Nach der Bürgermeisterwahl Katerstimmung bei Wallenhorster CDU – Freude bei SPD

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Zurück zur Tagesordnung? Viele hoffen, dass mit Otto Steinkamp als Bürgermeister wieder Ruhe im Wallenhorster Rat einkehrt. Foto: Archiv/ PentermannZurück zur Tagesordnung? Viele hoffen, dass mit Otto Steinkamp als Bürgermeister wieder Ruhe im Wallenhorster Rat einkehrt. Foto: Archiv/ Pentermann

Wallenhorst. So einige Wallenhorster Ratsmitglieder hatten am Montagmorgen fiese Kopfschmerzen – nach der Siegesfeier für den künftigen Bürgermeister Otto Steinkamp. Mit 62,81 Prozent hat der Parteilose die Wahl haushoch gewonnen. Vor allem seine Unterstützer, das Mehrheitstrio im Rat aus SPD, Grünen und Wählergemeinschaft, freuten sich riesig. Und was sagt die CDU zu der herben Niederlage ihres Kandidaten Stefan Düing, der mit 18,74 Prozent auf Platz zwei landete? Eine Nachlese.

CDU: Die Katerstimmung beim Partei- und Fraktionschef Clemens Lammerskitten rührte nicht von der Siegesfeier her. „Wir sind enttäuscht über das Ergebnis der CDU und werden mit dem neuen Bürgermeister offen und vertrauensvoll zusammenarbeiten – mit dem Ziel, Wallenhorst wieder voranzubringen“, sagte er. Doch wer hat Schuld an dem Debakel für seine Partei? Düing hatte noch am Wahlabend gesagt, das Ergebnis sei eines gegen die CDU, nicht gegen ihn. Wird es personelle Konsequenzen geben? „Wir werden eine Analyse durchführen und gestärkt aus diesem Prozess hervorgehen“, so Lammerskitten. Bereut er die Entscheidung, Steinkamp nicht als überparteilichen Kandidaten unterstützt zu haben? Auch da verweist er auf die geplante „Analyse“.

Hintergrund: Alle Ratsparteien bis auf die Linke hatten per Stellenausschreibung einen gemeinsamen Belde-Kontrahenten gesucht – doch dann entschied sich die CDU doch dafür, ihr eigenes Ding durchzuziehen. Und wie soll nun die Arbeit mit dem Mehrheitstrio laufen? „Mit denen arbeiten wir auch vertrauensvoll zusammen“, so Lammerskitten. „Das haben wir in der Vergangenheit getan, und das wollen wir weiter tun.

SPD: „Ich bin überglücklich“, kommentierte SPD-Fraktionschef Guido Pott das ausgezeichnete Ergebnis für den gebürtigen Alfhausener Steinkamp. „Alle Fraktionen sollten diesen grandiosen Wahlsieg als Aufbruch begreifen und sich nun endlich gemeinsam den drängenden Problemen der Gemeinde widmen.“ Und warum haben sie das bislang nicht getan? „Ich will keine Schuldzuweisung vornehmen und möchte nach vorne schauen“, sagte Pott und verwies auf Steinkamps Slogan: „Jetzt. Gemeinsam. Besser.“ Der CDU wolle die SPD die Hand entgegenstrecken. Dem langjährigen Amtsinhaber und Sozialdemokraten Ulrich Belde hatten es seine eigenen Parteifreunde nicht zugetraut, für Frieden zu sorgen – und ebenso wenig die Bürger. Mit 18,46 Prozent landete Belde am Sonntag auf dem letzten Platz, zeigte sich aber als souveräner und fairer Verlierer.

Grüne: „Wir sind zufrieden“, sagte Sprecher Arnulf Nüßlein. „Was wir vermisst haben bisher, ist die Fähigkeit, als guter Player mit vielen Leuten und Meinungen umzugehen.“ Steinkamp bringe diese Fähigkeit mit. „Dass es möglich ist, über die Parteigrenzen hinweg zusammenzuarbeiten, hat ja die gemeinsame Stellenausschreibung gezeigt.“ Dass diese nicht zu einem gemeinsamen Kandidaten geführt habe, sei „sehr bedauerlich“. „Das hat nicht unbedingt das Vertrauen gefestigt“, so Nüßlein. Aber: „Ein neuer Tag, ein neuer Bürgermeister.“

WWG: „Diese Wechselstimmung lag in der Luft“, sagte Ludger Meyer, Fraktionssprecher der Wählergemeinschaft (WWG). „Wir als WWG ziehen jetzt einen dicken Schlussstrich und hoffen, dass die CDU einen großen Schritt auf Herrn Steinkamp zumacht. Mit ihm, der ganz von außen kommt, sehe ich da eine große Chance.“ Meyer hoffe außerdem, dass bei der CDU „die Seilschaften der ewig Gestrigen den Weg frei machen für eine neue Art der Zusammenarbeit.“ Eine klare Schuldzuweisung in Richtung Union für das miese Ratsklima? „Ich ziehe mir persönlich den Schuh genauso an“, so Meyer. „Aber wir müssen jetzt alle in der Lage sein, nach vorne zu schauen.“


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