Positive Prognose des Kämmerers Erzielt Wallenhorst Überschuss von 3,6 Millionen Euro?

Auf ein positives Jahresergebnis stellt sich die Wallenhorster Verwaltung ein. Foto: Jörn MartensAuf ein positives Jahresergebnis stellt sich die Wallenhorster Verwaltung ein. Foto: Jörn Martens

Wallenhorst. Läuft alles wie geplant, darf die Gemeinde Wallenhorst sich in diesem Jahr über einen Überschuss von knapp 3,6 Millionen Euro freuen. Angesichts anstehender Investitionen mahnte Kämmerer Florian Lüttkemöller im jüngsten Finanzausschuss dennoch zu einer "gewissen Zurückhaltung".

Exakt 3.583.160,66 Euro stünden laut Lüttkemöllers Prognose am 31. Dezember im Ergebnishaushalt unter dem Strich - das wäre nach dem 5,5-Millionen-Euro-Überschuss im Vorjahr der zweite Rekordgewinn in Folge. Auch der Finanzhaushalt stünde demnach mit beachtlichen 4,7 Millionen Euro im Plus. Dennoch warnte der Kämmerer vor verfrühtem Jubel: Die Zahlen seien nur vorläufig und könnten sich noch ändern.

Überschuss höher als erwartet

Viermal im Jahr zeigt Lüttkemöller dem Fachausschuss die aktuelle Finanzsituation mittels eines sogenannten Controllingberichts auf, der den aktuellen Kassenstand in Bezug zum Ansatz aus dem Haushaltsplan stellt - und je weiter das Jahr fortgeschritten ist, desto verlässlicher wird die Prognose. Das wissen auch die Ausschussmitglieder, die Lüttkemöllers Zwischenbilanz am Ende mit zufriedenem Klopfen honorierten: Die ordentlichen Erträge dürften sich demnach auf 41,9 Millionen Euro summieren - 700.000 Euro mehr als veranschlagt -, während die ordentlichen Aufwendungen mit 38,4 Millionen Euro fast zwei Millionen Euro unter dem Ansatz bleiben würden. Diese Differenz entspricht dem unerwartet hohen Überschuss von 3,5 Millionen Euro, 2,6 Millionen mehr als ursprünglich einkalkuliert.

Neuverschuldung von 1,7 Millionen Euro

Im Finanzhaushalt ergibt sich ein ähnliches Bild: Die erwarteten laufenden Einzahlungen von 39,3 Millionen Euro liegen knapp 0,8 Millionen Euro über dem Plan, die laufenden Auszahlungen von 35,3 Millionen Euro 0,8 Millionen Euro darunter. Zu den Ein- und Auszahlungen aus der Investitionstätigkeit gab Lüttkemöller indes keine Prognose ab, merkte aber an, dass bis Ende August erst 400.000 Euro eingegangen, aber bereits 6,9 Millionen Euro ausgegeben worden seien. Da längst nicht alle Investitionen dieses Jahres getätigt seien, erwarte er deshalb Auszahlungen von 9 bis 10 Millionen Euro - "deutlich mehr als in den Vorjahren", wie Lüttkemöller hervorhob. Und angesichts der erwartbaren Neuverschuldung von 1,7 Millionen Euro warnte der Kämmerer nachdrücklich: "Neue Sachen sind nur möglich durch eine Erhöhung unserer Schulden." 


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN