Kunden in China und Korea Schwede-Fleischverarbeitung in Hollage feiert 50-Jähriges

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Wallenhorst. Wenn man mehr unternehmen will, als nur „der Fleischer an der Ecke“ zu sein, der das Wohnviertel mit Koteletts und frischer Wurst versorgt, dann muss man sich spezialisieren. Rudolph Debbeler und seine Ehefrau Ingeborg sind diesen Weg gegangen. Sie blicken am Wochenende zusammen mit Geschäftsfreunden und Mitarbeitern in der großen Jubiläumsfeier der Schwede-Fleischverarbeitung auf die 50-jährige Entwicklung zurück.

Mit zwei Mitarbeitern fing alles an. Als das Ehepaar Debbeler 1964 den Schritt in die Selbstständigkeit wagte und an der Martinistraße 96 in Osnabrück die Fleischerei Klose übernahm, sorgte Rudolph mit einem Gesellen und einem Lehrling für die allumfassende „Produktion“ vom Schlachten über das Zerlegen bis zum Verwursten, während Ingeborg vorne im Laden stand, von morgens bis abends verkaufte und sich nach Ladenschluss um Buchführung und Finanzen kümmerte.

Rudolph Debbeler war zu der Zeit schon weit in der Branche herumgekommen. Was harte Arbeit bedeutet, hatte er in seinem Elternhaus in Wildeshausen kennengelernt, wo man neben der Landwirtschaft einen Kohlenhandel betrieb. Mit 14 Jahren ging Rudolph bei einem Fleischer in Vechta in die Lehre. Es folgten einige Jahre als Geselle auf Wanderschaft, die ihn nach Mönchengladbach, Dortmund, Meppen, Delmenhorst und Bremen führte. Es waren meistens mittelgroße Betriebe, in denen er alle vorkommenden Produkte und Produktionsweisen studieren konnte. Mit 25 Jahren legte er die Meisterprüfung im Fleischerhandwerk in Bremen ab. In der neuen Wahlheimat Osnabrück arbeitete er zunächst in der Fleischerei Schmalstieg in der Johannisstraße, bevor sich dann 1964 die Gelegenheit zum Einstieg in die Selbstständigkeit bot.

Es lief gut an der Martinistraße. Die Debbelers stießen bald an Grenzen. Da fügte es sich, dass Innungs-Obermeister Karl Brackmann sich zur Ruhe setzen wollte. Er bot ihnen seinen Betrieb an der Pagenstecherstraße an, der wesentlich größer war. Die Debbelers griffen zu und brachten auch diesen Betrieb zu neuer Blüte. Das Pachtverhältnis lief von 1973 bis 1985. Aber schon 1979 fiel die Entscheidung, mit einem Zerlegebetrieb den großen Maßstab zu wählen und „auf der grünen Wiese“ in die Spezialisierung zu gehen. Rudolph Debbeler erwarb das Gewerbegrundstück an der Penter Straße in Hollage , dem heutigen alleinigen Firmensitz. Vor 33 Jahren, im Oktober 1981, lieferten Großschlachtereien die ersten Schweinehälften an, und die Firma Schwede begann mit der industriellen Zerlegung.

Schwiegersohn Michael Stöter trat zum rechten Zeitpunkt auf den Plan, um die großen Expansions- und Innovationsschritte hin zu einem international agierenden Zerlegebetrieb begleiten und forcieren zu können. „Gerade in den letzten zehn Jahren hat sich das Geschäft noch einmal komplett gewandelt“, berichtet Stöter. Großkunden in Russland seien ausgefallen, weil das Land schon seit einigen Jahren protektionistisch agiere und die Wertschöpfungskette im Lande aufbauen wolle. Schwede fand neue Kunden in China und Korea. Der Exportanteil ist noch weiter gestiegen. „Im Verkauf wird bei uns heute fast mehr Englisch als Deutsch gesprochen“, beschreibt Stöter die Auswirkungen der Globalisierung auf das Hollager Unternehmen. Die weiten Frachtwege hätten dazu geführt, dass heute 90 Prozent des Absatzes gefrostet die Laderampen verlassen. Das setzte hohe Investitionen in Kühlhäuser, Verpackungstechnik und Logistik voraus.

Derweil blickt Senior Rudolph Debbeler entspannt in die Zukunft. Er wird im nächsten Jahr 80 Jahre alt und hat sein Haus bestellt. Schwiegersohn Michael Stöter wird dann geschäftsführender Mehrheitsgesellschafter sein. Und mit Enkel Maximilian, 20 Jahre alt, steht die dritte Generation bereits in den Startlöchern.


50 Jahre stetes Wachstum

Vor 50 Jahren, am 2. Oktober 1964, übernahm Fleischermeister Rudolph Debbeler mit seiner Ehefrau Ingeborg eine Fleischerei an der Martinistraße in Osnabrück.

Nach einer ersten Expansion 1973 entschied Debbeler sich 1981 für eine Spezialisierung auf die Schweinezerlegung und Herstellung von standardisiertem Verarbeitungsfleisch im industriellen Maßstab. In mehreren Schritten wuchs das Werk an der Penter Straße im Wallenhorster Ortsteil Hollage auf die heutige Nutzfläche von 6000 Quadratmeter. 100 eigene und derzeit 60 Werkvertrags-Mitarbeiter verarbeiten im Jahr 40 000 Tonnen Fleisch. Kunden sind Fleisch- und Wurstwarenhersteller in aller Welt.

Für den lokalen Markt werden auch Fleisch- und Wurstwaren als Endprodukte wie der „Ossengriller“, „Schinkenzipfel“ oder „Lion-Ribs“ hergestellt. jod

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