Ersatz kostet 8800 Euro Wallenhorsts Maskottchen Walli und Horst gestohlen

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Ein Bild aus glücklicheren Tagen: Walli und Horst bei der Eröffnung der Wallenhorster Klib 2011. Foto: Archiv/GemeindeEin Bild aus glücklicheren Tagen: Walli und Horst bei der Eröffnung der Wallenhorster Klib 2011. Foto: Archiv/Gemeinde

Wallenhorst. Über die optischen Reize von Wallenhorsts Maskottchen Walli und Horst mag man geteilter Meinung sein – doch das haben sie nicht verdient: Einbrecher hatten die Kostüme gestohlen, nun sind sie „in Einzelteilen wiederaufgetaucht“, wie Hans-Jürgen Klumpe vom Marketingverein „Wir für Wallenhorst“ berichtet.

Abgegeben wurden die Maskottchen – beziehungsweise das, was noch von ihnen übrig war – im Fundbüro der Gemeinde Wallenhorst, so Klumpe. Der Finder habe sie im Gebüsch entdeckt. Die Köpfe waren noch ganz, doch „bei dem einen fehlte ein Arm, bei dem anderen ein Bein.“

Unversehrt im Einsatz waren die Kostüme zuletzt bei einem Fototermin mit Edeka-Dütmann-Maskottchen „Düti“. Supermarkt-Inhaber Guido Gartmann hatte sie für Fotoaufnahmen zu Werbezwecken für die Neueröffnung seines Edeka-Centers in Wallenhorst ausgeliehen. „Es wurde bei uns eingebrochen“, so Gartmann. Nicht nur Walli und Horst seien gestohlen worden, sondern unter anderem auch die Kaffeekasse. Gartmann erstattete Anzeige. Es war übrigens nicht der erste Einbruch auf der Baustelle. „Die letzten acht Wochen vor der Eröffnung hatten wir auch einen Wachdienst engagiert.“

Doch von den Einbrechern keine Spur. „Wir können nur froh sein, dass mit den Kostümen nicht noch ein Überfall begangen wurde“, so Klumpe. Die Kosten für die alte Walli und den alten Horst hat Gartmann dem Marketingverein mittlerweile erstattet. Der will sich nun neue Figuren gönnen. „Die alten Kostüme waren schon ein wenig filzig“, sagt Klumpe.

Ohnehin sei schon lange geplant gewesen, neue anzuschaffen. Und in diese will der Marketingverein 8800 Euro investieren. So viel Geld für zwei Kostüme? „Das ist Handarbeit“, sagt Klumpe. „Da steckt jede Menge Arbeit drin.“ Und außerdem sollten die Kostüme auch einen gewissen Tragekomfort bieten. Es sei zuletzt sehr schwierig gewesen, Freiwillige zu finden, die in Walli oder Horst schlüpfen wollten.

Angefertigt werden die neuen Puppen von Stefanie Ludwig aus Hagen a.T.W., die in ihrer Kostümwerkstatt auch schon Maskottchen wie Blütenbert (Landesgartenschau Bad Essen) und dem Hagener Kirschmonster einen Körper gegeben hat.

Die Kosten wird der Marketingverein teils aus dem Budget für das Citymarketing begleichen, das die Gemeinde Wallenhorst zur Verfügung stellt, und teils aus privaten Mitteln, sprich der Summe, die Gartmann überwiesen hat. Grundsätzlich gilt bei Investitionen des Marketingvereins die Regelung: 80 Prozent dürfen aus dem Citymarketingtopf beglichen werden, 20 Prozent müssen privat gesammelt werden – in der Regel sind es die Wallenhorster Unternehmer, die sich beteiligen.

Die Überreste von Walli und Horst bewahrt nun der Gastwirt Johannes Beckmann auf – bei ihm waren die Kostüme auch all die Jahre gelagert. „Ziemlich ramponiert“, seien sie jetzt, sagt Beckmann. Und was passiert nun mit ihnen? Zunächst kämen sie zurück in ihre Kiste. „Die kann man doch nicht wegwerfen!“

In Kürze wären Walli und Horst sechs Jahre alt geworden. Zum Weihnachtsmarkt 2008 hatte der Marketingverein „Wir für Wallenhorst“ die Maskottchen ins Leben gerufen. In einem Wettbewerb konnten die Bürger Namensvorschläge einreichen. „Walli und Horst sind als Sympathiefiguren ein Baustein unseres Konzepts Kinderfreundlichkeit“, steht auf der Website des Vereins, der mit den Kostümen allerdings nie so recht glücklich war. „Das war damals eine Schnellschussaktion“, sagt Klumpe offen. „Die sahen schon eher aus wie Schlaftabletten.“

Mit der neuen Walli und dem neuen Horst hat Klumpe viel vor. „Ich sehe diese Maskottchen als Botschafter und Informationsträger“, sagt das Vorstandsmitglied von „Wir für Wallenhorst“. Schon immer konnten Unternehmer die Kostüme ausleihen – nur wollte sie kaum einer. Klumpe hofft, dass das bei „Walli II. und Horst II.“ anders werde und dass Unternehmer die Möglichkeit nutzen werden, sie „für einen kleinen Obolus“ zu mieten. „Das ist ein Marketinginstrument, das jeder Unternehmer in Wallenhorst nutzen kann.“


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