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Ehemalige trafen sich Hollage: Das Stille Örtchen hieß „Mittelschule“

<em>Vor der längst</em> modernisierten Hollager Volksschule trafen sich die ehemaligen Schülerinnen und Schüler des Entlassungs-Jahrgangs 1947. Foto: Ursula HoltgreweVor der längst modernisierten Hollager Volksschule trafen sich die ehemaligen Schülerinnen und Schüler des Entlassungs-Jahrgangs 1947. Foto: Ursula Holtgrewe

Wallenhorst. „Die schönste Rodelbahn war vom Wald hinter der Schule bis direkt vor die Tür der Gaststätte Strößner“, schwärmt Alois Menkhaus noch heute.

Daran können sich alle Hollager Volksschüler gut erinnern; auch diejenigen, die sich 65 Jahre nach Schulende bei Strößner zum Frühstück trafen – mit Pater Wolfgang Weiß, der eigens aus Rom anreiste.

Vorher feierten die Ehemaligen einen Gottesdienst in der Kapelle des Seniorenheims St. Raphael. Den hielt der ehemalige Mitschüler Wolfgang Weiß, der vor 62 Jahren der Ordensgemeinschaft der Pallottiner beitrat. In diesem Jahr feiert er sein goldenes Priesterjubiläum. Nach wie vor sind die profunden Kenntnisse des Ordensbruders in vielen Bereichen gefragt, und zwar in Rom.

Er und Norbert Scholz kamen im Jahr 1946 in die selbstständige Gemeinde Hollage und absolvierten das achte und letzte Schuljahr in der katholischen Volksschule. Da stand schon der Neubau. Noch heute ist an den Regenrohren seitlich des Eingangs zu erkennen, wie schmal das Gebäude damals war.

Über die alte Schule mit nur drei Räumen und großen Bulleröfen am Standort des später weiteren Neubaus, der Erich-Kästner-Schule, dichtete Alois Menkhaus für den Seniorenkarneval vor Jahren: „Drin saßen früher auch schon uns’re Eltern, beim alten Egbers und zu Kaisers Zeit.“

„Zwischen beiden Häusern standen Plumpsklosetts, rechts für Mädchen, links für Jungen“, erinnerte sich Menkhaus und, dass die stillen Örtchen „Mittelschule“ hießen.

In den Kriegsjahren fiel häufig die Schule aus. Wie anderswo auch, sammelten die Hollager Volksschüler Kräuter, gingen mit Holzschuhen zum Lernen aus der Barlage und von Hollage-Ost. Seinerzeit saßen die Schüler in Tisch-Bank-Einheiten, jüngere zu viert, die älteren zu zweit. Tintenfässer standen auf den Pulten.

„Sport machten wir im Benkenbusch. Dahin sind wir durch den Wald oberhalb der Schule gegangen“, beschrieb Menkhaus, wie sie die Anlage des heutigen Sportparks einst erreichten.

Viele weitere Erinnerungen wurden bei den jung gebliebenen Schulabgängern wach, wie die Klassenfahrt zum 50-Jährigen zum „Römer“ Pater Weiß in der Ewigen Stadt.

Sie freuen sich schon, denn auch das Treffen zum 70-Jährigen wird Alois Menkhaus vorbereiten, denn er macht das gern.


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