„Noch keine finale Entscheidung“ Geht Firma Schütte von Wallenhorst nach Bramsche?

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Wallenhorst. Einer von Wallenhorsts wichtigsten Gewerbesteuerzahlern könnte nach Bramsche abwandern. Noch sei aber „nichts final“ entschieden, betont Björn Schütte, Geschäftsführer des Sanitärgroßhändlers Franz Joseph Schütte GmbH mit Sitz an der Ringstraße. „Wir beschäftigen uns mit verschiedenen Standortkonzepten. Darunter sind Standorte in Wallenhorst und Engter.“

Auf die Frage, welchen er favorisiere, will Schütte sich mit Verweis auf die laufenden Verhandlungen nicht äußern. „In der ersten Februarhälfte hoffe ich, eine finale Entscheidung zu haben.“

Die Firma mit einem Jahresumsatz von 50 Millionen Euro und rund 50 Mitarbeitern beliefert europaweit Baumärkte, Möbelgeschäfte und auch Discounter wie Aldi und Lidl mit Bad- und Küchenarmaturen, -brausen und Co. Das Unternehmen ist in Wallenhorst groß geworden und in den vergangenen zehn Jahren stark gewachsen, so Schütte. Nach Erweiterungen 2008 und 2009 am Standort Ringstraße kamen 2010 und 2011 zwei Außenlager im Gemeindegebiet hinzu sowie ein Speditionslager außerhalb Wallenhorsts. „Das ist langfristig keine optimale Lösung“, sagt Schütte. „Es macht Sinn, diese drei Lager zusammenzubringen. Die Anforderungen unserer Kunden wachsen auch bezüglich der logistischen Leistung.“ Mittelfristig wolle er auch die Verwaltung am neuen Standort ansiedeln.

Im Dezember erst hatte der Wallenhorster Rat einmütig und ohne Diskussion den Weg für eine Fläche zwischen Huller- und Pollerweg an der Siedlung „Hof im Hagen“ in Hollage freigemacht. Das Areal war einst für die Erweiterung der Firma Kaffee Partner vorgesehen, die sich vor vier Jahren aber für Osnabrück entschied – wegen des größeren Grundstücks und der Erweiterungsmöglichkeiten an der Winkelhausen-Kaserne.

Ursprünglich hatte der Bebauungsplan am Hullerweg eine maximale Gebäudehöhe von zehn Metern vorgesehen. Für die Logistikhalle, die Schütte bauen will, hat die Gemeinde die Beschränkung auf 12,80 Meter erhöht – zum Unmut der Anlieger, die bei der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplanes zahlreiche Eingaben machten. „Dieser formelle Akt war notwendig, um das Mitspracherecht zu wahren“, betont Rechtsanwalt Heinrich Feldkamp, der die Nachbarn vertritt. Er fürchtet, dass sie „als Sündenbock vorgeschoben“ werden sollen, wenn Schütte sich für Engter entscheidet.

Zwischen der Gewerbefläche und der Siedlung steht ein kleines Wäldchen auf einer leichten Anhöhe. Aus Sicht der Gemeinde wäre dies als Abschirmung ausreichend. Die Anlieger hatten aber gewünscht, dass der Wall verbreitert und bepflanzt wird. Die Gemeinde wäre bereit, dort zusätzlich einen Wall aufzuschütten, sagt Bürgermeister Ulrich Belde. „So hätten wir da überhaupt keine Probleme gehabt“, sagt Feldkamp.

Belde betont: „Wir haben ein großes Interesse daran, die Firma Schütte hier zu halten.“ Politik, Verwaltung und auch die Mittelstandsvereinigung hätten sehr gut dafür zusammengearbeitet. Das bestätigt auch Schütte. „Ich werde mich weiter dafür stark machen“, betont Belde.

Das Areal am Huller Weg sei von der Größe die absolute Untergrenze, habe aber einen guten Zuschnitt, so Schütte. Im neuen Gewerbegebiet an der Vördener Straße in Engter könnte er 20 Meter hoch bauen, dafür wäre das Areal länglicher. Zu den Flächenpreisen will Schütte sich nicht äußern, doch ist Bramsche bekanntermaßen günstiger als Wallenhorst. „Wir haben hier ein relativ hohes Preisniveau aufgrund der Stadtrandlage“, räumt Belde ein. „Daher haben wir dem Unternehmen Schütte aber eine Wirtschaftsförderung angeboten.“ Schütte: „Für mich ist das nicht das primäre Kriterium.“ Das Konzept müsse passen, sprich Größe, Lage, Entwicklungsmöglichkeiten.


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