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Sauberer Strom vom Sporthallen-Dach Gemeinde Wallenhorst und Energie-Genossenschaft „nwerk“ kooperieren

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Auch wenn die Sonne sich gerade einmal versteckt, brummt es in den Solarmodulen. Davon überzeugten sich (von links) Alois Plüster, Otto Wetzig, Ulrich Belde und Reinhard Schulte auf dem Dach der Wittekindhalle Rulle. Foto: Klaus LindemannAuch wenn die Sonne sich gerade einmal versteckt, brummt es in den Solarmodulen. Davon überzeugten sich (von links) Alois Plüster, Otto Wetzig, Ulrich Belde und Reinhard Schulte auf dem Dach der Wittekindhalle Rulle. Foto: Klaus Lindemann

Wallenhorst. Auf den berühmten roten Knopf brauchte Bürgermeister Ulrich Belde nicht mehr zu drücken, denn die Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Ruller Wittekindhalle ging bereits vor sechs Wochen geräuschlos und unspektakulär ans Netz. Dennoch war es eine Art feierliche Inbetriebnahme, die jetzt die Hauptakteure der Kooperation in Sachen erneuerbare Energien auf dem Dach der Sporthalle zusammenführte.

Wie zur Parade standen die mehr als 300 Solarpaneele nach Süden ausgerichtet aufgereiht, als Bürgermeister, Investor, Lieferant und beratender Ingenieur die Front abschritten. Auf einer Fläche von 600 Quadratmetern wird hier das einfallende Sonnenlicht in der Maximalleistung von 56 kWp (Kilowatt peak) in elektrische Energie umgewandelt. Optimismus lag auf allen Gesichtern, auch wenn gerade dichte Wolken nicht allzu viele Sonnenstrahlen durchließen. „Macht nichts, wir ernten auch diffuse Strahlung bei bedecktem Himmel“, meinte dazu Reinhard Schulte vom Planungsbüro Graw.

Das Kooperationsmodell ist recht einfach. Die Gemeinde ist Eigentümerin großer Gebäude mit weiten Dachflächen, auf denen sich gut Sonnenenergie ernten lässt. Die Gemeinde vermietet die Dachfläche an einen Investor, der auf eigene Rechnung Solarmodule installiert. Dabei wird der Investitionshaushalt der Gemeinde nicht belastet. Von der Einspeisevergütung, die der Investor erhält, gibt er der Gemeinde einen gewissen Prozentsatz quasi als Mietzins ab. An den Erträgen teilzuhaben, ohne eigenes Geld in die Hand nehmen zu müssen, das bereite natürlich jedem Bürgermeister Freude, gab Belde unumwunden zu. Wichtiger noch sei es aber, dass die Gemeinde als Immobilienbesitzerin mit Vorbildfunktion vorangehe und private Hausherren anrege, es ihr gleichzutun. „Wir halten es für richtig zu zeigen, wie auch auf unserer kommunalen Ebene die bundesweit angestoßene Energiewende erfolgreich mit Leben erfüllt werden kann“, sagte der Bürgermeister. Mit der eingetragenen Genossenschaft „nwerk“ habe die Gemeinde einen Investor gefunden, der nicht dem schnellen Euro hinterherjage, sondern ein nachhaltiges Geschäftsmodell betreibe, so Belde. Otto Wetzig als „nwerk“-Vorstandsvorsitzender bestätigte, dass man bei der Auftragsvergabe auf die regionale Wertschöpfung Wert lege. Er erwähnte die mittlerweile 170 Genossen „von 3 bis 89 Jahren“, die als Privatleute Beteiligungskapital einbringen und dadurch zu Miteigentümern der von „nwerk“ installierten Kraftwerke werden. „Wir sind so weit, dass wir jetzt bilanziell mehr Energie produzieren, als unsere Mitglieder verbrauchen“, verkündete Wetzig. Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde bringe „nwerk“ ein großes Stück nach vorn. Denn nach der Wittekindhalle in Rulle sollen auch die fast baugleichen Sporthallen in Hollage und Lechtingen mit Sonnenkraftwerken ausgerüstet werden. „Mit den drei Hallen verdoppeln wir unsere installierte Leistung“, so Wetzig.


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