120 Bürger mobilisiert Initiative setzt sich für einen Kreisel in Hollage ein

Von Claudia Sarrazin


Wallenhorst. Mit solch einem Zulauf hatten die Organisatoren der Informationsveranstaltung zum Verkehrsknotenpunkt Pyer Kirchweg/Am Pingelstrang/Stüvestraße/Nasse Heide, die Initiative „pro Kreisel“ selbst nicht gerechnet. Mehr als 120 Hollager kamen am Samstagnachmittag auf das freie Grundstück Ecke Pyer Kirchweg/Stüvestraße, um ihrem Wunsch nach einem Kreisverkehr an dieser Stelle Nachdruck zu verleihen. Ebenfalls gekommen waren Bürgermeister Ulrich Belde, der Landtagsabgeordnete und Fraktionsvorsitzende der Wallenhorster CDU Clemens Lammerskitten, der SPD-Ratsherr Hubert Pohlmann sowie der Bürgermeister Kandidat Otto Steinkamp und der voraussichtliche Kandidat Stefan Düing.

„Ich bin sehr überrascht, dass so viele Bürger gekommen sind, um so für unser Anliegen zu stimmen“, berichtete Heinrich Maßbaum von der Initiative „pro Kreisel“. Danach erklärte er noch einmal, worum seine Initiative kämpft, und was Stand der Dinge ist: Im Zuge der Einrichtung des neuen Baugebietes „Wellmanns Hügel“ – im alten Sprachgebrauch als „im Zuschlag“ bekannt – hätten sich Verwaltung und Rat Gedanken gemacht, wie die Verkehrsführung auf der Kreuzung Pyer Kirchweg/Am Pingelstrang/Stüvestraße aussehen könne, so Maßbaum. Im Jahr 2012 habe daher in diesem Zusammenhang das Planungs- und Ingenieurbüro IPW dem Rat nach einer vorherigen Verkehrszählung und einer Hochrechnung des zu erwartenden Verkehrs drei Lösungen vorgeschlagen: Einen kleinen Kreisel, Kostenpunkt 650000 Euro, einen ovalen Kreisverkehr, der 750000 Euro kosten würde sowie eine rechtwinklige Kreuzung, Kostenpunkt 350000 Euro. „Die dritte Lösung wurde dann mit der Stimmenmehrheit der Kooperation beschlossen“, so Maßbaum weiter. Dabei müsse unbedingt erwähnt werden, dass die Verwaltung dem zuständigen Ausschuss und den Ratsmitgliedern empfohlen hätte: Aufgrund der immensen Kosten zum damaligen Zeitpunkt auf den Umbau des Kreuzungsbereiches zu verzichten. Außerdem riet die Verwaltung, künftige Planungen so zu gestalten, das die Umsetzung eine der Kreisverkehrvarianten möglich bliebe. Maßbaum fügte hinzu: „Beschlossen wurde aber die Variante drei 2015 in Angriff zu nehmen.“ Daraufhin sei die Initiative „pro Kreisel“ gegründet worden. „Denn die einzig sinnvolle Lösung der Verkehrssystematik an dieser Kreuzung – unter Einbeziehung der Nassen Heide – kann nur ein Kreisel sein“, so Maßbaum nachdrücklich, wofür er von seinen Zuhörern Applaus bekam.

Als weitere Argumente für den Kreisverkehr führte er auf, dass die Straße Nasse Heide mittlerweile „als Zubringer zum Baumarkt und zu den Verbrauchermärkten nach Lechtingen“ diene. Außerdem sprächen das zu erwartende Baugebiet und die „Raserei auf dem Pyer Kirchweg“ dafür. „Hat nicht Sicherheit der Bürger Vorrang vor den Kosten“, fragte er und erklärte: „Der Bürger erwartet, dass er gehört wird, und mag es gar nicht, wenn nur nach Macht und Partei-Ideologien entschieden wird.“

Nach Maßbaum nutzten auch die Politiker die Gelegenheit, sich zu äußern. Den Anfang machte Lammerskitten, der darauf hinwies, die CDU sei „immer schon der Meinung gewesen, dass nur ein Kreisverkehr eine sichere Lösung sei“. Pohlmann hingegen erklärte: „Es ist ja nicht so, dass schon ein Bauunternehmer beauftragt sei.“ Er wies darauf hin, die Initiative habe selbst einen Vorschlag für einen Kreisverkehr gemacht und versprach: „Wir werden uns das noch mal durch den Kopf gehen lassen.“ Belde wiederum sprach sich für eine „ganzheitliche Lösung“ und weitere Verkehrsmessungen aus. Außerdem sei noch nicht die Verkehrskommission befragt worden. „Wir haben uns damals von dem Vorschlag des Herrn Ramm überzeugen lassen“, erklärte Belde auf die Frage der Neuen OZ, ob er 2012 nicht auch für die Kreuzungsversion gestimmt habe. Damit bezog er sich auf die Aussage von Manfred Ramm von IPW im Jahr 2012. In seiner Analyse kam dessen Büro damals zum Fazit: Es bestehe Optimierungsbedarf, aber kein Handlungsbedarf an dieser Kreuzung in Hollage Ost. Nach dieser Untersuchung seien jedoch politische Entscheidungen getroffen, die zu mehr Verkehr führen würden, so Belde weiter. Außerdem sei die Kreuzung kein Unfallschwerpunkt.

Auch Düing und Steinkamp äußerten sich noch zum Thema, wobei Düing sich für eine schnelle Umsetzung eines Kreisverkehrs aussprach. „Ich denke, wir sollten auch die Kosten sparen, die durch weitere Messungen entstehen“, stellte er fest. Steinkamp wiederum lobte die Initiative „pro Kreisel für ihre Form der Bürgerbeteiligung. Grundsätzlich fände er die Lösung des Problems mittels Kreisel gut. „Ich glaube auch, dass ein runder Kreisverkehr besser zu befahren ist“, so Steinkamp und fügte hinzu: „Ich bin ein Stück weit bei Herrn Belde, was das Messen der Verkehrsströme angeht.“

„Ich kann nur bestätigen, was Heinrich Maßbaum gesagt hat“, erklärte anschließend Siegfried Wuftange, der Am Pingelstrang wohnt. Und Franz Butke erklärte: „Der Kreisel ist zwar die teuerste Lösung, aber alles andere bringt ja nix.“ Und Daniel Bukmaier berichtete: „Wir wohnen seit zwei Monaten am Pingelstrang, was mich derbe nervt, ist die Geschwindigkeit, die die hier fahren.“ Er sei manchmal wirklich schockiert, wie schnell die Autofahrer dort unterwegs seien. Ein Kreisel würde den Verkehr verlangsamen, meinte er und sprach sich darüber hinaus für weitere Maßnahmen wie beispielsweise eine Tempo-30-Zone aus.

„Wir sind direkt betroffen“, erklärte Hennig Schütte und ergänzte mit Blick auf die bisher zur Wahl stehenden Varianten: „Egal, ob Lösung eins oder zwei, wir befürchten, dass wir aufgrund des zu erwartenden Rückstaus nicht mehr aus der Straße Nasse Heide kämen.“ Davon abgesehen plädierten die beiden dafür, „den Kreisel weiter raus zu bauen“. Sonst würden die Autos direkt vor ihrem Wohnzimmer fahren, so Elisabeth Schütte, Anwohnerin der Nasse Heide.