Müllsammeln und artgerechte Tierhaltung Klima- und Umweltschutzpreis der Gemeinde Wallenhorst verliehen

Eine Vielzahl Wallenhorster wurden in der Hofstelle Duling für ihr Engagement rund um Energiesparen, erneuerbare Energien und Umweltschutz mit dem Klima- und Umweltpreis der Gemeinde Wallenhorst ausgezeichnet. Foto: Christina HalbachEine Vielzahl Wallenhorster wurden in der Hofstelle Duling für ihr Engagement rund um Energiesparen, erneuerbare Energien und Umweltschutz mit dem Klima- und Umweltpreis der Gemeinde Wallenhorst ausgezeichnet. Foto: Christina Halbach

Wallenhorst. Die Gemeinde Wallenhorst hat den Klima- und Umweltschutzpreis verliehen. Prämiert wurde neben Kindergärten und Schulen, Hauseigentümern, die die Energiebilanz ihres Haus verbessert haben, einem Cowsharing-Projekt auch der Konstrukteur eines akkubetriebenen Aufsitzrasenmähers. Müllsammlerin Birgit Schad erhielt die Auszeichnung zum zweiten Mal. Das Engagement wurde insgesamt mit 3000 Euro belohnt.

„Das Thema Klimaschutz ist so tagesaktuell wie nie zuvor“, meint Wallenhorsts Bürgermeister Otto Steinkamp mit Blick auf die jüngste Kältewelle im Norden der USA, Schneemassen in den Alpen oder den zurückliegenden Jahrhundertsommer. Umso mehr freue er sich, dass so viele Wallenhorster in diesem Thema unterwegs sind. Wieder seien die eingereichten Projekte erstaunlich vielfältig gewesen: „Die ein oder andere Idee war auch für mich neu“, hatte Steinkamp feststellen müssen.

Akkubetriebener Aufsitzrasenmäher

Der akkubetriebene Aufsitzrasenmäher etwa, den der Ruller Gerd Hohoff aus einem defekten Gerät gebaut hatte. So einen betriebenen und ausgestatteten Rasenmäher gebe es in Wallenhorst, bestimmt kein zweites Mal, heißt es in der Begründung. Drei Pedelec-Akkus, die durch eine 24 V-Photovoltaikanlage aufgeladen werden, dienen dabei als klimaneutrale Energiequelle.

Lokale Müllsammelaktionen

Für ihr Engagement, täglich achtlos weggeworfenen Müll einzusammeln und zu entsorgen, ist die Lechtingerin Birgit Schad bereits 2017 mit dem Umweltschutzpreis ausgezeichnet worden. Seitdem hat sie daraus ein eigenes Projekt entwickelt, die Medien ins Boot geholt, eine Saubermacher-Gruppe gegründet und zu lokalen Müllsammelaktionen aufgerufen. Sie freue sich, erklärte Schad, dass das so wertgeschätzt wird und sie noch einmal die Möglichkeit habe, das Projekt dazustellen.

 Schottische Hochlandrinder 

„Weg von der Massentierhaltung, hin zur artgerechten Tierhaltung“ ist das Motto des Cowsharing-Projekts, für das 17 Familien aus Hollage prämiert wurden. Sie teilen sich seit Anfang 2018 zwei schottische Hochlandrinder und einen Zuchtbullen zur nachhaltigen Fleischversorgung, die ganzjährig auf einer Weide des Bauernhofes von Franz Voßgröne in Brockhausen stehen. Mittlerweile haben die Kühe zwei Kälber zur Welt gebracht: „Die werden im Minimum bis zur drei Jahre auf der Weide stehen“, erläuterte Stefan Jünger. Im Supermarkt erhältliches Kalbsfleisch stamme in der Regel von sechs Monate alten Tieren, erläuterte er zum Vergleich.

Altbau saniert

Zu den Preisträgern, die Maßnahmen zur Co²-Reduzierung im Eigenheim umgesetzt haben, gehörte unter anderem Christian Wellmann. Der Wallenhorster hat mit seiner Familie 2015 ein älteres Haus gekauft und dort unter anderem eine Ölheizung durch eine Öl-Brennwert-Heizung ersetzt. Julia Zurlutter und Stefan Wulftange haben bei dem Neubau ihres Einfamilienhauses verschiedene umweltfreundliche Lösungen umgesetzt: Bei der Erzeugung von Wärme setzt das Ehepaar auf Erdwärmepumpen, bei der Dämmung haben sie auf Styropor verzichtet und sich für ein zweischaliges Mauerwerk aus Kalksandstein und Poroton entschieden.

Projekt „Bauernhof“

Zwei Wallenhorster Kindergärten sind außerdem für ihr vielfältiges Engagement in puncto Umwelt- und Klimaschutz ausgezeichnet worden: Mit Hilfe von Vorschulkindern wurden in der Kita St. Johannes in Rulle Nistkästen gebaut und die Regenbogen-Kita hat mit ihrem Projekt „Bauernhof“ den Zusammenhang zwischen Umwelt und Ernährung in den Blick genommen. Die Energie-AG der Katharinaschule hat aufgrund der Ergebnisse einer unter Schülern durchgeführten Umfrage „Wie bist du zur Schule gekommen?“ den „Walking Bus“ ins Leben gerufen. Die Route, auf der Kinder begleitet zu Fuß und nicht mehr per Elterntaxi zur Schule gelangen soll, wie AG-Leitern Nadin Kohlbrecher ankündigte, zum St. Raphael-Kindergarten verlängert werden.


Klima- und Umweltschutzpreis 2018

Zum zwölften Mal hat die Gemeinde Wallenhorst in Kooperation mit den Stadtwerken Osnabrück Projekte in den Bereichen Energiesparen, erneuerbare Energien und Naturschutz mit dem Klima- und Umweltschutzpreis ausgezeichnet. Neben einer Urkunde erhalten die Preisträger außerdem ein Preisgeld, das unter der Leitung von Klimaschutzmanager Stefan Sprenger und Umweltbeauftragten Udo Stangier nach Kriterien wie CO²-Einsparung, finanzieller Aufwand, Pioniercharakter oder Vorbildfunktion auf die Projekte verteilt wird. Neun Bewerbungen sind im vergangenen Jahr bei der Gemeinde eingegangen. Die ausgewählten Projekte wurden mit folgenden Preisgeldern prämiert:

Energie-AG der Katharinaschule Wallenhorst: 600 Euro, Ev-luth. Kindertagesstätte Regenbogen: 400 Euro, Gerd Hohoff: 200 Euro, Kindertagesstätte St. Johannes Rulle: 200 Euro, Birgit Schad: 400 Euro, Christian Wellmann: 250 Euro, Christian Voßgröne und 16 andere Familien: 600 Euro, Julia Zurlutter und Stefan Wulftange: 350 Euro.

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