Rettungsübung absolviert Steinkamp und Pistorius zu Gast bei Wallenhorster Feuerwehr

Von Hendrik Steinkuhl

Innenminister Boris Pistorius (Mitte) legt bei einer Feuerwehrübung in Rulle Hand an die Rettungsschere. Bürgermeisterkandidat Otto Steinkamp (links) beäugt das Ganze vorerst kritisch. Foto: Swaantje HehmannInnenminister Boris Pistorius (Mitte) legt bei einer Feuerwehrübung in Rulle Hand an die Rettungsschere. Bürgermeisterkandidat Otto Steinkamp (links) beäugt das Ganze vorerst kritisch. Foto: Swaantje Hehmann

Wallenhorst. Boris Pistorius bedient die Rettungsschere, Otto Steinkamp hält die B-Säule fest: Auf Einladung des Wallenhorster Bürgermeisterkandidaten besuchte der niedersächsische Innenminister jetzt die Ruller Feuerwehr. Bei einer Rettungsübung mit schwerem Gerät legten beide gemeinsam Hand an.

Otto Steinkamps Fazit über die Zusammenarbeit mit dem Innenminister fiel bereits bürgermeisterlich aus: „Das klappte hervorragend, es gibt kein Kompetenzgerangel zwischen Land und Kommune!“, sagte er gegenüber unserer Zeitung mit einem Augenzwinkern.

Am 28. September tritt Otto Steinkamp gegen SPD-Amtsinhaber Ulrich Belde (unabhängig) und Stefan Düing (CDU) bei der Wallenhorster Bürgermeisterwahl an. Unterstützt wird der parteilose Kandidat unter anderem von der SPD. Deren Landesinnenminister Boris Pistorius folgte nun Steinkamps Einladung zu einem Besuch bei der Ruller Feuerwehr.

Spannender Ortstermin

„Wir haben uns bewusst für Rulle entschieden, um eine Feuerwehr vorzustellen, die etwas kleiner ist“, sagte Steinkamp. „Hier werden wir heute sehen, wie effektiv auch kleine Einheiten sind.“

Der ehemalige Osnabrücker Oberbürgermeister Boris Pistorius sagte, er habe die Einladung sehr gerne angenommen, weil ein Ortstermin eben viel Spannung bereithalte. „Ich werde dann gleich meine Ungeschicklichkeit unter Beweis stellen, und Sie werden mir bitte zur Hand gehen!“

Pistorius und Steinkamp schauten sich dann zunächst an, wie die Ruller Feuerwehrleute eine so genannte schonende Rettung eines Autofahrers anbahnten. Gemäß dem Szenario saß das Unfallopfer in einem Fahrzeug, dessen Karosserie verzogen und die Türen verklemmt waren. Damit dem möglicherweise verletzten Fahrer kein zusätzlicher Schaden zugefügt wurde, stabilisierten die Feuerwehrkräfte zunächst das Auto und klebten anschließend die Seitenscheiben mit einer Folie ab, um das Glas schließlich ohne gefährlichen Splitterflug einzuschlagen.

Während der Übung kommentierte Ortsbrandmeister Udo Klenke für die beiden Politiker nicht nur das Geschehen, sondern berichtete auch Allgemeines über seine Truppe. Laut Klenke nehme die Ruller Feuerwehr inzwischen auch sehr gerne Frauen auf, weil man mit Feuerwehrfrauen nur positive Erfahrungen gemacht habe. „Am Anfang hatten natürlich viele Leute Bedenken, aber davon ist jetzt nichts mehr zu hören.“ Knapp 30 Leute seien in der Ruller Feuerwehr derzeit aktiv. „Eigentlich müssten wir 35 sein, aber der Demografische Wandel hat auch hier zugeschlagen.“

Nach einer knappen Viertelstunde stiegen dann die beiden Gäste ins Manöver ein. Während Pistorius mit Unterstützung die Rettungsschere bediente, fixierte Steinkamp die B-Säule, die in der Mitte der Fahrgastzelle das Dach mit dem Boden des Autos verbindet. Nach der erfolgreichen Durchtrennung antwortete ein sichtlich angestrengter Innenminister auf die Frage des Ortsbrandmeisters, ob er noch weitermachen wolle: „Nein danke. Ich denke, ich habe das Prinzip verstanden.“ Steinkamp sagte, jetzt habe er eine Vorstellung davon, was es bedeute, wenn in der Zeitung stehe, die Feuerwehr habe einen Verletzten aus einem Auto herausgeschnitten.

Als der junge Mann, der den eingeklemmten Fahrer spielte, schließlich befreit und auf der Trage abtransportiert wurde, brachte einer der Rettungskräfte die Zuschauer noch zum Lachen. Mit Blick auf den Dienstwagen des Innenministers sagte er: „So, jetzt bringen wir ihn in den Audi, und dann schnell ins Krankenhaus!“