Generationenkonflikt Theaterstück „Nashörner zähmen“ an der Wallenhorster Alexanderschule

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Revierkämpfe auf der Parkbank: Die junge Dakya trifft in dieser Szene auf Rentner Friedhelm, der auf „seiner Bank“ in Ruhe füttern wollte. Foto: Thomas OsterfeldRevierkämpfe auf der Parkbank: Die junge Dakya trifft in dieser Szene auf Rentner Friedhelm, der auf „seiner Bank“ in Ruhe füttern wollte. Foto: Thomas Osterfeld

Wallenhorst. In den Genuss eines besonderen Theaterstücks kamen rund 140 Schüler der siebten bis zehnten Klassen der Wallenhorster Alexanderschule. „Kafuna Kifaru Nashörner zähmen“, ein Bühnenwerk des Osnabrücker Musiktheaters Lupe, stand auf dem Stundenplan.

Zur Geschichte: Das Stück erzählte von Konflikten zwischen Generationen und Kontinenten. Eine schlichte Parkbank wurde zum Schauplatz ausgiebiger Machtkämpfe zwischen Rentner Friedhelm (Dietmar Voigt), der jugendlichen Afrikanerin Dakya (Gwenifer Marione Habbasch) und der Mittvierziger-Geschäftsfrau Gabriele (Katrin Orth). Es ging um Recht, Unrecht, Gewohnheiten sowie um Respekt.

Mit viel Witz und frechen Sprüchen traf zu Beginn des Stückes die junge Dakya auf Rentner Friedhelm, der auf „seiner Bank“ in Ruhe Tauben fütterte und die Zeit außerhalb des Seniorenheims genoss. Aber auch Dakya erhob Ansprüche auf die Bank. Mit körperlichem Einsatz ganz wie zwei bockige Nashörner rangen beide um ihre Rechte.

Mit einem Trick überlistete Friedhelm die junge Dame und verschaffte sich so ihren Respekt. „Ey Opa, Du bist ja sau cool!“, kreischte das Mädchen und schlug mit dieser Szene gekonnte die Brücke zum jungen Publikum, das sich herrlich über diese kleine Kampfeinlage und die frechen Sprüche amüsierte.

So gab es während der einstündigen Vorstellung noch weitere Kämpfe aus zu fechten, oder wie das afrikanische Sprichwort sagt: „Nashörner zu zähmen.“

Friedhelms Tochter Gabriele nahm als Dritte im Bunde Platz auf der Parkbank. Ihr verkorkstes Verhältnis zum Vater, und ihr Karrierestreben beleuchtete das eigenwillige Gespann genauso wie, die vorgetäuschte Unbeschwertheit der jungen Afrikanerin. Der Aids-Tod ihrer Mutter und die Trennung von der Großmutter in Tansania lasteten schwer auf dem Mädchen.

Besonderen Anklang beim Publikum fanden die Schauspielkünste von Opa Friedhelm. Frech und überaus humorvoll, zeitweise verbittert, setzte er sich mit den beiden Frauenzimmern auf „seiner Bank“ auseinander. „Der Opa war echt cool drauf“, sagte der 15-jährige Timo.

Dass es am Ende erfreulich ausging, weil sich alle miteinander versöhnten, gefiel den Schülern. Mit einem lautstarken Applaus bedankten sie sich. Auch Schulleiter Thomas Behning zeigte sich zufrieden. „Das Stück hat eindrucksvoll widergespiegelt, wie man generationsübergreifend miteinander umgehen kann“, sagte er und betonte: „Die Schüler nehmen sicher Anregungen mit, Dinge auch mal aus anderen Perspektiven zu sehen.“ Dies bestätigte Sarah (16). „Ich fand es interessant und hilfreich fürs Leben“, meinte sie und Julia (17) sagte: „Cool war, dass die Schauspieler zwischendurch auch gesungen haben. Das war mal was anderes.“

Finanziell unterstützte die Aufführung die Bürgerstiftung. „Gute Ideen fördern wir gerne“, sagte Vorstand Jochen Bruhn.


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