Natur und Kultur am Wegesrand Spitzenbeteiligung an 14. Radtour durch Hollage

Von Joachim Dierks

Rund 80 Radfahrer beteiligten sich gut gelaunt an der 14. Rundtour durch die Hollager Ortsteile. Foto: Joachim DierksRund 80 Radfahrer beteiligten sich gut gelaunt an der 14. Rundtour durch die Hollager Ortsteile. Foto: Joachim Dierks

Wallenhorst. Ob Sonne oder Regen, der erste Samstag im September gehört der heimatkundlichen Hollager Radtour. Und das seit der 750-Jahr-Feier Hollages vor 14 Jahren. Jahr für Jahr arbeitet der Verein Heimathaus Hollager Hof zusammen mit dem Arbeitskreis Hollager Ortsteile eine Strecke aus, die Natur, Kulturgeschichte und aktuelle Bauvorhaben verknüpft.

Diesmal herrschte eitel Sonnenschein. Er sorgte für eine Spitzenbeteiligung von rund 80 Radlern. Der 15 Kilometer lange Rundkurs berührte alle Ortsteile, nämlich Fiestel, Hollager Berg, Brockhausen, Dörnte, Barlage, Sooswiese, Moorland, Nasse Heide und Pingelstrang, und erfüllte damit den Zweck, die Einwohner auch weit auseinanderliegender Siedlungen einander näher zu bringen und das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken.

Wer befürchtet hatte, dass den Organisatoren bei der 14. Auflage langsam die Themen ausgehen, sah sich getäuscht. Der Historiker Franz-Josef Landwehr hatte wiederum interessante Stopps eingeplant, an denen er seinen bewährten Informations-Mix aus Geschichte, Gegenwart und Zukunft vortrug.

Erster Halt wurde an der Kreuzung Pingelstrang/Pyer Kirchweg gemacht. Die Fortschritte im Neubaugebiet „Wellmanns Hügel“ waren hier ebenso ein Thema wie der geplante Ausbau dieser Kreuzung. Derzeitige Beschlusslage ist (noch), lediglich die untergeordneten Straßen leicht verschwenkt in den Pyer Kirchweg einmünden zu lassen und auf einen Kreisverkehr zu verzichten. Das reicht der Bürgerinitiative nicht, wie Ratsmitglied Dirk Hagen als deren Fürsprecher erläuterte: Der Kreisel soll auch insgesamt den Verkehr auf der Vorfahrtstraße verlangsamen. Dass dieser Wunsch berchtigt ist, erlebten die Mitradler selbst angesichts einiger rasant vorbeipreschender Autos.

Der Hof Offers in Pye war ein Zwischenziel wegen seines einzigartigen Steinwerks: ein bäuerlicher Wehrspeicher , dessen Alter auf 700 Jahre geschätzt wird. Er war Bestandteil der Osnabrück als Schutzwall umgebenden Landwehr, erläuterte Landwehr-Experte Landwehr. Dass man hier einen Halt auf Osnabrücker Gebiet ausgewählt hatte, rechtfertigte er damit, dass die Pyer über viele Jahrhunderte zum Kirchspiel Wallenhorst gehörten.

An der Hollager Schleuse veranstaltete Landwehr ein Promi-Quiz. Die drei Bürgermeister-Kandidaten, die mit von der Partie waren, sollten quasi als Wahlprüfstein ihr Wissen oder Nichtwissen kundtun, wo die Düte in die Hase mündet. Die Sache ging unentschieden aus; alle Drei lokalisierten die Einmündung richtig etwa auf halbem Weg zwischen Schleuse und Halener Brücke. Erläuterungen zu den Hase-Rieselwiesen mit dem teilweise erhaltenen System von Stauschleusen, Zuleitergräben und Rieselrinnen und zum geplanten Erkundungspfad schlossen sich an. Nach weiteren Halten am Bürgerbrunnen Brockhausen und am Portal der ehemaligen Maschwegbrücke endete die Tour auf dem Zeltplatz Hollager Mühle.