Versammlung der Heimat- und Wanderfreunde Werden Honigbienen am Hollager Heimathaus angesiedelt?

Als „Bienenbeute“ bezeichnet der Imker die Behausung seines Bienenvolks. Das Anschauungsobjekt hatten die Imker Ernst Liening-Ewert (rechts) und Ansgar Erpenbeck (links) ins Heimathaus Hollager Hof mitgebracht. Die Vorstandsmitglieder Nico Bender-Nietfeld (Zweiter von links) und Stefan Gutendorf können sich mit dem Projekt eines Bienenstocks am Heimathaus anfreunden. Foto: Joachim DierksAls „Bienenbeute“ bezeichnet der Imker die Behausung seines Bienenvolks. Das Anschauungsobjekt hatten die Imker Ernst Liening-Ewert (rechts) und Ansgar Erpenbeck (links) ins Heimathaus Hollager Hof mitgebracht. Die Vorstandsmitglieder Nico Bender-Nietfeld (Zweiter von links) und Stefan Gutendorf können sich mit dem Projekt eines Bienenstocks am Heimathaus anfreunden. Foto: Joachim Dierks

Wallenhorst. Bienen und Heimat gehören zusammen. Die Mitglieder des Heimat-, Kultur- und Wandervereins „Hollager Hof“ (HHH) zeigten sich aufgeschlossen gegenüber der Idee, einen Bienenstock auf der Streuobstwiese des HHH oder in der Nähe einzurichten.

Als Fachmann hatten sie Ernst Liening-Ewert vom Imkerverein Wallenhorst eingeladen. Er schlug den Mitgliedern zunächst einen Bienenstand mit ein bis zwei Völkern am Eingang zum ehemaligen Kalksteinbruch Middelberg vor, also etwa 100 Meter südlich des Heimathauses. Der unter Naturschutz stehende Steinbruch wäre für die Bienen wie ein reich gedeckter Tisch: „Die gelben Weidenkätzchen sind die Pollenspender und die grünen liefern den Nektar“, klärte Liening-Ewert auf. Von einem Standort direkt am Heimathaus riet er wegen des häufigen Publikumsverkehrs ab, denn man dürfe nicht vergessen, dass Bienen auch stechen können.

Lerneffekt für Schulkinder

Aus dem Kreis der Mitglieder kamen Stimmen, die als Standort das Heimathaus-Umfeld bevorzugten. „Der muss ja nicht direkt am Eingang stehen, lieber weiter hinten, auf der Streuobstwiese, dafür haben wir die doch angelegt“, meinte der Ehrenvorsitzende Josef Pott. Ähnlich Eva-Maria Wahmhoff: „Auf dem Heimathaus-Gelände gibt es mehr Schutz gegen Vandalismus“. Zudem gehe es doch nicht um maximale Erntemengen, sondern eher um den Lerneffekt für Schulkinder und andere Besuchergruppen, und deshalb gehöre der Bienenstand ans Haus. Die Biologielehrerin leitet bereits eine Imker-AG an der Angelaschule. Sie könne sich vorstellen, auch einen zukünftigen Bienenstand des HHH zu betreuen. Es müsse sich dafür aber noch ein weiterer Freiwilliger melden.

Bestäubungsleistung

Liening-Ewert lieferte zahlreiche praktische Hinweise zum Aufbau eines Bienenstands. Gleichzeitig gab er Entwarnung, was die Stechfreudigkeit der Bienen angeht. Die neueren Züchtungen seien friedlicher: „Wir Imker gehen mit kurzen Ärmeln, ohne Handschuhe und ohne Haube an die Stöcke.“ Der Vorsitzende des Osnabrücker Imkervereins, Ansgar Erpenbeck, rundete die Lehrstunde in Sachen Imkerei mit allgemeinen Informationen zum Wert der Bienen ab. Er bezeichnete sie als drittwichtigstes Nutztier des Menschen nach Rind und Schwein. Und zwar nicht wegen des Honigs, den sie liefern, sondern wegen ihrer Bestäubungsleistung, die zu Mehrerträgen der deutschen Landwirtschaft in der Größenordnung von drei Milliarden Euro pro Jahr führe.

Stabiles Vereinsleben 

Der HHH-Vorsitzende Stefan Gutendorf berichtete von einem stabilen Vereinsleben im Jahr zwei nach der Fusion von Heimathaus- und Wanderverein. Die Anzahl der Mitglieder blieb mit 353 konstant, die Finanzen sind geordnet. Speziell das Angebot an Wanderungen und die zurückgelegten Kilometer der Top-Wanderer hob der stellvertretende Vorsitzende Reinhard Kruithoff hervor. Für 25-jährige Mitgliedschaft bekamen Walter Frey, Aloys Menkhaus, Joachim Paech und Martin Wulftange eine Ehrenurkunde verliehen. Gar schon 30 Jahre dabei ist Alfons Schröer.


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