Wohnungsmarkt Wallenhorst Steinkamp: Bezahlbaren Wohnraum für bedürftige Babyboomer möglich machen

Besprachen auf Einladung des Wallenhorster Bürgervereins das Thema Wohnen v. l.:  Uwe Thiesing (Sparkasse Osnabrück), Miguel Pereira (Immobilienmakler), Karl-Heinz Bergmann (Geschäftsführer Bürgerverein), Susanne Bruns (Wohnbaugesellschaft Wallenhorst), Otto Steinkamp (Bürgermeister). Foto: Stefan BuchholzBesprachen auf Einladung des Wallenhorster Bürgervereins das Thema Wohnen v. l.: Uwe Thiesing (Sparkasse Osnabrück), Miguel Pereira (Immobilienmakler), Karl-Heinz Bergmann (Geschäftsführer Bürgerverein), Susanne Bruns (Wohnbaugesellschaft Wallenhorst), Otto Steinkamp (Bürgermeister). Foto: Stefan Buchholz

Wallenhorst. Wohnen in Wallenhorst bleibt auch in Zukunft ein sensibles Thema: Das ist das Ergebnis eines Infoabends, zu dem der lokale Bürgerverein Experten eingeladen hatte.

Wallenhorst ist aufgrund seiner Lage zur Großstadt Osnabrück ein Ort mit hoher Nachfrage nach Wohnraum, sagte Bürgermeister Otto Steinkamp. In den zurückliegenden Jahren Jahren habe die Gemeinde bis zu 70 Wohneinheiten per anno möglich gemacht. Für die Zukunft gelte es – wie jüngst im Baugebiet Hollage-Witthügel geschehen – neben Eigenheim- auch immer Mietwohnungsbau zu realisieren.

Mietpreisbindung im Landkreis läuft aus

„Bis zum Jahr 2023 laufen im gesamten Landkreis die Wohnungen mit Mietpreisbindung aus, dann haben wir in diesem Segment nichts mehr und alles wird sich über den freien Markt regulieren“, sagte Steinkamp. Ein brisantes Problem, denn: Mit dem demnächst zu erwartendem Eintritt der geburtenstarken Jahrgänge in das Rentenalter, würde vermehrt bezahlbarer Wohnraum nachgefragt werden.

Wallenhorster Wohnungsmarkt leicht entspannt

Eine aktuell leichte Entspannung des Wallenhorster Wohnungsmarktes, konstatierte Susanne Bruns. Die Immobilienfachfrau der Firma Wohnbaugesellschaft Wallenhorst berichtete, dass der Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Osnabrück sogar Studenten zur Suche nach Wallenhorster Unterkünften geführt habe. Durch den Wohnungsbau der letzten Zeit, habe aber die teils dramatische Suche nach Wohnraum etwas nachgelassen.

Eigenheimfinanzierung

Kann sich der Bezieher durchschnittlicher Einkommen noch eine eigene Immobilie leisten?, fragte der Bürgervereins-Geschäftsführer Karl-Heinz Bergmann. Bei den aktuellen Preisen werde das immer schwieriger, meinte Uwe Thiesing von der Sparkasse Osnabrück. Zwar animiere der seit Jahren anhaltende Niedrigzins den Willen zu bauen. Andererseits komme man heute beim Hausbau auf beachtliche Nennbeträge von 350.000 Euro, die von den Banken finanziert würden. „Hinzu kommt das Eigenkapital, was nur gesund ist, wenn 20 Prozent an eigenen Mitteln verfügbar sind“, rechnete Thiesing vor.

Preistreiber

Warum die Baupreise so stark angestiegen sind, beantworte Thiesings Arbeitskollege, Miguel Pereira. Zum einen wegen der starken Nachfrage aufgrund der stagnierenden Niedrigzinsen, zum anderen, weil das Angebot an Flächen nicht mitwachse, so der Immobilienexperte. Als großen Preistreiber identifizierte Pereira zudem die Bauvorschriften. Und: Selbst wer sein Eigenheim durch Eigenleistung hochziehe, könne wegen der drastisch gestiegenen Baustoffpreise an Grenzen kommen, ergänzte Bürgermeister Steinkamp.

Alternative Wohnmodelle

Für ein Mitbedenken von Alternativen bei der Entwicklung von eigenem, aber auch neuem Wohnraum, plädierte eine Teilnehmerin der Infoveranstaltung in der Hofstelle Duling. Sie warb für ein Wohnungsgemeinschaftsmodell, bei dem etwa ältere Eigentümer und Mieter durch gegenseitige Hilfen voneinander profitieren könnten. „Je teurer Wohnen wird, desto mehr werden wir zu anderen Wohnformen kommen – und das kann ein Gewinn sein“, antwortete etwa Uwe Thiesing.


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