Private Dorferneuerung, öffentlich unterstützt Garten am Ruller Haus soll schöner werden

Vor der maroden Mauer im Hof des Ruller Hauses: die Vorstandsmitglieder (sitzend) Arno Weerd, Gerda Fleddermann-Albes sowie (stehend, von links) Jürgen Goldkamp und Martin Hawighorst. Foto: Joachim DierksVor der maroden Mauer im Hof des Ruller Hauses: die Vorstandsmitglieder (sitzend) Arno Weerd, Gerda Fleddermann-Albes sowie (stehend, von links) Jürgen Goldkamp und Martin Hawighorst. Foto: Joachim Dierks

Wallenhorst. Freude bei den Verantwortlichen des Ruller Hauses: Mit der Sanierung der Bruchsteinmauer im Hof der Kultur- und Begegnungsstätte und der Neugestaltung des Gartens geht es weiter. Verschiedene Förderer haben Unterstützung zugesagt. Ein Garten- und Landschaftsbauer hat die Arbeiten aufgenommen.

Die 38 Meter lange Böschungsmauer fängt den Höhenunterschied vom Hof zu dem höher gelegenen Garten auf dem ansteigenden Klosterhügel ab. Sie stammt wohl aus der Zeit nach 1885, als die frühere Wallfahrtskapelle als Oberförsterei genutzt wurde, die den ehemaligen klösterlichen Forstbesitz zu verwalten hatte. Die Mauer ist aus dem lokal vorkommenden Muschelkalkgestein aufgeschichtet worden und steht wie das gesamte Hausensemble und auch der Garten unter Denkmalschutz. Weil man damals glaubte, die Mauer ohne ein frostfreies Fundament bauen zu können, hat sie stark gelitten und ist teilweise eingestürzt. „Bei Veranstaltungen, wenn sich hier auf dem Hof die Menschen drängen, wird es mitunter kritisch“, sorgt sich der in der Verkehrssicherungspflicht stehende Vereinsvorsitzende Arno Weerd. Dies umso mehr, als die Mauer auch die Rampe zur „Naturbühne“ darstellt, auf der musiziert, getanzt, gehüpft wird.

Die Steine des Anstoßes machen eine Grundsanierung notwendig. Foto: Joachim Dierks


Mit einer punktuellen Reparatur der Mauer wäre es nicht getan, sie muss von Grund auf neu, aber mit den vorhandenen Steinen aufgeschichtet werden. „Sonst bekommen wir hier eine ‚never-ending story‘“, ist sich Weerd sicher. Ob man für den Neuaufbau beim Prinzip der Trockenmauer bleiben kann? Für die Standsicherheit wäre eine Ausfugung besser, geben die beiden Bausachverständigen im Verein, Martin Hawighorst und Jürgen Goldkamp, zu verstehen, aber da habe die Denkmalpflege noch ein Wörtchen mitzureden. Wahrscheinlich werden die vorhandenen Steine nicht ganz reichen. Deshalb richtet das Ruller Haus die Bitte an Wallenhorster Mitbürger, die vielleicht noch in einer Ecke farblich passende Steine liegen haben, ob sie die stiften wollen? Angebote werden unter Telefon 05407 – 813 7751 gern entgegengenommen.

Kühlschrank für die Lebensmittelvorräte

In die Bruchsteinmauer eingelassen ist der Eingang zu einem Erdkeller. „Das war der Kühlschrank für die Lebensmittelvorräte der Bewohner, als es noch keine elektrischen Kühlschränke gab“, weiß die stellvertretende Vorsitzende Gerda Fleddermann-Albes. Er wird selbstverständlich erhalten, auch wenn er jetzt nur noch als Lagerraum dient. Das allein schon wegen der Denkmalpflege.

Behutsame Umgestaltung

Zu der Sanierungsmaßnahme gehört eine behutsame Umgestaltung des Gartens. Speziell der „wilde Teil“ im Osten des Grundstücks soll durch eine neu anzulegende Treppe vom Hof aus zugänglich und damit sichtbarer gemacht werden. Oben angekommen, werden Tische und Bänke zum Verweilen und Genießen einladen, die Skulptur „Die Bewegung“ von Frank Gillich werde dadurch mehr verdiente Aufmerksamkeit bekommen. Die Naturbühne ist in ihrem jetzigen Zustand leicht abschüssig, was sich als nachteilig herausgestellt hat. Sie soll nivelliert werden.

Das Ruller Haus hat sich mit der jetzt begonnenen Maßnahme in das öffentlich geförderte Dorferneuerungsprogramm des Landes Niedersachsen eingereiht. Seit 2010 sind das Alte Dorf Wallenhorst, das Nettetal, das Ruller Zentrum und Teile von Rulle-Ost Bestandteile des Programms.

Darin werden Maßnahmen unterstützt, die dazu beitragen, die Bedingungen auf dem Lande und in kleineren Orten mit ihren speziellen Eigentümlichkeiten lebenswert und zukunftsfähig zu erhalten und zu gestalten. Förderfähig sind neben öffentlichen Vorhaben wie dem jetzt abgeschlossenen Bau des Kreisverkehrs vor dem Ärztehaus auch Maßnahmen von Privaten wie hier dem Verein Ruller Haus. Voraussetzung für die Möglichkeit, für die Erneuerung und Sanierung ortstypischer Gebäude (Wohnhaus, Scheunen, Ställe) und Hof- und Gartenanlagen einen Zuschuss zu erlangen ist, dass das Gebäude oder die Hof- und Gartenanlage ortstypisch gestaltet wird.

In diesem Falle kommen die Fördermittel vom Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems (ArL), vom Landschaftsverband Osnabrücker Land e.V., von der Gemeinde Wallenhorst und vom Landkreis Osnabrück. Der vom Ruller Haus zu leistende Eigenanteil wird überwiegend durch eigene Arbeitsleistungen der ehrenamtlich im Verein Aktiven unter Anführung von Martin Hawighorst und Jürgen Goldkamp abgegolten. Ende August soll alles fertig sein, damit die 5. Ruller Wein- und Musiktage im Gartenhof am 30.8. ab 18 Uhr noch schöner werden.


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