Umfrage zur Bürgermeisterwahl Wallenhorster interessieren sich sehr für die Wahl

Von Sandra Dorn

Am 28. September in Wallenhorst wahlberechtigt sind Deutsche und EU-Bürger, die am Wahltag das 16. Lebensjahr vollendet haben und seit mindestens drei Monaten in der Gemeinde ihren Hauptwohnsitz haben. Foto: dpaAm 28. September in Wallenhorst wahlberechtigt sind Deutsche und EU-Bürger, die am Wahltag das 16. Lebensjahr vollendet haben und seit mindestens drei Monaten in der Gemeinde ihren Hauptwohnsitz haben. Foto: dpa

Wallenhorst. In Wallenhorst läuft vieles anders. Alle Kommunen im Landkreis Osnabrück, die in diesem Jahr einen Bürgermeister mit Amtsantritt im November küren mussten, legten die Wahl auf den Tag der Europawahl im Mai. Einzig der Wallenhorster Rat entschied sich für den 28. September – um mehr Zeit zu haben für Suche nach einem Kandidaten gegen Amtsinhaber Ulrich Belde. Die Wähler scheint all das zu fesseln: Das Interesse am Rennen um den Chefsessel im Rathaus ist beachtlich.

69,5 Prozent der Wallenhorster zeigen „sehr großes“ oder „eher großes“ Interesse an der Wahl. Telefonisch befragt wurden im Auftrag der NOZ Anfang September 800 Wahlberechtigte vom Wallenhorster Meinungsforschungsinstitut „Produkt + Markt“. Die Ergebnisse sind repräsentativ. Sogar 90,1 Prozent gaben an, dass sie sich an der Wahl beteiligen wollen. Ob sie sich dann tatsächlich aufraffen werden, wird sich zeigen.

2006 betrug die Wahlbeteiligung knapp 64 Prozent – da fand die Bürgermeisterwahl allerdings parallel zur Kommunalwahl statt. Vor 14 Jahren, als Belde nach dem Tod Helmut Lahrmanns (CDU) mit großer Mehrheit erstmals zum Bürgermeister gewählt wurde, gaben knapp 59 Prozent der wahlberechtigten Wallenhorster ihre Stimmen ab – sie mussten damals allerdings ausschließlich wegen der Bürgermeisterwahl zu den Urnen marschieren. 1996, als nach der Ära der Gemeindedirektoren der erste hauptamtliche Bürgermeister gewählt wurde, lag die Wahlbeteiligung der parallel stattfindenden Kommunalwahl sogar bei 69,5 Prozent. Lahrmann gewann mit 58,3 Prozent.

In der 23000-Einwohner-Gemeinde Wallenhorst gilt: je älter die Wähler, desto politischer. Nur 54,9 Prozent der 16- bis 35-Jährigen gaben an, sich dafür zu interessieren, wer Bürgermeister wird. In der Gruppe der über 65-Jährigen erreicht der Wert des Wahlinteresses aber satte 79,4 Prozent. Die Unterschiede zwischen den Ortsteilen sowie zwischen Mann und Frau sind marginal.

Zum Vergleich: In Osnabrück gaben bei einer ebenfalls repräsentativen Umfrage vor der Wahl zum Oberbürgermeister 2013 nur 57,5 Prozent der Wahlberechtigten an, ein „eher“ beziehungsweise „sehr großes“ Interesse an der Wahl zu haben. Wallenhorst muss sich mit fast 70 Prozent also alles andere als verstecken. Ob es an der Größe der Gemeinde liegt? Sind die Wallenhorster schlicht und ergreifend näher dran? Gut möglich.

Sicher ist, dass sie sich in ihrer Gemeinde wohlfühlen. 96,6 Prozent beantworteten die Frage, wie gerne sie in Wallenhorst leben, mit „sehr gern“ (52,4 Prozent) oder „gern“ (44,1 Prozent). Und die meisten, nämlich 89 Prozent, leben bereits seit mehr als zehn Jahren dort.


Ergebnisse und Wahlbeteiligung bei den Wallenhorster Bürgermeisterwahlen 1996, 2000 und 2006:

1996 lag die Wahlbeteiligung zur Kommunalwahl in Wallenhorst bei 69,5 Prozent.

Die Ergebnisse der parallelen Bürgermeisterwahl: 58,3 Prozent Helmut Lahrmann (CDU), 31,3 Prozent Wolfgang Kirchner (SPD), 10,3 Prozent Arnulf Nüßlein (Grüne)

2000 lag die Wahlbeteiligung zur Bürgermeisterwahl bei 58,6 Prozent. Die Ergebnisse: 67,9 Prozent Ulrich Belde (SPD), 32,1 Prozent Thorsten Wächter (CDU)

2006 lag die Wahlbeteiligung bei 63,5 Prozent. Die Ergebnisse: 59,3 Prozent Ulrich Belde (unabhängig), 40,7 Prozent Clemens Lammerskitten (CDU)