Bürgermeisterwahl Zweite Podiumsdiskussion der Wallenhorster Kandidaten

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Wallenhorst.Hollager Themen standen im Fokus der zweiten Podiumsdiskussion zur Wallenhorster Bürgermeisterwahl. Ins Gasthaus Barlag hatte die Hollager Kolpingsfamilie am Donnerstagabend die drei Kandidaten Ulrich Belde (unabhängig), Stefan Düing (CDU) und Otto Steinkamp (parteilos, unterstützt von SPD, Grünen und Wählergemeinschaft) eingeladen. Unter den Themen waren auch: Pferdeäpfel.

„Keine persönlichen Angriffe unter der Gürtellinie“, mahnte Moderator Klaus Hilkmann an, als er die Spielregeln erklärte. Zwölf Fragen von Bürgern waren im Vorfeld bei der Kolpingsfamilie eingegangen, drei Tage hatten die Kandidaten laut Bernhard Kaiser aus dem Kolping-Vorstand Zeit, um sich vorzubereiten. Die Applaus-Verteilung der rund 350 Zuschauer war ausgewogener als vergangene Woche in der Wallenhorster Gymnastikhalle, und Kolping-Diözesansekretär Düing hatte so etwas wie ein Heimspiel.

Diskussionsklima/A33: Ausgiebige Diskussionen blieben aus, einen Angriff gab es aber doch, und zwar von Belde gegen Steinkamp, als es um die A33-Nord ging. „Der Landkreis ist für den Weiterbau der A33, sagte Belde. „Herr Steinkamp ist dort leitender Angestellter.“ Er kritisierte, dass Steinkamp am Montag „Wahlkampfhilfe“ durch Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) erhalten habe, als die beiden die Ruller Feuerwehr besuchten. Pistorius sei als A33-Befürworter bekannt, betonte Belde und wollte wissen, wie das mit Steinkamps Ablehnung des Lückenschlusses zusammenpasse. Steinkamp, beim Landkreis Leiter des Fachdienstes Jugend, wiederholte, was er zuvor schon betont hatte: Nur weil er beim Landkreis arbeite, sei er nicht automatisch für die A33, im Gegenteil. „Selbstverständlich gibt es auch durchaus leitende Angestellte in Ihrer Verwaltung, die nicht alle politischen Beschlüsse persönlich mittragen“, sagte er zu Belde. „Ich habe einen guten Draht zu Herrn Pistorius und mein Netzwerk genutzt.“ CDU-Ratsherr Dennis Schratz stand daraufhin im Publikum auf und wollte wissen, warum Steinkamp zu dem Termin nicht Belde und den Feuerwehrausschuss eingeladen hatte – und es wurde laut im Publikum. Belde klinkte sich ein: „Guter Stil wäre etwas anderes gewesen.“ CDU-Politiker Düing lenkte die Aufmerksamkeit auf etwas anderes: Seine Fraktion habe bei der Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes durchgesetzt, dass die A33-Trasse dort nicht eingezeichnet wird. „Das wäre ein Offenbarungseid gewesen.“

Alle Infos zur Bürgermeisterwahl auf unserer Themenseite.

Hollager Mühle: Moderator Hilkmann sagte, im Belegungsplan der Jugendfreizeitstätte seien für das zweite Halbjahr 2014 nur zehn Reservierungen eingetragen, die Zuschüsse der Gemeinde an die Einrichtung würden immer höher. Belde korrigierte: „Wir haben eine 30-prozentige Erhöhung der Gästezahlen.“ Aber: Die Gruppen würden kleiner, die Verweildauer kürzer. „Diese Einrichtung ist akzeptiert und anerkannt über die politischen Grenzen hinweg. Lassen Sie uns dieses Positiv-Image nach vorne bringen.“ Auch Düing lobte das „Kleinod“ Hollager Mühle für das sich auch die Kolpingsfamilie mit ihrem Pavillon auf dem Gelände sehr einsetze. Für das Image müsse man zunächst einmal die Fehler im Online-Belegungsplan korrigieren. Er erinnerte daran, dass die CDU-Fraktion den Vorschlag gemacht hatte, einen Stellplatz für Wohnmobile einzurichten, um dadurch mehr Geld einzunehmen, und an eine Studie , die die Hochschule Osnabrück zur Mühle durchgeführt hatte. Darauf bezog sich auch Steinkamp. Da müsse man „gemeinsam noch mal draufschauen.“ Vorschläge waren etwa, besser für die Mühle zu werben und mehr Familien mit Kindern anzusprechen.

Radweg Halen: Seit Jahren warten die Hollager auf den Bau eines Radweges an der L109, zudem sind einige Straßen im Außenbereich nicht beleuchtet. Was schlagen die Kandidaten vor? Steinkamp sagte, die Gemeinde müsse den Kontakt zum Land intensivieren. Für die Beleuchtung gerade an Schulwegen müsse die Gemeinde „in allernächster Zeit“ ein Programm auflegen mit allen Gefahrenquellen gerade an Schulwegen aufstellen und dann abarbeiten. Belde sagte zum Radweg: „Wir müssen Realisten sein.“ Ohne das Land, in dessen Zuständigkeit die L109 ist, gehe es nicht. Eine Million Euro koste der Radweg. Bei der Beleuchtung werde mit den Bushaltestellen demnächst ein Anfang gemacht. Düing sagte, er könne sich beim Radweg vorstellen, dass die Gemeinde in Vorleistung trete und sich zusammensetze mit dem Wirtschaftsministerium in Hannover. „Das muss nicht gleich eine Million Euro kosten.“

ÖPNV: Wie steht es um die Bus-Querverbindungen innerhalb der Gemeinde? Belde sagte, durch das für 2015 geplante neue Buskonzept würden die Verbindungen zwischen den Ortsteilen und ins Gewerbegebiet besser werden, es gebe aber auch Nachteile, wie Umstiege in Osnabrück und an einem zentralen Busbahnhof in Wallenhorst. Eine Verbindung nach Halen sei wünschenswert, werde aber Geld kosten. Düing sagte: Ich muss Herrn Belde widersprechen, das neue Konzept ist keine Verbesserung, sondern eine Verschlechterung. „Das sind wir nicht bereit hinzunehmen.“ Die Gemeinde müsse mit den Stadtwerken Osnabrück im Gespräch bleiben. Steinkamp sagte: „Ich würde mir wünschen, dass die Gemeinde mehr Geld in die Hand nimmt, den ÖPNV so auszustatten, dass alle Bürger bequem überall hinkommen.“

Pferdeäpfel: Die Wanderwege seien voller „Pferdekot“, trug Hilkmann eine weitere Bürgerfrage vor. Was ist zu tun? „Ich habe kein Pferd“, sagte Düing und erntete Gelächter. Auch Steinkamp versuchte, die Frage humoristisch zu beantworten: „Boah, Otto, wie gehst du mit der Frage um“, habe er sich gefragt, „das ist irgendwie Mist.“ Belde sagte, zum Thema „Pferdekot“ gebe es keine einzige Anzeige bei der Gemeindeverwaltung. Alle drei riefen zu gegenseitiger Rücksichtnahme auf.


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