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Hollager Mühle: Neues Sanitärgebäude eingeweiht Ratsherren zum „Anduschen“ geladen

Von Joachim Dierks

Den Schlüssel zu mehr Sauberkeit übergab Architekt Per Grunwald (Vierter von rechts) an Ratsherren, Bürgermeister und Erste Gemeinderätin, die ihn wiederum an die Betreiber Anke und Andreas Thünker (Vierte und Fünfter von links) weiterreichten. Foto: Joachim DierksDen Schlüssel zu mehr Sauberkeit übergab Architekt Per Grunwald (Vierter von rechts) an Ratsherren, Bürgermeister und Erste Gemeinderätin, die ihn wiederum an die Betreiber Anke und Andreas Thünker (Vierte und Fünfter von links) weiterreichten. Foto: Joachim Dierks

Wallenhorst. Die Fraktionsspitzen der im Rathaus vertretenen Parteien kamen ohne Handtuch und Seife. Das offizielle „Anduschen“ im fertiggestellten Badehaus der Jugendfreizeitstätte Hollager Mühle überließen sie dann doch lieber anderen, zumal die von den Herbergseltern Anke und Andreas Thünker persönlich zubereitete Serbische Bohnensuppe – ihr Dankeschön an „das Rathaus“ – bereits leckeren Duft verströmte.

Nach sechsmonatiger Bauzeit übergab Architekt Per Grunwald den symbolischen Schlüssel an Bürgermeister Ulrich Belde, der ihn sogleich an die Herbergseltern zu treuen Händen weiterreichte. Mit der Fertigstellung des Sanitärgebäudes ist der Schlussstein des umfangreichen Renovierungs- und Erweiterungsprogramms für den gemeindeeigenen Freizeit-Komplex gesetzt. „Jetzt haben wir endlich den Zustand erreicht, dass die Zeltplatzgruppen ihre eigenen Sanitärräume haben und nicht diejenigen für die Hausgäste im Mühlenturm mitnutzen müssen“, stellte Anke Thünker erleichtert fest. Auf dem 2,7 Hektar großen Waldgrundstück können bis zu 250 Jugendliche zelten.

Das neue Badehaus, mit Klinkern aus Hollager Produktion verblendet, bietet auf 150 Quadratmeter Grundfläche ansprechende Sanitärräume mit verschiedenen Energiespar-Vorrichtungen wie etwa einer Beleuchtungsschaltung über Bewegungsmelder.

Ein eigener Raum ist Gästen mit Bewegungseinschränkungen vorbehalten. Architekt Grunwald lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Bauherrn und den überwiegend ortsansässigen Handwerkern. Die geplanten Baukosten von 315000 Euro seien „nahezu als Punktlandung“ eingehalten worden. Auf die Frage des Bürgermeisters nach der tieferen Symbolik der Fliesen-Farbwahl – gelb bei den Mädchen, grün bei den Jungen – konnte Grunwald allerdings keine erschöpfende Auskunft geben. Das sei einfach nur eine Frage des persönlichen Geschmacks gewesen, seines und desjenigen der Gemeinderätin Karin Rodeheger.

Was jetzt noch fehle, sei die gärtnerische Gestaltung der Außenanlagen, sagte Grunwald. Dabei würden sich dankenswerterweise wiederum die Kolpingbrüder ehrenamtlich einbringen. In Kürze kämen dann auch Solarmodule auf das Dach des Heizungsraums, die die Holzpellets-Heizung unterstützen würden, und ein kleines Demonstrationswindrad zur Stromerzeugung auf das Badehaus. Ebenfalls noch in diesem Herbst sollen Exponate, Informationstafeln und Experimentierstationen im Außengelände und im „Kolping-Pavillon“ aufgebaut werden, um den von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Lernstandort für erneuerbare Energien zu vervollkommnen.