Umfrage zur Bürgermeisterwahl Wallenhorsts wichtigste Aufgaben: Grüne Wiese und Ratsklima

Von Sandra Dorn

Der Rückbau eines Teils der neuen Niedersachsenstraße im Februar war einer der vielen Rückschläge für Wallenhorst beim Thema „Arkaden-Center/Grüne Wiese“. Foto: Jörn MartensDer Rückbau eines Teils der neuen Niedersachsenstraße im Februar war einer der vielen Rückschläge für Wallenhorst beim Thema „Arkaden-Center/Grüne Wiese“. Foto: Jörn Martens

Wallenhorst. Fast jeder fünfte Wallenhorster Wahlberechtigte hält die Gestaltung der Grünen Wiese im Zentrum des Ortes für eine der wichtigsten Herausforderung, die die Gemeinde in Zukunft zu bewältigen hat. Und fast genauso viele Wallenhorster nennen das schlechte Klima, das in der örtlichen Politik herrscht.

800 Wahlberechtigte wurden Anfang September telefonisch zur bevorstehenden Bürgermeisterwahl befragt. Durchgeführt hat die Umfrage das Wallenhorster Meinungsforschungsinstitut „Produkt + Markt“ im Auftrag unserer Zeitung; die Ergebnisse sind repräsentativ und eine Momentaufnahme.

„Welches sind aus Ihrer Sicht die zwei wichtigsten Herausforderungen oder Aufgaben für die Zukunft, denen sich die Gemeinde Wallenhorst stellen muss?“, lautete die offene Frage. Auch wenn die „Grüne Wiese“ nach dem so gut wie gescheiterten Einkaufszentrumsprojekt „Arkaden-Center“ mit 18,9 Prozent vorne liegt: Sie ist nicht das eine, alles andere überschattende Thema. Allerdings führten 12 Prozent auch allgemein die Gestaltung beziehungsweise Belebung des Ortskerns an – was im weitesten auch etwas mit Wallenhorsts Grüner Wiese zu tun hat, aber auch Projekte wie die Sanierung der Großen Straße oder des Weltkugelumfeldes in Hollage umfasst.

18,5 Prozent der Befragten nannten Punkte wie „weniger Streit“, „Zusammenarbeit im Rat“ beziehungsweise „der Parteien“, was sich unter dem Thema „Einigkeit“ oder „Ratsklima“ zusammenfassen lässt. Eng damit zusammen hängt das Thema „Gemeindeimage“ , sprich „Versprechen einhalten, Vertrauen wiederherstellen, Entscheidungen treffen, Bürgernähe“. Dieses ist jedem Zehnten besonders wichtig.

Hintergrund abseits der Umfrage: Es ist ein offenes Geheimnis, dass nicht nur zwischen den Fraktionen, sprich zwischen der Mehrheitskooperation aus SPD, Grünen, Wählergemeinschaft und der CDU die Gräben tief sind, sondern auch zwischen dem Rat in Gänze (Linke-Vertreter Michael Riemann ausgenommen) und Amtsinhaber Ulrich Belde, der sich am 28. September als unabhängiger Kandidat zur Wahl stellt. Das Mehrheitstrio schickt den parteilosen Osnabrücker Otto Steinkamp ins Rennen, die CDU ihren Ratsherrn Stefan Düing. Auf einen gemeinsamen Kandidaten konnten sich die Parteien nicht einigen.

Zurück zur Umfrage: 14,3 Prozent der Befragten gaben als wichtigste Aufgabe die Ansiedlung neuer Firmen, Wirtschaftsförderung oder Gewerbegebiet an. 13,3 Prozent haben mehr den Nachwuchs im Blick und nannten die Erhöhung der Zahl von Bildungs-, Betreuungs- und Freizeiteinrichtungen für Kinder und Jugendliche. Jeweils etwa 12 Prozent wiederum liegen die Schaffung oder der Erhalt von Arbeitsplätzen und die Verbesserung der Infrastruktur besonders am Herzen. Die Gemeindefinanzen nannten noch 8,5 Prozent, den Dauerbrenner A33-Nord nur 4,4 Prozent.