Erinnerung an den Widerstand Hollage setzt Pastor Boecker ein Denkmal

Von Jessica von den Benken

Von 1936 bis zu seinem Tod 1941 war Aloys Boecker Pastor der katholischen Kirchengemeinde St. Josef. Foto: privatVon 1936 bis zu seinem Tod 1941 war Aloys Boecker Pastor der katholischen Kirchengemeinde St. Josef. Foto: privat

Wallenhorst. Der Wallenhorster Ortsteil Hollage wird um eine Sehenswürdigkeit reicher. Auf Anregung aus Bürgerschaft entschloss sich der Verein „Heimathaus Hollager Hof“, ein Denkmal für Pastor Aloys Boecker zu errichten. Diesem Vorhaben stimmte der Ratsausschuss für Kultur, Sport, Vereine und Bürgerengagement in seiner jüngsten Sitzung einstimmig zu. Das Denkmal wird auf Gemeindegrund an der Südseite der Friedhofskapelle Hollage seinen Platz finden.

Pastor Boecker war von 1936 bis zu seinem Tod 1941 geistliches Oberhaupt der katholischen Kirchengemeinde St. Josef. Aus seiner Abneigung gegen das NS-Regime habe er in dieser Zeit nie einen Hehl gemacht, erklärt Franz Josef Landwehr, Vorstandsmitglied des Heimathauses. Boecker sei ein entschiedener Gegner der Nazis gewesen und habe diese Haltung auch im geschlossenen Kirchenraum wortgewandt zum Ausdruck gebracht. Vielen Hollagern habe er dabei aus der Seele gesprochen.

Trotzdem sei er immer in Gefahr gewesen, von Spitzeln des Regimes verraten zu werden. Ein durch ihn aktiv gestaltetes Gemeindeleben sei sein Mittel gewesen, die Menschen davor zu bewahren, der NS-Propaganda nachzugeben. Auf Boeckers Engagement fallen unter anderem die Betonkreuze im Eingangsbereich des alten Hollager Friedhofs sowie den bis heute zu sehenden Holzkorpus des Friedhofkreuzes zurück. Zur damaligen Zeit ein fast undenkbares Unterfangen, denn der NS-Staat verbannte christliche Symbole aus dem Alltag mit dem Ziel, sie gegen nationalsozialistische Zeichen auszutauschen. Pastor Boecker habe sich davon jedoch nicht abschrecken lassen.

„Wir möchten das Denkmal, das an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus erinnern soll, bis Mitte 2014 errichten“, sagt Josef Pott, Vorstand des Vereins Heimathaus Hollager Hof. Die Herstellungskosten für die Natursteinfigur mit einer Höhe von circa 1,50 Metern plus Sockel werden sich auf etwa 10000 Euro belaufen, erklärt er und betont: „Wir finanzieren das Projekt selbstständig und sind dabei auf die Mitwirkung unserer Bürger angewiesen. Daher freuen wir uns über jede Spende.“ Weitere Informationen sind unter Telefon 05407/5735 erhältlich.