Pflanzen in Theorie und Praxis Osterlesetage im Ruller Haus: Kinder setzen Kartoffeln und Bohnen

Keine Angst vor schmutzigen Händen: Die Jungpflanzer lernen beim Osterlesetag des Ruller Hauses alles von der Saat bis zur Erntereife. Foto: Horst TroizaKeine Angst vor schmutzigen Händen: Die Jungpflanzer lernen beim Osterlesetag des Ruller Hauses alles von der Saat bis zur Erntereife. Foto: Horst Troiza

Wallenhorst. „Rin in die Kartoffeln“ ging es für die jungen Teilnehmer am zweiten der insgesamt drei Osterlesetage im Ruller Haus. Nachdem am Vortag mit dem Lesen von Texten und Geschichten rund um den Pflanzenanbau die Theorie auf dem Tagesplan gestanden hatte, war nun die Praxis an der Reihe.

Das Thema in diesem Frühjahr lautet „Wachstum und Pflanzen“ und ist bereits die 12. Auflage der Lesetage im Ruller Haus, die eine lehrreiche Verquickung von Theorie und Praxis darstellen. In zwei Gruppen, in der einen die jüngeren, in der anderen ältere Grundschüler, wurde an drei Tagen der Pflanzvorgang erläutert und anschließend praktiziert. Anhand von Kartoffeln und Bohnen werden die Schritte vom vorgekeimten Saatgut bis zur erntereifen Bodenfrucht nachvollzogen.

Pflanzprofis

Angst vor schmutzigen Händen durfte keines der insgesamt 14 Kinder haben. Pflanzenbau hat schließlich immer etwas mit Erdreich zu tun und das hinterlässt seine Spuren, wenn man darin herumwühlt. Emilia und Felix sind zwei, denen schmutzige Finger nichts ausmachen. Mit vollen Händen schaufeln sie Pflanzerde in die großen Töpfe. „So etwas haben wir auch schon in der Schule gemacht“, erzählt die Waldorfschülerin. Auch Felix weiß aus der Schule, wie aus Saatkartoffeln ganz viele andere Kartoffeln werden. „Das haben wir gestern auch noch mal beim Lesetag besprochen“, sagt er.

Wie die beiden Zehnjährigen sind auch die anderen Teilnehmer mit viel Enthusiasmus dabei, die Knollen in ihre Töpfe zu pflanzen. „Vergesst nicht, etwas Dünger dazuzugeben“, ruft Birte Mehrkens. Die Master-Studentin für Agrar- und Lebensmittelwirtschaft der Hochschule Osnabrück begleitet heute den Praxis-Lesetag im Ruller Haus. Sie leitet die Jungpflanzer an, gibt ihnen Tipps und schaut darauf, dass die Knollen nicht zu tief in die Erde gedrückt werden und genügend Wasser bekommen.

Literatur und Praxis

„Jetzt ist genau die richtige Zeit. Auch die Landwirte setzen jetzt die Kartoffeln“, erklärt die Lesetage-Leiterin Stephanie Scholze. Sie ist seit Jahren als Referentin für Leseförderung und Literaturerziehung am Ruller Haus tätig. Für sie ist es sehr wichtig, Literatur mit der Praxis zu verbinden. „Deshalb haben wir diesen Aktionstag in die Oster-Lesetage eingebaut. Die Kinder sollen plastisch die Natur erfahren können“. Und mit Erfolg, denn etliche der 14 Teilnehmer haben schon andere dieser Workshops besucht.

Damit nicht alles nur auf einen einzigen Tag konzentriert bleibt, dürfen die Teilnehmer ihre Pflanztöpfe mit nach Hause nehmen. „Es ist für uns wichtig, dass sie das weitere Wachsen und Reifen miterleben können“, sagt Mehrkens. Vielleicht, so hoffen sie und Scholze, wird sich der eine oder die andere dafür nachhaltig interessieren und seine spätere Berufswahl darauf abstimmen.


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