Wabe-Zentrum der Hochschule Wallenhorst: Zehn Jahre forschen für gute Ernährung

Meine Nachrichten

Um das Thema Wallenhorst Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Die Klaus-Bahlsen-Preisträger 2014.
              
              Foto: Thomas OsterfeldDie Klaus-Bahlsen-Preisträger 2014. Foto: Thomas Osterfeld

Wallenhorst. Ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit stand in diesem Jahr die Verleihung des Klaus-Bahlsen-Preises an der Hochschule Osnabrück. Im Wabe-Zentrum in Wallenhorst, dem nach Keksfabrikant Klaus Bahlsen benannten Versuchsbetrieb des Studiengangs Ökotrophologie, wurden am Freitag insgesamt vier Auszeichnungen vergeben. Gleichzeitig wurde der Bau des Wabe-Zentrums vor zehn Jahren gefeiert.

Zwei Preise entfielen auf wissenschaftliche Arbeiten, zwei weitere wurden für Projekte mit starkem Praxisbezug vergeben. Der in diesem Jahr mit insgesamt 2500 Euro dotierte Preis wird von der Rut-und-Klaus-Bahlsen-Stiftung vergeben, die sich unter anderem für die Förderung im Bereich Gesundheit, ökologischer Landwirtschaft und Naturschutz einsetzt. Das Wabe-Zentrum und seine Arbeit förderte sie seit 2004 mit insgesamt 2,3 Millionen Euro.

Das Engagement und den Ideenreichtum der jungen Wissenschaftler hob Dorothee Straka von der Hochschule Osnabrück hervor: „Es ist spannend, wie weit die Spannbreite von Nachhaltigkeit reicht“, so die Professorin, die gemeinsam mit Sabine Schopp aus dem Vorstand der Bahlsen-Stiftung die Studierenden auszeichnete.

Der erste Platz mit 950 Euro entfiel in diesem Jahr auf Anna Brinkmann: Die Master-Studentin hatte mit ihrer Untersuchung über eine nachhaltig und interkulturell gestaltete Ernährungsnotfallversorgung die Jury überzeugt. Ausgangspunkt ihrer These: In einer sich kulturell ausdifferenzierenden Gesellschaft sei die Umsetzung religiöser Speisevorschriften bei gleichzeitiger Nachhaltigkeit der Ernährungsweise eine enorme Herausforderung. Unter Bezugnahme auf die fünf Weltreligionen entwickelte Brinkmann ein Instrument, mit dem Nahrungsmittel und ihre jeweilige Verträglichkeit mit religiösen Speisevorschriften geprüft werden können.

Den zweiten, mit 750 Euro dotierten Platz belegte Ines Spindler. Für ihre Arbeit hatte sie über Anreize, Hemmungen und Handlungsoptionen eines nachhaltigen Alltagskonsums geforscht. Fachliteratur und eigene Umfragen bildeten das Fundament der Master-Arbeit, welche von der Grundannahme ausging, dass der Ressourcen- und Energieverbrauch bei der Nahrungsproduktion deutlich gesenkt werden müsse, um ein umweltverträgliches Maß zu erreichen. Ihre Erkenntnis: Nachhaltige Ernährung muss regional, saisonal und möglichst fleischarm sein.

Den mit 400 Euro dotierten dritten Platz teilten sich in diesem Jahr zwei Projekte: In jeweils vierköpfigen Gruppen hatten Studierende zum einen die Rahmenbedingungen für die Schulverpflegung in zwei Osnabrücker Schulen untersucht und Verbesserungsmöglichkeiten formuliert. Die zweite Gruppe hatte einen Erlebnispfad gestaltet, der am Thema Kakao exemplarisch auf über fair gehandelte Lebensmittel aufmerksam machte.

Rückblick

Vor der Preisverleihung hatten führende Köpfe die Festveranstaltung eröffnet, unter anderem Hochschulpräsident Andreas Bertram, Bernd Lehmann als Dekan der Fakultät für Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur sowie Burkhard Huch, Vorsitzender des Vorstands der Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung. Einen Überblick zur Geschichte des Wabe-Zentrums auf dem Gelände des Versuchsbetriebes „Waldhof“ gab anschließend die Professorin Elisabeth Leicht-Eckardt von der Hochschule Osnabrück. Zwei Festvorträge von Forschern aus Berlin und Münster rundeten das Jubiläumsprogramm ab.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN