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Als Kandidat allein gegen alle Belde will noch einmal Wallenhorst regieren

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Will noch einmal Bürgermeister werden: Ulrich Belde gab am Freitag seinen Beschluss bekannt.  Foto: Gert WestdörpWill noch einmal Bürgermeister werden: Ulrich Belde gab am Freitag seinen Beschluss bekannt. Foto: Gert Westdörp

Wallenhorst. Den Rat hat er gegen sich, die Bürger will er gewinnen: Ulrich Belde möchte zum dritten Mal Bürgermeister von Wallenhorst werden. Im August wird er 58, im September wird gewählt. Dann habe er genau das richtige Alter, um das Amt bis zu seiner Pensionierung zu bekleiden, erklärte er am Freitag im Wallenhorster Rathaus.

Anders als 2000 und 2006 schlägt dem Kandidaten in diesem Jahr ein eisiger Wind ins Gesicht. Seine Parteifreunde von der SPD wollen ihn nicht mehr auf dem Chefsessel der Gemeindeverwaltung sehen, die Fraktionen von CDU, Wählergemeinschaft und Grünen noch weniger. Einig nur im Bestreben, Beldes erneute Wahl zu verhindern, suchen sie einen gemeinsamen Kandidaten. Die Stellenausschreibung erschien vor einer Woche.

Ein passender Zeitpunkt für den Bürgermeister, seinen Hut noch einmal in den Ring zu werfen. Er fühle sich ermutigt, noch einmal anzutreten, verriet Belde den vier Journalisten, die seiner Einladung gefolgt waren. Von Freunden und Familienmitgliedern, aber auch „von vielen Bürgerinnen und Bürgern“ sei er aufgefordert worden, erneut zu kandidieren.

Diesem Rat komme er gerne nach, betonte der SPD-Mann, der sich als unabhängiger Bewerber der Wahl stellen will. Das Bündnis seiner Gegner sei zerstritten und habe sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner verständigt. Mit einem klaren Profil wolle er sich als Alternative präsentieren – im Sinne der Pluralität, wie Belde hinzufügte.

Wallenhorst sei wirtschaftlich gesund, verfüge über eine gute Infrastruktur und habe gute Voraussetzungen, den „erfolgreichen Kurs fortzusetzen“. Auch die Vernetzung der Ortsteile sei gut vorangekommen, und die Haushaltssanierung mache Fortschritte. Als Bürgermeister wolle er auf diesem Weg weitermachen und die „wichtigen Projekte“ vorantreiben.

Dass es auch Probleme gibt, klammerte Belde nicht aus. Den fast schon gescheiterten Bau des Arkaden-Centers auf der Grünen Wiese will er zum Gegenstand einer Bürgerbefragung machen. Seit dem Grundsatzbeschluss für das Einkaufszentrum habe sich „einiges geändert am Käuferverhalten und am demografischen Faktor“. Nun stelle sich die Frage, ob nicht auch Wohn- oder Freizeitnutzungen in die Planung einbezogen werden sollten. Der Rat, vermerkte er in diesem Zusammenhang, lasse es bei der langfristigen Entwicklung an „Kreativität“ fehlen.

Dass er nicht auf das Vertrauen der Fraktionen setzen kann, hält Belde nicht von einer Kandidatur ab. Bürgermeister und Rat hätten die Aufgabe, zum Wohl der Gemeinde zusammenzuarbeiten, bekundete er und gab sich versöhnlich: „Ich biete dazu allen meine Hand an.“

Bleibt noch das Problem mit seiner Partei, die ihm schon lange nicht mehr gewogen ist. „Ich werde die SPD nicht verlassen“, erklärte der Bürgermeister auf Nachfrage. Eingetreten sei er vor 40 Jahren in der Ära von Willy Brandt und Helmut Schmidt. Wenn seine Parteifreunde nun mit anderen gemeinsame Sache gegen ihn machten, stimme ihn das schon „betrüblich“, verriet Belde.


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