Kreuz in Lechtingen Georg Düsing erneuert ehrenamtlich Gedenkstätte für ermordete Mädchen

Von Christina Halbach

Georg Düsing hat sich ehrenamtlich um das Kreuz gekümmert. Foto: Christina HalbachGeorg Düsing hat sich ehrenamtlich um das Kreuz gekümmert. Foto: Christina Halbach

Wallenhorst. Am Alten Schulweg in Lechtingen erinnert etwas abseits der Straße eine Gedenkstätte an zwei Mädchen, die Ende des 19. Jahrhunderts auf dem Schulweg ermordet wurden. Nachdem das Dach des Wegekreuzes und der Christuskorpus Diebstahl und Vandalismus zum Opfer gefallen waren, erstrahlt die Gedenkstätte dank viel ehrenamtlichen Engagements seit einiger Zeit wieder in neuem Glanz.

Die damals noch selbstständige Gemeinde Lechtingen hatte im Jahre 1902 das Wegekreuz zum Andenken an die ermordeten Mädchen errichten lassen. „Damit ist die politische Gemeinde für die weitere Unterhaltung des Kreuzes und nicht die Kirchengemeinde zuständig“, erklärte Margret Terglane, Kulturbeauftragte der Gemeinde Wallenhorst die Verantwortlichkeit für das Wegekreuz, für das der Osnabrücker Künstler Heinrich Seling den ersten Korpus geschaffen hatte. In den 30er Jahren wurde dieser durch eine Arbeit von Ludwig Nolde ersetzt.

Bereits im Dezember 2012 wurde die Gemeinde durch einen Hinweis aus der Bevölkerung auf die Entwendung des Kupferdachs aufmerksam gemacht. „Der Bauhof hat das Dach daraufhin provisorisch mit Teerpappe ausbessern lassen“, so Terglane weiter. Als im Sommer 2013 noch der Korpus mit Farbbeuteln beschmiert worden war, erklärte sich der Ruller Georg Düsing bereit, das Kreuz zu restaurieren. Er hat in seiner früheren beruflichen Tätigkeit als Maler häufig im Auftrag des Amtes für Bau- und Kunstpflege in Kirchen gearbeitet und sagte spontan seine Unterstützung zu. In vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit hat er Korpus, Kreuz und den Hintergrund abgebeizt und mit wetterfesten Farben neu bemalt. „Das habe ich alles vor Ort gemacht, weil das Kreuz aus der Verankerung zu lösen, schwierig gewesen wäre“, beschreibt Düsing seinen Einsatz bei Wind und Wetter.

Außerdem hat er die Inschrift ausgebessert, die an die im Alter von sieben Jahren ermordeten Mädchen Elise Langemeyer und Elise Heidemann erinnert. Für die neue Bedachung des Wegekreuzes aus vorbewittertem Titanzinkblech übernahm die Dachdeckerfirma Hoffmann die Kosten für Material und Arbeitseinsatz. „Wir wollten etwas für die Gemeinde tun“, beschreibt Geschäftsführer Fred Aßmus seine Motivation.

„Ab und an brennt hier ein Licht“, erzählt Georg Düsing an der Gedenkstätte und zeigt auf das kleine Windlicht auf dem Waldboden. Auch der Blumentrog ist manchmal neu bepflanzt. „Es gibt bestimmt Menschen, die noch daran denken“, ist er sich sicher und betont, während er die Spinnweben mit dem Handbesen entfernt, dass fortlaufende Pflege der Gedenkstätte ganz wichtig sei. „Dafür müssten sich Menschen finden“, wünscht sich Düsing. Auch die Gemeinde Wallenhorst würde sich freuen, wenn ein Wallenhorster Verein die Patenschaft für die Gedenkstätte übernehmen würde. Wer Interesse hat, kann sich bei Margret Terglane unter Telefon 05407/888-530 melden.