KDFB und kfd an der Hollager Mühle Mehr Geschlechtergerechtigkeit und reales Leben in der Kirche

Rund 50 Besucher nahmen unter freiem Himmel an dem Gottesdienst an der Hollager Mühle teil, der von Frauen vom KDFB und KFD mit Gebeten, Liedern und Wortbeiträgen gestaltet wurde. Foto: Christina HalbachRund 50 Besucher nahmen unter freiem Himmel an dem Gottesdienst an der Hollager Mühle teil, der von Frauen vom KDFB und KFD mit Gebeten, Liedern und Wortbeiträgen gestaltet wurde. Foto: Christina Halbach

Wallenhorst. „Frauen feiern Gottesdienst mit allen“: Unter diesem Motto hatten der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) und die Katholische Frauengemeinschaft (kfd) St. Josef an die Hollager Mühle eingeladen. Sie unterstützten damit am Vorabend der Deutschen Bischofskonferenz die überregionalen Aktionen "Frauen worauf warten wir?" (kfd) sowie "Maria schweige nicht!" (KDFB), die das Anliegen der Initiative Maria 2.0 fortführen.

„Wagt euch zu den Ufern, stellt euch gegen den Strom“ sangen dabei unter anderen die rund 50 Besucher des Gottesdienstes unter freiem Himmel, der von Frauen aus KDFB und kfd mit Gebeten, Liedern und Wortbeiträgen gestaltet und musikalisch von Maria Hartelt an der Orgel begleitet wurde. Ganz bewusst hatte das Organisationsteam das Freigelände der Hollager Mühle als Ort dafür ausgewählt: „Auch wir Frauen sind manchmal draußen, wenn es um Leitung oder Verkündigung geht“, erläuterte kfd-Teamsprecherin Bernadette Albers.

Gottesdienst unter freiem Himmel an der Hollager Mühle Foto: Christina Halbach

Deutsche Bischofskonferenz tagt in dieser Woche

Auch der Termin hätte nicht passender gewählt sein können: Am Montag begann in Fulda die Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz: 69 Bischöfe wollen hier bis Ende der Woche über den synodalen Weg, einen Reformdialog über Themen wie Umgang der Kirche mit Macht, die kirchliche Sexualmoral, das Zölibat und die Position von Frauen in der Kirche, beraten. Die Initiative Maria 2.0 hatte mit bundesweiten Aktionen den Zugang von Frauen zu allen kirchlichen Ämtern, die Aufhebung des Pflichtzölibats und die Aufklärung von Missbrauchsfällen gefordert.

Sehnsucht nach anderer Kirche

„Wir wünschen uns, dass das Versprechen, den synodalen Weg weiterzugehen, eingelöst wird und nicht nur versprochen wird, sondern auch Taten folgen“, betonte kfd-Frau Birgit Lemper und stellte zugleich klar: „Wir wollen keine Verweiblichung, sondern eine gemeinsame Kirche von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen.“ Sie und viele andere verspürten eine starke Sehnsucht, nach einer anderen Kirche. Kurzum: „Dass endlich was passiert.“

Gemeinsam mit Pastoralreferentin Gisela Püttker gab Lemper einen Einblick, wie diese andere Kirche aussehen könnte:. Foto: Christina Halbach

Frauen wollen keine Notnägel mehr sein

Gemeinsam mit Pastoralreferentin Gisela Püttker gab Lemper einen Einblick, wie diese andere Kirche aussehen könnte: Mehr reales Leben in der Kirche, mehr Eigenverantwortung und weniger Macht für den Einzelnen, waren nur einige der Gedanken und Ideen, die die beiden Frauen im Dialoggespräch auf der Kirchenbank formulierten. Deutlich wurde aber auch: Frauen seien bereits in zahlreiche Aufgaben eingebunden, ja. Mittlerweile wird im Bistum wird eine Pfarreiengemeinschaft von einer Frau geleitet, Frauen beerdigen. Aber: Das seien letztlich alles Notnägel: „Wir wollen aber kein Notnagel mehr sein“, betonte Püttker.

Initiative nötig

Die KDFB-Frauen Ulrike Windhorn und Stefanie Wellmann hatten Texte aus der Bibel und des Lyrikers und Geistlichen Andreas Knapp zur Frauenfrage vorgetragen: „Wenn eine Frau für ihr Zuhören gelobt wird, warum sollte eine Frau das Gelernte nicht auch lehren“, heißt es dort unter anderem, was  wohl den Nerv der Frauen getroffen hat: „Das hat Hand und Fuß. Das kann man gut vortragen“, sagte Ulrike Windhorn und betont: „Es ist für mich ganz wichtig, hier dabei zu sein.“ KDFB-Kollegin Agnes Tegeler ergänzte: „Es ist fünf nach 12. Man muss jetzt wirklich Initiative ergreifen und was ändern.“

Die KDFB Frauen hatten Texte des Geistlichen und Lyrikers Andreas Knapp vorbereitet: vorne links: Stefanie Wellmann, Ulrike Windhorn, hinten v.l. Birgit Lemper, Gisela Püttker Foto: Christina Halbach

Pfarrer lobt Form des Gottesdienstes

Auch Pfarrer Dietmar Schöneich war wie einige andere Männer der Einladung gefolgt: „Es war ein schöner und sehr persönlicher Gottesdienst. Es ist eine total wichtiges Thema und richtig, dass es eine öffentliche Form hat und diskutiert wird“, erklärte der Leiter der Pfarreiengemeinschaft. Was dadurch bewegt wird, wisse er nicht. Ihn treibe aber die Sorge um, dass die Forderungen komplett zurückgepfiffen würden: „Dann wünsche ich den Frauen, dass sie den Mut nicht verlieren und wie immer es entschieden wird, alle gut damit leben können.“

KDFB und kfd setzen Aktionen fort

Der KDFB setzt „Maria schweige nicht“ mit verschiedenen Aktionen fort. Ein kleines Purpurkreuz soll außerdem auf die Forderung nach mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche aufmerksam machen. Der Zugang von Frau zu Weiheämtern ist auch Thema der kfd-Aktionswoche, die am Montag unter dem Motto „Macht Euch stark für eine geschlechtergerechte Kirche!“ wie die Deutsche Bischofskonferenz in Fulda gestartet ist.


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