Fenster zur Weihnachtsgeschichte Krippenausstellung im Ruller Haus mit Klavierkonzert eröffnet


Wallenhorst. Fast wie im Märchen sieht es aus, wenn man im Dunkeln am Ruller Haus vorbeischlendert. Derzeit erstrahlen die Fenster der Kultur- und Begegnungsstätte in festlichem Glanz. Geschmückt mit Krippenfiguren des westfälischen Künstlers Alex Furtmann, laden sie zum Verweilen ein. Von der Verkündigung bis zur Ankunft der Heiligen Drei Könige wird in sieben Fenster die Weihnachtsgeschichte erzählt.

Mittlerweile gelebte Tradition im Ruller Haus ist das Zusammenspiel zwischen Krippenkunst und Musik. Anlässlich der diesjährigen Eröffnung der Krippenausstellung am Samstagabend gab die Pianistin Leonore Gäbel ein Klavierkonzert. Mit Werken von Johann Sebastian Bach, Arnold Schönberg und Franz Schubert begeisterte die junge Künstlerin ihr Publikum. Besonders die eigenwilligen Stücken Schönbergs fanden großen Anklang. „Ich bin positiv überrascht“, sagte Monika Anders-Hörnschemeyer, „die Stücke von Schönberg waren anspruchsvoll und sehr anregend.“ Auch Thomas Leuschner, Ansprechpartner für klassische Musik im Ruller Haus und Gäbels ehemaliger Klavierlehrer, zeigte sich begeistert. Er hob besonders die feinen eigenen Nuancen Gäbels während des Spiels der Stücke von Johann Sebastian Bach lobend hervor.

Zur Ausstellung: Die Krippe von Künstler Furtmann aus Bocholt umfasst in Summe zwölf Szenen aus dem Leben Jesu – von der Verkündigung bis zur Flucht nach Ägypten. Aus Platzgründen seien im Ruller Haus aber nur neun Szenen der biblischen Botschaft zu sehen, erklärte Anja Schöne, stellvertretende Museumsleiterin am Westfälischen Museum für religiöse Kultur (RELIGIO). Sie führte in die Krippenausstellung ein, sprach über den Künstler und stellte die verschiedenen Szenen vor. „Die hier ausgestellte Krippe ist so schlicht wie beeindruckend“, hob sie hervor und erklärte: „Die Körper von Mensch und Tier sind aus alten Vierkanthölzern gefertigt.“ Mit kleinen Stückchen von Kupferrohren seien die Körper mit den Standflächen und mit den aus rot gebranntem Ton modellierten Köpfen verbunden. „Sehr reduzierte und treffend ausgesuchte Details machen den künstlerischen Wert der Krippe aus“, erklärte die Fachfrau. Der Krippenkünstler selbst mischte sich während der Veranstaltung auf sympathische Art unter die Gäste. Auf die Frage, welche der neuen ausgestellten Krippenszenen ihm am besten gefalle, antwortete er prompt: „Alle, ich liebe sie alle.“ An jeder einzelnen Figur habe er intensiv gearbeitet, und daher hätten alle für ihn den gleichen Wert. Begeistert zeigte er sich von der Art der Präsentation seiner Stücke. „Die Ausstellung in den beleuchteten Fenstern ist wunderschön, da wirken die Figuren fast lebendig“, sagte Furtmann. Auch bei den Gästen fand die Ausstellung Anklang. So meinte Helmut-Rainer Heinrichs: „Es gefällt mir gut. Ich bin angenehm überrascht über die sparsame Konstruktion, die stark ist im Ausdruck.“ Die Krippenausstellung ist bis zum 6. Januar im Ruller Haus zu sehen.


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