Pott liest in Hollage Besonderer Vorlesetag an Grundschulen

Begeistert waren die Kinder der Wallenhorster Erich-Kästner-Schule von den Geschichte, die Landtagsabgeordneter Guido Pott am Vorlesetag für sie las. Foto: Jessica von den BenkenBegeistert waren die Kinder der Wallenhorster Erich-Kästner-Schule von den Geschichte, die Landtagsabgeordneter Guido Pott am Vorlesetag für sie las. Foto: Jessica von den Benken

Wallenhorst/Belm/Bissendorf. "Lesen ist toll", findet die sechsjährige Emma. Sie ist Erstklässlerin an der Erich-Kästner-Schule und hat jetzt zum ersten Mal gemeinsam mit ihren Klassenkameraden am bundesweiten Vorlesetag teilgenommen an dem an allen Wallenhorster Schulen etwas Besonderes stattgefunden hat.

An der Erich-Kästner-Schule war Landtagsabgeordneter Guido Pott als Vorleser zu Gast. An der Grundschule, die er schon selber als Kind besuchte, lass er Erstklässlern und Kindern aus dem umliegenden Kindergärten aus dem Kinderbuch "Wir sind nachher wieder da, wir müssen kurz nach Afrika" von Oliver Scherz vor. Mucksmäuschen still waren die Kleinen während Pott von den Abenteuern des kleinen Joshuas und seiner Schwester erzählte. 

Neugierig, wie die Geschichte weitergeht, die Landtagsabgeordneter Guido Pott ihnen vorgelesen hat, sind die Schüler der Wallenhorster Erich-Kästner-Schule. Foto: Jessica von den Benken

"Meine Eltern haben mir früher jeden Abend etwas vorgelesen", erinnert sich Pott, " damit haben sie mich schon früh für Bücher begeistert." Er finde es sehr wichtig, dass Kindern vorgelesen werde. Damit eröffne man ihnen den Zugang zu verschiedenen Welten, unterstützt die Entwicklung von persönlicher Empathie und lege den Grundstein für eine erfolgreiche Schullaufbahn.

Vorlesen fördert die Lesekompetenz

"Vorlesen fördert die Lesekompetenz, macht Lust auf Lesen und fördert die Fantasie", weiß auch Schulleiterin Anne Stüken. Sie stellt dabei besonders die wichtige Vorbildfunktion der Eltern heraus. "Nur Eltern die lesen, also auch vorlesen, werden an Büchern und am Lesen interessierte Kinder haben", sagt sie. Sie merke in der Schule sehr wohl, welches Kind im Elternhaus mit Büchern in Kontakt komme und in welchen Elternhäusern vorgelesen werde." Diese Kinder haben in der Regel einen Vorteil in der Schule", weiß die Rektorin und erklärt: " Wenn Kinder nicht richtig lesen können, dann werden sie auch nicht erfolgreich lernen können." 

Förderung in jedem Schulfach

Daher habe das Lesen an ihrer Schule eine sehr große Bedeutung und in jedem Fach finde die Förderung dieser Kompetenz statt. "Wir haben ein verbindliches Lesecurriculum für unsere Schule erstellt und sind damit erfolgreich", sagt sie. Dies habe sich beim letzten Durchgang der Vera-Vergleichsarbeiten gezeigt, bei der die Drittklässler der Erich-Kästner-Schule im Bereich "Lesen"  deutlich über dem Landesdurchschnitt lagen. Das spricht für den Erfolg unseres Konzeptes", freut sich Stüken. Zur Erklärung: An Vera-Vergleichsarbeiten nehmen Schulen aus allen 16 Bundesländern teil. Ziel ist es, den Leistungsstand von Schülern in den Hauptfächern Deutsch und Mathematik, teilweise auch in Englisch und Französisch, zu ermittelt und bezogen auf die von der Kultusministerkonferenz verabschiedeten Bildungsstandards zu vergleichen.

Gespannt lauschten die Kinder Guido Potts Geschichte. Foto: Jessica von den Benken

Grundschulen im Zeichen des Buches

Auch an den anderen Wallenhorster Grundschulen ist Leseförderung ein zentrales Thema. So stand auch dort der Vorlesetag ganz im Zeichen des Buches. In den Klassen der Johannisschule in Hollage-Ost lasen Väter und Großväter aus unterschiedlichen Kinderbüchern vor. An der St.Bernhard-Schule in Rulle haben Viertklässler für Zweitklässler und Dritt- für Erstklässler gelesen. Um den kleinen Prinzen von Martin Lutterbüse drehte sich der Tag an der  Katharinaschule in Wallenhorst. "Unsere Schüler werden am Katharinatag ein Orgelkonzert von Martin Tigges zum Text von Martin Lütterbüse erleben", erklärt Schulleiter Stefan Nawrath. Dieses besondere Ereignis habe man deshalb am Vorlesetag vorbereitet.

4 ½ Freunde und Guido Halfter

Auch in Bissendorf gab es besondere Aktionen zum Vorlesetag. So las der Bissendorfer Bürgermeister Guido Halfter beispielsweise aus dem Buch „4 ½ Freunde und der Schrei aus dem Lehrerzimmer“ von Joachim Friedrich vor. Halfter entschied sich, die Geschichte von vorne an vorzulesen: „Denn die Kinder kannten das Buch nicht. Und wenn es ihnen gefällt, dann können sie selbst weiterlesen oder sich vorlesen lassen.“ Am Ende mussten die Lehrer den Bürgermeister stoppen. „Die anderen Lesepaten waren schon fertig, und mir wurde gesagt, die Kinder hätten jetzt Pause und müssten Mittagessen“, berichtete Halfter.

Vorleser wie du und ich

Die Belmer Grundschule machte zum zweiten Mal alles etwas anders als andere Schulen: Vorgelesen wurde den ganzen Vormittag lang – aber nicht von prominenten Besuchern. Die Kinder konnten sich aussuchen, welche Geschichte sie hören wollten. Pro Buch traf sich dann eine kleine Gruppe Schüler aus verschiedenen Klassen. „So durchmischen sich die Schüler und lernen jeweils andere Mitschüler kennen. Und auch die Lehrer haben es mal mit anderen Kindern zu tun“, berichtete Lehrerin Farina Farwick.

Paul in Belm liest vor. Foto: Claudia Sarrazin

Unter den Viertklässlern fand in Belm auch ein Vorlesewettbewerb statt. In der Jury saßen die beiden Schülersprecher Maira (10) und Nikita (10) sowie der Schuldirektor Christian Röhnisch und der Hausmeister Burkhard Dierks. Als Gast vervollständigte der stellvertretende Belmer Bürgermeister Bernhard Strootmann das Gremium. 

Schulleiter, Vize-Bürger- und Hausmeister in der Jury. Foto: Claudia Sarrazin

Power Kinder unterwegs

Die Grundschule Powe setzte das Motto „Bewegtes Leben“ beim Vorlesetag in allen Jahrgängen unterschiedlich um. Die Schüler der dritten und vierten Klassen beispielsweise verließen das Schulgebäude. In Klassengemeinschaften liefen sie verschiedene Stationen mit Vorlesern in Belm an. Dazu zählten das Rathaus, die Bücherstube der evangelischen Kirchengemeinde und der Meyerhof. 


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