GlasBlasSing mit „Flaschmob“-Programm Berliner Flaschenvirtuosen begeistern 170 Gäste in Wallenhorst

Von Feline Engling Cardoso

Holten aus leeren Flaschen noch einiges raus: Die vier Musiker von  "GlasBlasSing" in der Wallenhorster Sporthalle. Foto: Feline Engling CardosoHolten aus leeren Flaschen noch einiges raus: Die vier Musiker von "GlasBlasSing" in der Wallenhorster Sporthalle. Foto: Feline Engling Cardoso

Wallenhorst. Vier Berliner Musiker mit gut 100 Leergutflaschen haben am Freitagabend bei einem außergewöhnlichen Konzert in der Mehrzweckhalle an der Fröbelstraße ihr Publikum begeistert. 170 Gäste erlebten die Flaschen-Virtuosen und ihre besondere Upcycling-Methode.

Auf eine besondere Art des Recycelns sind die vier Berliner Musiker von GlasBlasSing gekommen. Sie funktionieren Wertstoffe als Instrumentarium um, und machen Liedgut auf Leergut. Auf kleinen Flaschen, großen Flaschen, aus Glas, Plastik, Blech, grün, braun, durchsichtig, machen Andreas „Endie“ Lubert, Frank Wegner, Jan „Fritze“ Lubert und David „Möhre“ Möhring, Musik. Dabei pusten, ploppen, klopfen, schlagen und schütteln die Flaschenmusiker. Das ganze machen sie mit außergewöhnlichem Geschick, musikalischem Talent, viel Witz und Charme. Auf die Idee eine Flasche zum Musikinstrument zu instrumentalisieren kam man - wie könnte es anders sein - beim Bier trinken im Jahre 2003. Was als „fixe Idee“ begann, „stellte sich schon bald als ziemlich gute Idee“ heraus, erklärte Frank die musikalischen Anfänge als Straßenmusiker. 2007 wechselten sie von der Straße auf die Bühne. Inzwischen machen sie das Ganze sogar hauptberuflich. 90 bis 100 Konzerte spielen sie jährlich, eine wahre „Ochsentour“, scherzte Frank auf die Frage wie sie von der Flaschenmusik leben können.  

"Keine Macht dem Durst"

Frei nach dem Motto „keine Macht dem Durst!“ präsentierten sie ihr aktuelles Bühnenprogramm „Flaschmob“ und stellten dabei ihren großen Einfallsreichtum und musikalisches Talent unter Beweis. Neben zahlreichen Flaschen, zählten Piccolo-Flöte, Wasserspender-Jazz-Bass, Fender-Saiten-Flaschen-Gitarre, ein Flachmanninoff-Xylophon aus 19 Jägermeisterfläschchen, sowie ein Stand-Schlagzeug aus Wasserspender und Trinkflasche des Sohnes, zum Mehrweg-Instrumentarium. Mit überwiegend eigenen Texten, gewannen die selbsternannten „Experten auf dem Gebiet für Gute-Laune-Musik“ das Publikum innerhalb kürzester Zeit für sich. Bereits ihr zweiter Song „Warum ausgerechnet Sellerie“, zu Amy Winehouse’ „Valerie“-Melodie, hatte nicht nur Bildungscharakter indem er Sellerie als Aphrodisiakum propagierte, sorgte für schallendes Gelächter im Publikum. Bei dem russischen Volkslied „Korobeiniki“, besser bekannt als Melodie von „Tetris“, führten Fritze und Endie, nur sie haben die perfekt in die Flaschenöffnung passende Daumengröße, bei einem „Accelerando“ ihre wahrhaften Plopp-Künste vor. Nachdem er sein Metronom auf 192 BMP eingestellt hatte, bewies Möhre bei Mozarts „Rondo Alla Turca“ auf dem Flachmanninoff-Xylophon eindrucksvoll Präzision.

Charme und Witz

GlasBlasSing lieferte dem Publikum Gute-Laune-Musik, präsentiert mit ganz viel Witz, sprühendem Charme und außergewöhnlicher musikalischer Virtuosität. Spätestens bei „Ich liebte ein Mädchen in Niedersachsen“ weinten viele Zuschauer Tränen vor lachen.

Entsprechend begeistert äußerten sich die Gäste. „Richtig toll“, fand es Angelika und „beeindruckend was man aus Flaschen alles machen kann“, ihre Freundin Andrea. Für Marion und Mechthild war es das zweite Konzert. Sie fanden es „gewaltig was aus Flaschen raus zu holen ist, so schnell und witzig“. „Sehr gut unterhalten“ fühlten sich auch die treuen Fans Ulli und Andreas.

Auch seitens der Gemeinde Wallenhorst war man „sehr zufrieden“. Margret Terglane, Verantwortliche für den Kulturbereich, hatte die Flaschenmusiker im Namen der Gemeinde eingeladen. Mit tosendem Beifall und zweifachen Standing Ovations bekundete das Publikum am Ende seine Begeisterung. Wallenhorst stellte damit einmal mehr sein Geschick bei der Kulturprogrammauswahl unter Beweis.


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