Pläne für St. Josefskirche Architektenwettbewerb zum Belmer Kolumbarium läuft

Sind gespannt auf die Entwürfe der Architekten für ein Kolumbarium in der St. Josefskirche: Norbert Pieper und Pastor Arnold Kuiter. Foto: Jessica von den BenkenSind gespannt auf die Entwürfe der Architekten für ein Kolumbarium in der St. Josefskirche: Norbert Pieper und Pastor Arnold Kuiter. Foto: Jessica von den Benken

Belm. Wie könnte ein Kolumbarium in der Belmer Josefskirche aussehen? Darüber brüten noch bis Ende Mai neun Architekturbüros, die an dem von der Pfarreiengemeinschaft Belm und Icker ausgeschriebenen Wettbewerb teilnehmen. Am 17. Juni werden die Entwürfe einem Preisgericht vorgestellt.

"Das wir uns Gedanken über die Nutzung der Josefskirche machen, ist kein Geheimnis", sagt Pastor Arnold Kuiter. Die Zahl der Kirchgänger ginge stetig zurück, daher habe man sich die Frage nach der weiteren Verwendung des Sakralgebäudes stellen müssen. Das Bistum habe vorgeschlagen, die Kirche in ein Kolumbarium nach dem Vorbild der Kirche Heilige Familie in Osnabrück umzugestalten. Dieser Vorschlag sei innerhalb der Gemeinde auf Zustimmung gestoßen. (Weiterlesen: Planungen für Kolumbarium in Belmer Josefskirche laufen)

Größe des Raumes ist eine Herausforderung

Unter Vorgabe von gleichen inhaltlichen, gestalterischen und finanziellen Rahmenbedingungen seien nun neun Architekten damit beschäftigt, Entwürfe zu entwickeln. "Eine besondere Herausforderung dabei ist es, gekonnt mit der Größe des Raumes umzugehen", erklärt Norbert Pieper. Er beschäftigt sich von Seiten der Kirchengemeinde mit dem Projekt. Wichtig seien im nächsten Schritt, durch Modelle eine optische Vorstellung und belastbare Kosten für die weitere Diskussion zu bekommen. Denn wichtig sei, so Pieper, dass bisher noch kein Entschluss gefasst sei, ob ein Kolumbarium überhaupt gebaut werde. "Wir tragen Fakten zusammen, um letztendlich das Für und Wider gegeneinander abzuwiegen. Wichtig sind dabei für uns vergleichbare Verhältnisse. Erst dann können wir eine Grundsatzentscheidung fällen", erklärt Pieper. Daher habe man alle Architekturbüros mit den gleichen Voraussetzungen ins Rennen geschickt. Und die lauten: 150 Sitzplätze sollen in der Kirche erhalten bleiben und 1500 Urnenkammern müssen entstehen. 

Klassische Bestattungsform geht zurück

"In der Gesellschaft findet ein Paradigmenwechsel statt. Die klassischen Bestattungsform auf dem Friedhof geht zurück", sagt Kuiter. Derzeit lege die Anzahl der Feuerbestattungen bei gut 50 Prozent. Er gehe jedoch davon aus, dass die Zahl zukünftig auf mindestens 70 Prozent steige. Gerade der Generationswechsel in der Gesellschaft ändere die Bestattungsform aus vielschichtigen Gründen. Fragen wie "wer pflegt mein Grabe in 20 Jahren" oder "will ich meine Kinder mit meiner Grabpflege belasten" nehmen immer mehr zu.

Auf Veränderung reagieren

Als die Josefskirche 1966 eingeweiht worden ist, konnte niemand ahnen, dass schon 53 Jahre später der Kirchenvorstand gemeinsam mit dem bischöflichen Generalvikariat eine Entscheidung über die weitere Nutzung der Kirche fällen muss. "Veränderung darf auch an uns nicht vorbeigehen. Wir müssen darauf reagieren", so Kuiter. Mit diesem Weg berücksichtige man  den Wandel im Kirchenverhalten der Christen und gehe auch auf die Anforderungen in der Bestattungskultur ein. Alle relevanten Gremien der Kirche und der Stadt Belm seien in die Abstimmungs- und Entscheidungsprozesse, die für einen solchen Wandel notwendig sind, einbezogen.

Ort der Trauer und Verkündigung des Lebens

Mit dem Kolumbarium in der Josefskirche soll ein Ort geschaffen werden, der neben der Trauer auch ein Ort der Verkündigung des Lebens und der Freude bleibt. Hier einen passenden Spagat hinzubekommen, ist die Aufgabe der Architekten. Eine Verbindung zwischen den Lebenden und den Toten soll in der Kirche entstehen. "Ich bin überzeugt, dass ein solcher Ort eine ganz eigene Dynamik entwickeln kann", so Kuiter.


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