250 Zuschauer beim Konzert Mittelalter-Szene rockt Lechtinger Mühlengarten

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Wallenhorst. Drei Bands der Mittelalter-Szene rockten in diesem Jahr die Fans im Mühlengarten in Lechtingen. Nach der Premiere im vergangenen Jahr hatte der Lechtinger Mühlenverein zum zweiten Mal auf die Karte dieses Genres der Rock-Musik gesetzt und zog rund 250 Zuschauer an.

Liedtexte von rauen Kerlen und schönen Frauen, pfeifende Dudelsäcke, rockige Rhythmen und fantasievolle Kostüme – das alles war ganz nach dem Geschmack des Publikums. Nicht wenige der Zuschauer hatten sich ebenfalls in mittelalterliche Gewandung, oder was man dafür hält, gekleidet und eiferten damit den Musikern auf der Bühne nach. So wimmelte es im Schatten des Galerieholländers in Lechtingen von Piraten und Piratenbräuten, orientalischen Tänzerinnen und sächsischen Kriegern mit abenteuerlichen Tätowierungen.

Bereits der Gig von „Mr. Hurley und die Pulveraffen“ brachte das bunte Volk in Wallung. Ihren Sound definieren die drei Brüder Erichsen treffend als Grog’n’Roll und so klingt er auch: eine unterhaltsame und abräumende Mischung aus Shantys, Irish Folk, Evergreens und Calypso-Inselmusik. Die Osnabrücker Freibeuter konnten wegen ihrer deftigen Texte und ihres flotten Sounds gefallen. Ende des Monats werden sie sich dem Publikum beim Open-Air in Wacken stellen.

„Harpyie“ aus Ostwestfalen präsentierten harten Mittelalter-Rock. Titel wie „Lunas Traum“, „Antarktika“ oder „Niemand Meer“ besaßen eine ausgefeilte Choreografie und zündeten Stufe 2 der Sound-Rakete im Mühlengarten. Sänger Aellos raue Stimme, häufig im Duett mit Mechthilds phrasierendem Violinenspiel, peitschte die Stücke nach vorn, immer untermalt von Ullrichsteins melodiösem Dudelsackspiel. Die Headbanger vor der Bühne standen mehrfach am Rand der Gehirnerschütterung.

„Es ist herrlich, dass die Leute hier so viel Spaß haben“, freute sich Jutta Albers vom Mühlenverein. Sie hatte die Fäden der zweiten Veranstaltung dieser Art an der Lechtinger Mühle in der Hand und war zufrieden, einen solchen Widerhall beim Publikum zu finden. Im vergangenen Jahr war die Premiere gefeiert worden, „mehr eine Gartenparty“, wie sie erklärte. Vielleicht wächst sich das Ganze ja in den kommen Jahren zu einem richtigen mittelalterlichen Fantasiespektakel aus.

Den Abschluss des Konzerts bildete der Auftritt von „Metusa“, einer Band aus dem Schwäbischen. Sie ist, wie Albers offenbarte, der eigentliche Ideengeber des Mühlengartenkonzerts. „Wir kennen uns persönlich und eines Tages meinte Anja (die Flötenspielerin der Gruppe), hier müsste man doch toll Musik machen können“. „Metusa“ kann eine ganze Menge und begeisterte die Zuschauer mit einem interessant-gemischtem Rock- und Akustikprogramm. Erst lange nach dem Sonnenuntergang gingen auf der Bühne die Lichter aus und ließen ein zufriedenes Publikum zurück.


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