Absurde Motive Ausstellung „Make Mistakes“ im Ruller Haus

Von Hendrik Steinkuhl

Christian Roth und Dave the Chimp. zeigen ihre Fotos und bilder im Ruller Haus. Foto: Egmont SeilerChristian Roth und Dave the Chimp. zeigen ihre Fotos und bilder im Ruller Haus. Foto: Egmont Seiler

Wallenhorst.Unter dem Namen „Make Mistakes“ zeigt das Ruller Haus in Wallenhorst seit Samstag Bilder und Fotos von Christian Roth und Dave the Chimp.

Bohnenmännchen, Werbung für Beißringe und der Sekt trinkende Ferris MC: Die Bilder und Fotos von Christian Roth und Dave the Chimp sind wie eine große Fundgrube von Alltags Absurditäten. Das Ruller Haus zeigt seit Samstag Werke der beiden Künstler.

Christian Roth ist viel in der Welt herumgekommen, und immer hat er seine Kamera dabei. „Meine Fotografie ist wie ein Tagebuch“, sagt der Künstler aus Gießen. Einige seiner fotografischen Tagebuch-Einträge hängen nun bis Ende November im Ruller Haus. Skurriles Highlight der Sammlung ist ein Bild, das Roth aus einem polnischen Hochhaus geschossen. Auf einem Parkplatz liegt ein Mann unter einem Auto, um es zu reparieren. Auf dem Foto aber wirkt es, als wäre er überfahren worden. Daneben steht ein anderer Mann, völlig desinteressiert. „Das war so absurd...“, sagt Roth. Zwischen die Unbekannten mischen sich auch wie selbstverständlich Fotos von Prominenten. Da sieht man die junge Franka Potente mit herausgestreckter Zunge sitzend an einem Tisch, den sie dem Anschein nach ablecken will. Ein paar Fotos weiter zeigt sich Rapper Ferris MC beim Sekttrinken in einem chaotischen Hotelzimmer.

Wie sein Kollege Dave the Chimp ist Christian Roth Skateboarder, und so betont unkonventionell wie sein Hobby sind auch seine Bilder. „Ich bin in der Skateboard-Welt aufgewachsen, da quatscht einem keiner rein und sagt, das ist gut oder schlecht.“

Roths Kollege Dave the Chimp geht genau so entspannt an seine Kunst. Häufig bearbeitet er Fotos von Christian Roth mit seinen Zeichnungen, doch die seien eigentlich zweitrangig. „Ich finde die Fotos großartig und möchte die Leute davon gar nicht ablenken und mich in den Vordergrund drängen.“ Der englische Zeichner, der seit vielen Jahren in Berlin lebt, hat sich in der Streetart der Hauptstadt als eigene Marke etabliert. Seine Männchen, die wie eine Bohne aussehen, schmücken viele Ecken der Stadt. Im Ruller Haus verriet Dave the Chimp auch, wie man als Straßenkünstler unbehelligt arbeiten könne. Statt mit Graffiti-Dosen und Kapuzenpulli loszuziehen, arbeitet er mit Pinsel und Kittel. „Die Leute denken dann, man wäre bei der Arbeit. Der Kittel macht einen im Grunde unsichtbar.“

Einmal habe ihn nachts um drei eine Polizei-Streife dabei erwischt, wie er in Gelb und Rot Buchstaben an eine Wand malte. Als ihn die Polizisten gefragt hätten, was er da mache, sagte der Künstler, er würde an einer Werbekampagne für McDonald’s arbeiten. „Da sagten die Polizisten ‚Okay‘ und sind einfach weitergefahren.“

Wer die Ausstellung der beiden Künstler sehen möchte, hat dafür an den Öffnungstagen des Ruller Hauses bis zu 24. November die Gelegenheit. Schulklassen sind herzlich eingeladen, auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten Führungen zu vereinbaren. Ansprechpartner ist Elisabeth Lumme, Telefon: 0171-9585965.