Ein Viertel Gemeindeterrain Der Piesberg ist auch ein Stück Wallenhorst

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Wallenhorst. Wer an den Piesberg denkt, verbindet ihn in der Regel mit der Stadt Osnabrück. Dabei liegt er zu etwa einem Viertel auf Wallenhorster Terrain – auch wenn die Flächen überwiegend in Besitz der Stadt sind.

Warum das wichtig ist? Die Stadt plant eine Verlängerung der beliebten Feldbahn bis nach Lechtingen. Eine finanzielle Beteiligung daran wird Thema im Wallenhorster Ausschuss für nachhaltige Gemeindeentwicklung am Dienstag sein. Grund genug für eine Jeep-Tour über das geschichtsträchtige Gelände.

Nach fünf Minuten ist der Wagen reif für die Waschanlage. Links und rechts der Scheiben spritzt der Schlamm meterhoch in die Höhe – und Detlef Gerdts vom Fachbereich Umwelt und Klimaschutz der Stadt Osnabrück hat sichtlich Spaß am Steuer des Geländewagens.

Von der neuen Brecheranlage aus geht die rasante Fahrt hinunter in Millionen Jahre Erdgeschichte. In den kommenden zehn Jahren soll der Canyon irgendwann einmal auch für Besucher begehbar sein. Solange die Firma Cemex hier aber noch das Gestein abbaut, ist die Fahrt nur mit Sondergenehmigung möglich. In 70 Meter Tiefe lenkt Gerdts den Wagen auf einigermaßen trockenen Boden. „Wir stehen hier jetzt auf einer 300 Millionen Jahre alten Erdschicht“, sagt Josef Thöle. Der Osnabrücker Ratsvorsitzende (CDU) engagiert sich seit Jahren mit großer Leidenschaft für den Kultur- und Landschaftspark Piesberg – zusammen mit dem Stadtgeologen Gerdts und seinem Kollegen Karl-Heinz Uthmann.

Während ein Cemex-Bagger tonnenweise Gestein bewegt, deuten die drei Herren hoch auf die Aussichtsplattform am Wasserhochbehälter am Ostrand des Steinbruchs. „Damit fing 1992 alles an“, sagt Thöle und meint den Rundwanderweg. Was nur wenige wissen: Auch diese Aussichtsplattform liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Wallenhorst, erreichbar über den Grubenweg in Lechtingen. Der Rundwanderweg führt zudem zur Plattform „Nordblick, ebenfalls auf Wallenhorster Gebiet. Beide sind zwar nicht so spektakulär wie die Felsrippe am Südstieg mit ihrer weithin sichtbaren roten Aussichtsplattform – doch ein Erlebnis ist der Ausblick von allen Punkten aus.

Ein Berg in Bewegung

Glück hat, wer eine Sprengung miterlebt. Mehrmals ertönt laut ein Warnsignal, dann knallt es. Die Erschütterung ist sogar auf der Aussichtsplattform zu spüren. „Früher sind die Steinbrocken manchmal bis auf den Fürstenauer Weg geflogen“, erinnert sich der Pyer Thöle. Der Piesberg ist seit Jahren in Bewegung. Das Gestein und die Erde, die von Cemex nicht verwertet werden, türmen sich an anderer Stelle auf. Und die Bereiche, wo Ruhe einkehrt, nimmt die Tier- und Pflanzenwelt in Beschlag. Schilf und Kröten in den Tümpeln, Rehe zwischen den Erdhügeln.

Zum Grubenweg soll die Feldbahn nun verlängert werden. Bislang führt sie nur vom Haseschacht bis zum Südstieg. Für 1,2 Millionen Euro soll die Strecke in entgegengesetzter Richtung teils entlang des Fürstenauer Weges vorbei am Stüveschacht Richtung Grubenweg verlaufen. Von dort aus ist es wiederum nicht weit zum Arboretum, der verwunschen wirkenden Baum-Ansammlung mit ihrem hochhaushohen Mammutbaum.

Auf etwa 75000 Euro hatte Gerdts den erwünschten Beitrag der Gemeinde zur Feldbahnverlängerung im September beziffert. Die Wallenhorster Verwaltung schlägt eine Beteiligung in Höhe von 50000 Euro vor. Diskutieren wird der Ratsausschuss öffentlich am Dienstag, 29. Oktober, ab 17.30 Uhr im Wallenhorster Ratssaal.


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