Polkatanzende Kühe und keltische Gene Folk-Band Trasnú begeistert Ruller Publikum

Ließen das Publikum im Ruller Haus seine keltischen Wurzeln entdecken: Folk-Trio Trasnú. Foto: Gudrun SchmiesingLießen das Publikum im Ruller Haus seine keltischen Wurzeln entdecken: Folk-Trio Trasnú. Foto: Gudrun Schmiesing

Wallenhorst. „Überbrücken, überqueren“: Der Bedeutung ihres gälischen Namens wurde die Folkband Trasnú bei ihrem Konzert im Ruller Haus mehr als gerecht. Vor vollem Haus bot das Trio um Multiinstrumentalist und Sänger Guido Plüschke eine exzellent dargebotene Reise durch unterschiedliche Musikstile.

Diese Tour reichte von traditionellen Irish- und Scottish-Folk-Stücken über Polka, Bluegrass, Jazz bis hin zu „Boygroupmusik“. Die Spielfreude der glänzend aufgelegten Musiker ließ den Funken beim Publikum gleich zu Beginn überspringen.

Bodrán für Anfänger

Bandleader Plüschke spielte mit faszinierend flinken Händen die Saiten-Instrumente Bouzouki, Mandoline und Banjo. Außerdem gab er den Zuschauern auf unterhaltsame Weise eine kurze Anfängerlektion im Spiel der irischen Rahmentrommel Bodrán. „Singen Sie beim Schlagen immer „Wuppertal-Bielefeld, Wuppertal-Bielefeld“, so können Sie ganz leicht den Rhythmus halten, auch wenn Sie musikalisch ungeübt sind“, erklärte Plüschke mit einem verschmitzten Lächeln.

Darum schmeckt irische Butter so lecker

Auch Steffen Gabriels virtuoses Querflöten- und Akkordeonspiel sowie Cornelius „Zorny“ Bodes rhytmisch-harmonisches Gitarrenspiel überzeugten. Zwischen den Songs unterhielt Plüschke das Publikum mit Anekdoten über die irisch-schottische Kultur und sorgte so für herzhafte Lacher. Polka sei beispielsweise in der irischen Grafschaft Kerry sehr beliebt. Eine Region, die auch für ihre ausgezeichnet schmeckende Butter bekannt sei. „Vielleicht liegt das daran, dass die Kühe dort auch Polka tanzen“, sinnierte der gebürtige Harburger.

Boygroup keltischen Ursprungs

Während des Abends überquerten Trasnú nicht nur musikalische Genregrenzen, sondern auch zeitliche Grenzen. Dabei interpretierten sie die Stücke stets auf ihre eigene Weise, und gern mit einem Augenzwinkern. So verpasste das Trio dem durch die Dubliners und Pogues bekannt gemachten Stück „Leaving Liverpool“ einen „boygroupartigen“, poppigen Anstrich. Beim ebenfalls traditionellen, aus dem 19. Jahrhundert stammenden „Golden Eagle“ ließen Trasnú die Ruller ihre keltischen Gene entdecken. Denn die Kelten waren, so Plüschke, ja nicht nur in Irland und Schottland unterwegs, sondern auch auf dem europäischen Festland unterwegs. Also wahrscheinlich auch in der Umgebung von Rulle. „Wer keltisches Blut in den Adern hat, verspürt bei Golden Eagle ein leichtes Zittern, das sich dann in zwei Klatscher entlädt“, animierte er die Zuschauer zum Mitklatschen. Das ließ sich das begeisterte Publikum nicht zwei Mal sagen und klatschte an passender Stelle stets zwei Mal. Wenn auch nicht 100-prozentig rhythmisch. Aber das Rhythmusgefühl lässt sich ja noch üben: „Wuppertal-Bielefeld, Wuppertal-Bielefeld“.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN