„Singt so, dass das Kind in der Krippe nicht aufwacht“ Ruller Johannes-Chor beim Proben

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Wallenhorst. In vielen Gemeinden proben die Chöre zurzeit ihre Auftritte für die Weihnachtsgottesdienste. So auch in der St. Johannes-Gemeinde Rulle. Martin Tigges, Kirchenmusikdirektor im Bistum Osnabrück, übt im Johanneshaus gleich mit zwei Chören, dem Johannes-Chor, der am ersten Weihnachtstag singt, und dem Mini-Chor, einem Kinderchor, der am Heiligen Abend bei der Krippenfeier auftritt.

Den Johannes-Chor gibt es seit fast zehn Jahren“. Mit zwölf Sängerinnen und Sängern hat er angefangen, heute treffen sich jeden Mittwochabend rund 50 Frauen und Männer. „Mit der Probe haben wir erst im November begonnen, denn davor haben wir uns auf das gemeinsame Konzert mit dem polnischen Chor aus unserer Partnergemeinde Stawiguda-Bartag vorbereitet, sagt Tigges. Während des Jahres habe er aber immer mal Lieder für den Weihnachtsgottesdienst einfließen lassen, so dass jetzt nur noch an Feinheiten gearbeitet werde.

Während der Proben geht es hoch konzentriert, aber auch sehr fröhlich und humorvoll zu. Nachdem der Chor mehrstimmig das „Kyrie eleison“ gesungen hat, sagt der Kirchenmusikdirektor: „Das sind 70 Prozent, ich höre noch nicht, dass euch das Stück gefällt.“ Nach einer Wiederholung ist er dann aber zufrieden. „Ihr habt gut artikuliert.“

Beim Lied „In dulci jubilo“, für das Tigges selbst eine neue Melodie komponiert hat – „sie wird Weihnachten das Licht der Welt erblicken“ – begleitet der Kirchenmusiker den Chor am Klavier. Kleine Korrekturen in den einzelnen Stimmlagen singt er vor und lässt Sopran, Alt, Tenor oder Bass noch einmal alleine singen. „Singt so, dass das Kind in der Krippe nicht aufwacht, singt leiser und gefühlvoller“, wendet er sich mit einem Schmunzeln an die Bass-Sänger.

„Die Vorbereitungen für Weihnachten sind nicht so aufwendig, denn es werden die charakteristischen Lieder gesungen“, vermerkt der 44-Jährige. Für die acht bis neun Auftritte pro Jahr bei Konzerten oder Gottesdiensten sei es jedoch anders. „Da fahren wir zum Üben auch schon mal ein Wochenende in eine Jugendherberge an den Alfsee“, berichtet Tigges.

„Bei Herrn Tigges zu singen, ist eine musikalische Herausforderung“, sagt Rolf Hülsmann. Der 76-Jährige hat schon als Siebenjähriger im Domchor gesungen. „Singen hält jung und gesund und wir haben einen tollen Chorleiter.“

Das findet auch der sechsjährige Johannes, der bereits zum zweiten Mal beim Mini-Chor dabei ist: „Es macht Spaß mit Martin.“ Der Kinderchor ist ein Projekt, in dem vier- bis neunjährige Kita- und Schulkinder im Oktober beginnen, für die Krippenfeier am Heiligen Abend zu proben. „35 kleine Sängerinnen und Sänger üben alte und neue Weihnachtslieder, mit denen wir das Krippenspiel, das von den Erzieherinnen der beiden Kindergärten eingeübt wird, musikalisch umrahmen“, erklärt Tigges.

Die Instrumentalbegleitung werde komplett von den Eltern übernommen. Sieben Lieder stehen auf dem Programm, einige davon werden gemeinsam mit der Gemeinde gesungen. „Alle Kinder bis zur 2. Klasse singen, die Drittklässler dürfen auch als Schauspieler auftreten.“

Zur Probe hat Tigges kleine Holzfiguren mitgebracht und in die Mitte des Raumes gestellt. „Das sind Josef und Maria“, erklärt er. Die kleinen Sänger sitzen auf Stühlen im Kreis und mit jedem Lied dürfen die Kinder weitere Figuren wie die Hirten, die Heiligen drei Könige und den Stall mit der Krippe dazustellen. Zum Abschluss singt der Mini-Chor mit großer Begeisterung sein Lieblingslied „Ihr Kinderlein kommet“. Und da ist er wirklich zu hören, der jubelnde Engelein Chor.


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