NRW-Arbeitsminister und CDA-Chef Europa-Wahlkampf: Karl-Josef Laumann bei Wallenhorster CDU

NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann besuchte die Wallenhorster CDU und hielt eine knapp 45-minütige Grundsatzrede. Foto: Hendrik SteinkuhlNRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann besuchte die Wallenhorster CDU und hielt eine knapp 45-minütige Grundsatzrede. Foto: Hendrik Steinkuhl
Osnabrück

Wallenhorst. Vier Wochen vor der Wahl des EU-Parlaments hat die Wallenhorster CDU offiziell den Wahlkampf eröffnet. Ehrengast der Mitgliederversammlung in der Hollager Gaststätte Barlag war Karl-Josef Laumann.

"Wie sozial ist Europa?" lautete offiziell das Thema, zu dem Karl-Josef Laumann vor den Mitgliedern der Wallenhorster CDU sprechen sollte. Doch der NRW-Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales und langjährige Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) hielt eher eine bundes- und weltpolitische Grundsatzrede. 

Zu Beginn begrüßte Laumann aber erst mal einen Ehrengast: Karl-Heinz Hornhues, 30 Jahre lang Bundestagsabgeordneter und zeitweilig stellvertretender Fraktionsvorsitzender sowie Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses. Die Freude darüber, seinen alten Weggefährten zu treffen, war Laumann anzumerken. 

"Wir sind ländlich geprägt, aber auch städtisch"

Die Heiterkeit war allerdings verflogen, als Laumann zu Beginn seiner Rede über die Zersplitterung des Parteiensystems in der Bundesrepublik sprach. Anschließend beschrieb der 62-Jährige, der in Riesenbeck wohnt, die eigene Partei als im Prinzip ebenfalls zersplittert, denn von Beginn an hätten in der CDU als klassischer Volkspartei alle gesellschaftlichen Gruppen einen Platz gefunden. "Wir sind ländlich geprägt, aber auch städtisch. Wir haben viele erfahrene Unternehmer, auf der anderen Seite sind wir aber auch immer eine Arbeitnehmerpartei gewesen." 

Die Austarierung der gesellschaftlichen Kräfte habe die CDU vorgelebt, und dass es gelungen sei, aus der Bundesrepublik mit ihrer im Weltmaßstab kleinen Bevölkerungszahl ein so wirtschaftsstarkes Land zu machen, habe ganz gewiss auch mit seiner Partei zu tun, so Laumann. 

Jetzt gelte es allerdings, die Kontrolle über die Märkte nicht zu verlieren. Die alte Seidenstraße sei mittlerweile eine Einbahnstraße, China nutze sie einseitig zum Export nach Europa. Dass der Wohnungsmarkt in den Städten so explodiert sei, bezeichnete Laumann ebenfalls als unhaltbaren Zustand. "Wenn jemand 40 Stunden in der Woche fleißig arbeitet, muss er von den Früchten dieser Arbeit auch ganz normal leben können!" 

Eröffnung der Geschäftsstelle

Schließlich kam Laumann auch noch auf die aktuelle Führungsspitze der CDU zu sprechen. Noch nie sei ihm eine Wahl so schwer gefallen wie die zwischen Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz. Seinen nordrhein-westfälischen Parteifreund Merz würde er gerne in einem zukünftigen Kabinett sehen, so Laumann. "Dann muss allerdings auch klar sein, dass man als Minister nur für einen Teilbereich verantwortlich ist und nicht die Gesamtverantwortung hat."

Im Anschluss an Laumanns Rede eröffnete die Wallenhorster CDU dann nicht nur offiziell den Europa-Wahlkampf, sondern auch die neue Geschäftsstelle am Hollager Josefsplatz. 


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN