„Kolping ist mein Leben“ Wallenhorster Bürgermeister-Kandidat Stefan Düing im Porträt

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Wallenhorst. Kolping ist sein Leben, sagt Stefan Düing (CDU). Über den Verband lernte er seine Frau kennen, und um bei Kolping Jugendreferent zu werden, studierte er Sozialpädagogik. Mittlerweile ist der 47-Jährige Kolping-Diözesansekretär in Osnabrück, lebt seit 14 Jahren in Lechtingen – und will jetzt einen neuen Weg einschlagen. Für die CDU tritt er bei der Wahl am 28. September als Bürgermeisterkandidat in Wallenhorst an.

Noch bezeichnet er Kommunalpolitik als sein Hobby. Das dürfte sich ändern, falls die Wallenhorster Bürger ihn an die Spitze des Rathauses wählen sollten.

Düing zählt im Rat zu den ruhigeren Vertretern – und zu den Newcomern. Vor 14 Jahren ist er mit seiner Frau Ilona nach Lechtingen gezogen, wo er sich nach eigenen Angaben mit ihr und den beiden Söhnen Tobias (11) und Justus (9) sehr wohl fühlt. In die CDU trat er 2010 ein, im September 2011 wurde er dann direkt in den Gemeinderat gewählt.

Woher das plötzliche Interesse für die Wallenhorster Politik? „Ich wollte nicht immer nur meckern, sondern mitmachen“, sagt Düing. Seit er und seine Frau ihr Häuschen in der Siedlung Wessels Hof bauten, habe es keine neuen Baumöglichkeiten für Familien in Lechtingen gegeben. „Da habe ich mich gefragt: Warum passiert da nichts?“

Zusammenführen

Sein Job als Kolping-Diözesansekretär in Osnabrück sei es, die etwa 19000 Ehrenamtlichen zusammenzuführen. Zusammenführen wolle er auch im Rathaus. „Ich möchte wieder Ruhe und Vertrauen herstellen“, sagt der Sozialpädagoge. Streit gehöre zur politischen Kultur, aber „Politik ohne Kompromisse geht nicht.“ Und warum entschied er sich für die CDU? „Mir sind die CDU-Positionen einfach etwas näher.“

Aufgewachsen ist Düing im emsländischen Herzlake, wo er in den 1980er-Jahren auch einmal Vorsitzender der Jungen Union gewesen sei. Wichtiger als Parteipolitik sei ihm aber das ehrenamtliche Engagement gewesen – schon als Jugendlicher in der klassischen Jugendarbeit bei der katholischen Kirche. So kam er mit 16 Jahren auch zum Kolpingwerk.

Dass er dort einmal eine führende Position einnehmen würde, war allerdings nicht von Anfang an klar. Nach dem Realschulabschluss machte der junge Düing zunächst eine Lehre zum Bürokaufmann in Meppen – nach dem Motto: „Erst mal was Vernünftiges lernen“. Ans Fachabitur schloss sich der Grundwehrdienst bei der Bundeswehr in Pinneberg und Osnabrück an. Kein Zivildienst? „Nicht jeder, der Sozialpädagogik macht, macht auch Zivildienst“, sagt Düing und lacht.

Und danach? „Ich wollte Jugendreferent beim Kolpingwerk in der Diözese werden. Das war mein Ziel und das habe ich auch erreicht.“ Während er in seinem Bürojob bei einem Garten- und Landschaftsbaubetrieb in Haselünne arbeitete, bewarb er sich zum Studium in Vechta. Dann kam die Zusage, vier Wochen später zog er ins Studentenwohnheim. „Auf einem Flur waren zehn Zimmer, neun Frauen und ich“, erinnert er sich schmunzelnd. „Heute vermiete ich selbst an Studenten“, sagt er.

Die Arbeit zog ihn zunächst nach Osnabrück und dann mit seiner Frau nach Lechtingen. „Wir konnten uns gut vorstellen, hier sozial schnell verwurzelt zu sein“, so Düing. Allzu weit in die emsländische Heimat sei es von der Gemeinde nördlich Osnabrücks auch nicht.

Bei seinem Job als Diözesansekretär und Leiter des Diözesanverbands sehe jeder Tag anders aus. „Ich koordiniere und organisiere den Verband, bereite Sitzungen und Veranstaltungen vor“, fasst er zusammen. Die Arbeit mache ihm Spaß, die des Wallenhorster Bürgermeisters reizt ihn trotzdem so sehr, dass er sich für die Kandidatur entschied – allerdings erst, als für die Wallenhorster CDU festgestanden habe, dass sie einen eigenen Kandidaten aufstellen und doch keinen gemeinsamen Anwärter mit SPD, Grünen sowie Wählergemeinschaft ins Rennen schicken will. „Natürlich werde ich ein Bürgermeister für alle sein“, betont Düing.

Wenig Zeit für Hobbys

Für Hobbys dürfte dann allerdings noch weniger Zeit sein als bisher. „Wozu ich nie Zeit hatte, ist etwas Regelmäßiges“, sagt er, etwa eine aktive Mitgliedschaft im Männerchor Lechtingen oder in einem Sportverein – „zu viele Abendtermine.“ Entspannen könne er nach Feierabend am besten beim Toben mit seinen beiden Söhnen oder vor dem Fernseher bei einem guten Krimi oder James-Bond-Film.


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