Umfrage zur Bürgermeisterwahl Bekanntester Kandidat Belde polarisiert Wallenhorst

Von Sandra Dorn

Der bekannteste Bürgermeisterkandidat in Wallenhorst ist Amtsinhaber Belde (Mitte), vor Düing (rechts) und Steinkamp (links). Foto: GründelDer bekannteste Bürgermeisterkandidat in Wallenhorst ist Amtsinhaber Belde (Mitte), vor Düing (rechts) und Steinkamp (links). Foto: Gründel

Wallenhorst. Von den drei Bürgermeisterkandidaten in Wallenhorst ist Amtsinhaber Ulrich Belde der mit Abstand bekannteste, gefolgt von Stefan Düing und Otto Steinkamp.

Stefan Düing ist Lechtinger CDU-Ratsherr und Kolping-Diözesansekretär und der Osnabrücker Otto Steinkamp ist Leiter des Fachdienstes Jugend beim Landkreis. Belde polarisiert von den dreien am stärksten. Die Negativwerte in puncto Sympathie und Glaubwürdigkeit sind bei ihm am höchsten. Am besten schneidet in diesen Punkten Steinkamp ab.

Befragt wurden im Auftrag der NOZ am 4., 5. und 6. September 800 Wahlberechtigte ab 16 Jahren in der Gemeinde Wallenhorst durch das Meinungsforschungsinstitut „Produkt + Markt“. Die Ergebnisse sind repräsentativ und als Momentaufnahme zum Zeitpunkt der Umfrage zu verstehen.

Ulrich Belde: Fast alle Wallenhorster kennen ihren Bürgermeister Belde, der zwar SPD-Mitglied ist, zur Wahl aber als unabhängiger Kandidat antritt. Fast 83 Prozent der Wahlberechtigten haben schon viel, knapp 12 Prozent zumindest etwas von ihm gehört. Gänzlich unbekannt ist er nur 2,8 Prozent der Befragten.

Der hohe Bekanntheitsgrad hat nicht zur Folge, dass alle Belde mögen. Der Amtsinhaber polarisiert. 30 Prozent der Wahlberechtigten finden, Belde ist ein sympathischer Typ, aber 38 Prozent sagen das genaue Gegenteil – sie finden ihn unsympathisch. In der neutralen Mitte der fünfstufigen Skala von „sehr“ bis „überhaupt nicht“ sympathisch tummeln sich 26,3 Prozent. Auch bei der Glaubwürdigkeit gibt es ein Gefälle: Knapp 21 Prozent halten Belde für glaubwürdig (Skalenpunkte 1 und 2 zusammengerechnet) – und fast 40 Prozent für unglaubwürdig, wobei sogar 18,7 Prozent die schlechteste Note „überhaupt nicht glaubwürdig“ vergeben. 30 Prozent bleiben im mittleren Bereich.

Wohl durch den hohen Bekanntheitsgrad machen nur 6 (Sympathie) beziehungsweise 9,2 Prozent (Glaubwürdigkeit) keine Angabe.

Am besten schneidet der Ruller tendenziell bei den Wählern über 65 Jahren ab – da liegt er in Sachen Sympathie sogar vor seinen beiden Kontrahenten –, am schlechtesten bei den Wählern zwischen 36 und 50 Jahren. Nur in Rulle halten ihn tendenziell mehr Wähler für sympathisch als für unsympathisch.

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Stefan Düing: Vom Lechtinger CDU-Kandidaten, der seit drei Jahren Mitglied des Gemeinderats ist, hatte Anfang September ein gutes Viertel der Wahlberechtigten schon viel gehört, 36,7 Prozent nur etwas. Ein weiteres Viertel kannte nur den Namen, 13 Prozent kannten ihn gar nicht.

Er liegt nicht nur in Sachen Bekanntheit von allen drei Kandidaten in der Mitte. 27,7 Prozent der wahlberechtigten Wallenhorster finden ihn sympathisch, 19,5 Prozent eher nicht (jeweils die Skalenpunkte 1 und 2 sowie 4 und 5 zusammengerechnet).

Der Anteil derjenigen, die in Sachen Sympathie gar keine Aussage treffen wollen, liegt bei 17,1 Prozent – offensichtlich zusammenhängend mit dem im Vergleich zu Belde niedrigeren Bekanntheitsgrad. Der überwiegende Teil, nämlich 35,6 Prozent, vergibt auf der fünfstufigen Skala den neutralen Platz drei.

Ähnliche Werte erhält Düing in Sachen Glaubwürdigkeit. 27,6 Prozent halten ihn für glaubwürdig, 13,6 Prozent für nicht glaubwürdig.

Die besten Werte erhält der Lechtinger tendenziell in seinem eigenen Ortsteil sowie in puncto Sympathie in seiner eigenen Altersgruppe, bei den 36- bis 50-Jährigen. Schlechter schneidet er bei den Älteren ab. Für glaubwürdig halten ihn tendenziell vor allem die Jüngeren bis 35 Jahre.

Otto Steinkamp: Der parteilose Osnabrücker (unterstützt von SPD, Grünen und Wählergemeinschaft) war Anfang September von allen drei Kandidaten der unbekannteste, doch hatte er sowohl bei der Sympathie als auch bei der Glaubwürdigkeit die Nase vorn.

Nur 15,1 Prozent sagten, sie hätten schon viel von ihm gehört, 38,3 Prozent „bisher nur etwas“. Nur den Namen kannten 27,6 Prozent der Wahlberechtigten, 19 Prozent hatten noch gar nichts von ihm gehört oder gelesen. Entsprechend hoch ist auch der Anteil derjenigen, die sich kein Urteil über Sympathie (21,6 Prozent) oder Glaubwürdigkeit (26,5 Prozent) erlauben wollten.

Und doch halten ihn 33,8 Prozent der Befragten für sympathisch – damit liegt der Auswärtige vor seinen beiden Gegnern. Auch die Negativwerte sind am geringsten. Nur 8,6 Prozent der 800 Befragten finden ihn unsympathisch (Skalenpunkte 4 und 5 zusammengerechnet). Wie bei Belde und Düing vergibt der größte Teil die ausgewogene Note „3“, nämlich 36,1 Prozent.

Bei der Glaubwürdigkeit liegt Steinkamp ebenfalls vorne. 32,1 Prozent der Befragten kaufen ihm ab, was er verspricht, nur knapp jeder Zehnte tut das nicht. 31,7 Prozent haben sich für die Mitte entschieden. Und mehr als ein Viertel erlaubte sich kein Urteil.

Am besten sind Steinkamps Werte bei den 36- bis 65-Jährigen. Und: Während es bei den anderen beiden Kandidaten kaum Unterschiede zwischen Männern und Frauen gab, gibt es bei Steinkamp eine Tendenz: Besonders Frauen halten ihn für sympathisch.