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Ulrike Gärtner verlässt nach 15 Jahren den Wallenhorster Rat Begeisterte Kommunalpolitikerin geht

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Verabschiedet sich aus dem Wallenhorster Rat: Ulrike Gärtner. Foto: privatVerabschiedet sich aus dem Wallenhorster Rat: Ulrike Gärtner. Foto: privat

Wallenhorst. Standhaftigkeit nennt Ulrike Gärtner als herausragende Charaktereigenschaft. Neuen und besseren Argumenten dürfe man sich nie verschließen, keine Frage. Aber ein klarer Kurs sei wichtige Qualität –diese Maxime gelte im wahren Leben und erst recht in der Politik, meint sie. Von der Arbeit auf kommunaler Ebene verabschiedet sich die SPD-Frau jetzt nach 15 Jahren im Wallenhorster Rat.

Das Ende der politischen Karriere wählte sie aus freien Stücken. Bei der jüngsten Wahl kandidierte Gärtner nicht mehr. Wie das so ist, gibt es für einen solchen Entschluss nicht den einen Grund, sondern eine ganze Reihe. Zunächst einmal: „Ich wollte wieder etwas Neues machen.“ Das ist zum Beispiel ein weiteres Ehrenamt im Golfclub Ankum.

Sie sei „begeisterte Kommunalpolitikerin“ gewesen, schickt Ulrike Gärtner vorweg, ehe sie weitere Gründe für den Ausstieg anspricht und dabei die Worte sorgfältig abwägt: „Die letzten fünf Jahre waren schwierig hier in Wallenhorst. Gerade die Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister, der ja eigentlich ein SPD-Bürgermeister ist, war für mich gar nicht mehr möglich.“ Die Arbeit mit ihren Kollegen aus der SPD-Fraktion, speziell mit Sprecher Guido Pott, das habe sie immer genossen.

Noch ein Grund für den Abschied aus der Politik: „Ich will für einige Themen nicht mehr die Verantwortung übernehmen“, sagt Ulrike Gärtner und meint besonders die Entwicklung des Wallenhorster Zentrums. Standhaft ist sie geblieben, seit Jahren: Das Konzept des Hamburger Projektentwicklers Arne Hopmann mit seinem Arkaden-Center hält die SPD-Politikerin für rundweg falsch. Viel zu groß, das passe nicht nach Wallenhorst, bringt sie ihre Bedenken auf eine einfache Formel. Kleine Geschäfte, Wohnungen, Restaurants, Cafés: Aus diesen Bausteinen müsse ein zukunftsweisendes Zentrum auf der Grünen Wiese gebaut werden. Die Mehrheit des Gemeinderates und auch der SPD-Fraktion favorisiert zum Bedauern Gärtners das Hopmann-Konzept.

Ein weiteres Argument, der Politik den Rücken zu kehren, sind für die Wallenhorsterin mit Wurzeln in Hannover die zahlreichen weiteren Ämter: Neben dem genannten Posten im Vorstand des Golfclubs sind da noch der Bürgerverein Wallenhorst (Gärtner: „Eine echte Herzensangelegenheit“), die Arbeit als Schöffin am Jugendgericht sowie als Schiedsfrau in Wallenhorst und natürlich das Golfspielen. Ein neues ehrenamtliches Engagement deutet sich an, sei aber noch nicht spruchreif.

Also eine Menge guter Gründe für Ulrike Gärtner, der Kommunalpolitik Adieu zu sagen. Das macht sie mit einem lachenden Auge der Vorfreude auf Neues und einem weinenden angesichts vieler positiver Erinnerungen.


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