Palex-Gruppe feiert zehnjährige Partnerschaft Sapnnender Austausch: Drei Ugandaer in Wallenhorst zu Gast

Feierten auf dem Gelände der Alten Kirche das 10-jährige Bestehen der Partnerschaft zwischen der St. Alexandergemeinde und St. Paul´s Church (von links): Stephen Gjulu, Martin Brüggemann, Markus Syllow, Vicky Akobe, Father Cosmas Enyasu, Hannes Albers und Theresa Albers. Foto: Christina HalbachFeierten auf dem Gelände der Alten Kirche das 10-jährige Bestehen der Partnerschaft zwischen der St. Alexandergemeinde und St. Paul´s Church (von links): Stephen Gjulu, Martin Brüggemann, Markus Syllow, Vicky Akobe, Father Cosmas Enyasu, Hannes Albers und Theresa Albers. Foto: Christina Halbach

Wallenhorst. Inspirierend, lehrreich und nicht immer ganz einfach: So beschreiben die Mitglieder der PALEX-Gruppe die Partnerschaft, die sie seit zehn Jahren zwischen der St. Alexandergemeinde und der St. Paul´s Catholic Parish in Kumi/Uganda unterhalten. Der runde Geburtstag wurde jetzt mit drei Gästen aus der Partnergemeinde und Wegbegleitern in der Alten Kirche in Wallenhorst gefeiert.

Im Anschluss stehen die rund 50 Gäste noch lange auf dem Kirchengelände zu Gesprächen und Erinnerungsaustausch zusammen. Es ist eine laue warme Sommernacht. Ungewöhnlich warm, sogar heißer als in Uganda sei es derzeit in Deutschland, hat Father Cosmas Enyasu bei seiner Auskunft in Hamburg festgestellt. Es ist der vierte Besuch einer Delegation aus Kumi, nachdem 2009 die Partnerschaft ins Leben gerufen wurde.

Gemeindemitglieder in Kumi wünschten sich Partnerschaft

Vorausgegangen ist seinerzeit ein Besuch von Wallenhorster Gemeindemitgliedern in Kumi bei einer Bekannten im Freiwilligen Dienst des Bistums, der sie auf die späteren Partner treffen ließ. Korrespondenz und Austausch im Internet verfestigten die Beziehungen, Ende 2008 formulierte St. Paul´s in einem Brief mit „überschwänglichen und blumigen Worten“, wie sich Sprecher Martin Brüggemann erinnert, den Wunsch nach einer Partnerschaft. Auf das „Ja“ des Pfarrgemeinderates bildete sich die Palex-Gruppe, die den Gedanken der Partnerschaft mit Leben und Aktivitäten füllte.

Gegenseitige Besuche

Diese reichten von zeitgleichen Gottesdiensten, Spendenaktionen für die Ausstattung einer Mädchenschule und der St Paul´s Church sowie natürlich gegenseitigen Besuchen: Auf zwei Kurzvisiten aus Uganda folgte in 2016 der PALEX Exchange, bei dem zwei afrikanische Jugendliche für drei Monate das Leben in Wallenhorst kennenlernten. Zwei Reisen führten jeweils vier Wallenhorster Delegierte zu den Partnern nach Uganda. Eine tagtägliche Herausforderung, wie sich Mitgründer Markus Syllow erinnert: „Jeder Tag ist ein Abenteuer“, sagt er und denkt dabei an regelmäßige Stromausfälle und fehlende Duschen. Auch wenn er bei einem zweiten Besuch eine Safari unternommen  hat, wirklich gebraucht habe er sie nicht: „Es war viel schöner unter den Leuten zu sein und mit ihnen zu leben.“

Beeindruckende Spiritualität

Ganz ähnlich, nur mit umgekehrten Vorzeichen formuliert es die Uganderin Vicky Akope, die derzeit in Wallenhorster Familien zu Gast ist und Land und Leute kennenlernt: „Das ist hier ein so schöner, sauberer Platz. Ich kann es gar nicht mit Uganda vergleichen.“ Akope hat zuvor den Gottesdienst mit stimmungsvollen, afrikanischen Liedern bereichert und damit den Gästen eine Ahnung von der Spiritualität einer katholischen Messe in Uganda gegeben: „Die dauert drei Stunden und mir ist nie langweilig geworden. Da wird nicht zelebriert, sondern wirklich gefeiert“, erinnert sich Syllow.

Durch unsicheres Fahrwasser

Trotz des fruchtbaren gegenseitigen Austausches sind die Palex-Gruppe und ihre afrikanischen Freunde in den vergangenen zehn Jahren auch durch schwierige Phasen gegangen. Ein Priesterwechsel etwa habe in 2014 beinahe das Ende bedeutet, erinnert sich Brüggemann: Eine Partnerschaft sei in Uganda nicht an die Gemeinde, sondern stärker an den Geistlichen gebunden. „Uns ist es aber gelungen, den neuen Priester bei einem Besuch zu überzeugen, das Kind Partnerschaft anzunehmen.“ Schwierig werde es auch dadurch, dass man immer wieder mit wechselnden Partnern zu tun habe. Man habe dadurch gelernt, sagt Syllow, dass es schwierig sei, Pläne für die Zukunft zu schmieden und auch mit kleinen Erfolgen zufrieden zu sein: „Wir sind schon stolz darauf, dass wir das so hingekriegt haben“, ergänzt Brüggemann.

Engagement lohnt sich

Trotz der Schwierigkeiten hat sich mittlerweile ein fester Stamm von zehn Mitgliedern und an die 50 Sympathisanten gebildet. Das Verantwortungsgefühl in der Gruppe sei extrem hoch, sagt Brüggemann: „Wenn es Aufgaben zu verteilen gibt, herrscht nie langes Schweigen.“ Interessierte sind immer herzlich willkommen, Engagement auf jeden Fall ein Gewinn: „Die Leute freuen sich daran, dass der Austausch mit den Ugandaern spannend ist.“

Ein fester Stamm von Unterstützern gehört mittlerweile zur PALEX-Gruppe. Foto: Christina Halbach

Wer die PALEX-Gruppe und die Gäste aus Uganda kennenlernen will, hat dazu beim Pfarrfest am kommenden Sonntag die Gelegenheit.


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