Parteiloser Sportsmann Wallenhorsts Bürgermeisterkandidat Steinkamp im Porträt

Meine Nachrichten

Um das Thema Wallenhorst Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Wallenhorst. Sport ist seine große Leidenschaft. Und sportlich fair soll es nach dem Willen von Otto Steinkamp (parteilos) auch im Wallenhorster Rathaus zugehen, falls der 51-jährige Familienvater Bürgermeister wird. Unterstützt wird der in Alfhausen aufgewachsene Kandidat von SPD, Grünen und Wählergemeinschaft.

Die Tischtennisplatte im Garten, der Kicker und das Vogelhäuschen mit dem Vereinslogo des 1. FC Köln – wer Otto Steinkamp zu Hause besucht, merkt, dass es sich um einen sportbegeisterten Haushalt handelt. „Vom 1. FC Köln rücke ich nicht ab“, sagt Steinkamp und grinst. „Auch nicht im Wahlkampf.“

Jahrelang hat Steinkamp Fußball beim SV Alfhausen gespielt. Bei dem Mannschaftssport komme es darauf an, dass man nach dem Spiel ein Bier miteinander trinken könne, auch wenn es auf dem Platz zuvor ruppig zuging, betont der Vater von vier Kindern und spielt damit auf die zerstrittenen Verhältnisse in der Wallenhorster Politik an. „Es macht einfach Sinn, dass jemand von außen kommt und die Verhältnisse in Wallenhorst sortiert“, beschreibt er seine Motivation, Bürgermeister zu werden.

Hier geht es zur Wahl-Themenseite

Apropos Bier: „Meine Eltern hatten eine Kneipe“, erzählt Steinkamp. So wuchs der junge Otto in Alfhausen auf – mal vor, mal hinter der Theke des Eiscafés Steinkamp, in dem es nicht nur Softeis gab. Er kellnerte bei Schützenfesten und Reitturnieren. „So kommt man mit Menschen aus allen Bevölkerungsschichten in Kontakt“, sagt Steinkamp. „Das ist die beste Basis.“

Das Handwerkszeug für den Job des Verwaltungschefs einer Gemeinde bringt Steinkamp mit. Seit 35 Jahren ist der Diplom-Verwaltungswirt beim Landkreis Osnabrück beschäftigt; seit zwei Jahren leitet er dort den Fachdienst Jugend mit mehr als 140 Mitarbeitern.

An seinen ersten Arbeitstag kann er sich noch gut erinnern. Kurz nach der Gebietsreform sei es gewesen, damals war die Kreisverwaltung gerade an den Neuen Graben in Osnabrück gezogen. Das Bundesbaugesetz und die niedersächsische Bauordnung wurden Steinkamp auf den Schreibtisch gelegt, und oben drauf gab es die Anordnung: „Durchlesen!“ Nach zwei Tagen habe er gedacht, „das kann‘s ja nicht sein“, erinnert sich Steinkamp. Aber er hielt durch, machte nach der Ausbildung im mittleren Dienst und dem Wehrdienst das Fachabitur an einem Abendgymnasium und erwarb 1984 das Diplom im gehobenen Dienst. „Und dann hatte ich das Glück, dass ich im sozialen Bereich gelandet bin.“ Vom Fachdienst Soziales kam er zum Fachdienst Jugend, den er nun leitet. Fort aus dem Landkreis hatte ihn sein Job nie geführt.

Vor 16 Jahren zog er nach Osnabrück, wo er mit seiner Frau und Tochter Paula (12) sowie Sohn Julius (14) lebt. Ein Umzug nach Wallenhorst sei „momentan kein Thema“, sagt Steinkamp, allein schon wegen seiner Kinder. Er lebe gerne in Osnabrück, das sage er lieber offen und ehrlich. „Außerdem müsste ich mich in Wallenhorst für einen Ortsteil entscheiden“, fügt er augenzwinkernd hinzu.

„Sehr politisch“

Und wie politisch ist der parteilose Otto Steinkamp? „Sehr“, sagt er. Allein schon bei seinem Job gebe es eine große Nähe zum Kreistag. Ihn interessierten eher die lokalen Themen, auf die man direkt Einfluss nehmen könne, „sach- und wählerbezogen“. In Alfhausen war er einer der Gründungsmitglieder der dortigen Wählergemeinschaft und von 1996 bis 1998 Ratsmitglied – bis zu seinem Umzug nach Osnabrück. „Mit der dortigen politischen Situation waren damals viele unzufrieden.“ Auf zwölf CDU-Ratsmitglieder sei ein SPD-Vertreter gekommen. „Als Wählergemeinschaft gewannen wir auf Anhieb vier Sitze.“

Für den aktiven Fußballsport hat der Familienvater wenig Zeit, da auch seine Kinder in diversen Sportvereinen aktiv seien. „Da sind die Wochenenden vorprogrammiert.“ Mittlerweile geht Steinkamp lieber laufen oder fährt 50 bis 80 Kilometer Rennrad. „Das braucht man, wenn man so einen Bürojob hat“, sagt er. „Draußen laufen kann ich auch, wenn es stürmt, schneit oder regnet.“ Doch abschalten könne er am besten in Gesellschaft seiner Familie. „Da bin ich sofort raus. Beim Laufen gehen einem ja Tausende Gedanken durch den Kopf.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN