings nicht darunter.

Demnächst steht in Wallenhorst die Neuvergabe der Konzession für das Strom- und Gasnetz an. Ziel der Gemeinde ist die Netzübernahme durch die Gemeindewerke mithilfe eines strategischen Partners, der zurzeit gesucht wird. Aktuell ist die RWE Herrin über die Leitungen, die unter den Wallenhorster Straßen verborgen sind. Die Konzessionsverträge räumen dem Energiekonzern bis 2016 das Wegerecht dafür ein. Weitere Interessenten für die Netze sind die Stadtwerke Osnabrück und die Stadtwerke Lengerich.

Wäre Naturstrom als kleines Unternehmen denn überhaupt in der Lage, das Projekt Netzübernahme als möglicher strategischer Partner der Gemeindewerke zu stemmen? Ströer bejaht entschieden. „Wir haben damit keine Erfahrungen, aber die wollen wir sammeln und mit erfahrenen Dienstleistern zusammenarbeiten.“

Ströer ist außerdem Vorstandsvorsitzender der 2012 gegründeten Wallenhorster Energiegenossenschaft (WEG) . Seit ihrer Gründung ist diese kaum in Erscheinung getreten, es seien nun aber Projekte geplant, über die er noch nicht reden will. 50 Mitglieder habe die WEG.


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