Christdemokraten für Wallenhorst laden zum Neujahrsempfang Wallenhorst mit Gemeindewerken im Trend

Waren Gäste des Neujahrsempfangs der Christdemokraten für Wallenhorst (CDW) im Pavillon der Hollager Mühle (v.l.): Landrat Michael Lübbersmann, Michael Lührmann (CDW), Oliver Wagner (Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt und Energie) Bürgermeister Otto Steinkamp, Mark Brockmeyer (CDW)           Foto: Christina HalbachWaren Gäste des Neujahrsempfangs der Christdemokraten für Wallenhorst (CDW) im Pavillon der Hollager Mühle (v.l.): Landrat Michael Lübbersmann, Michael Lührmann (CDW), Oliver Wagner (Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt und Energie) Bürgermeister Otto Steinkamp, Mark Brockmeyer (CDW) Foto: Christina Halbach

Wallenhorst. Was wird in Wallenhorst in 2019 wichtig? Was im Landkreis? Wie kann bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden? Darum ging es unter anderem beim Neujahrsempfang, zu dem die Christdemokraten für Wallenhorst (CDW) in den Pavillon an der Hollager Mühle geladen hatten.

Dort herrschte kurz vor Beginn dichtes Gedränge: Rund 60 Gäste waren fraktionsübergreifend der Einladung gefolgt: „Bis auf die Grünen“, wie Mark Brockmeyer in seiner Begrüßung augenzwinkernd feststellte. In 2019 stellt sich für den CDW-Vorsitzenden vor allem die Stärkung der Wallenhorster Ortszentren als zentrales Thema dar, wie Brockmeyer in seiner Begrüßung feststelle. Mit der im März startenden Ruller Dorferneuerung, dem Gebäudekomplex „Wallenhorst 21“ an der Großen Straße sowie der Bebauung des ehemaligen Schützenplatzes in Hollage seien entscheidende Entwicklungen auf den Weg gebracht worden.

Weitere Kita geplant

Außerdem wichtig: die Sanierung der Straßendecken. Die im Haushaltsplan ohnehin dafür eingestellten 500.000 Euro seien auf Antrag der CDW um 250.000 Euro erhöht worden, in der mittelfristigen Finanzplanung sind weitere 750.000 Euro angesetzt. In puncto Kinderbetreuung sei die Gemeinde mit dem geplanten Krippenhaus an der Großen Straße auf gutem Weg, gleichwohl müsse sich Wallenhorst weiterhin auf steigenden Bedarf einstellen: „Wir werden noch Flächen brauchen, wo wir eine weitere Kindertagesstätte bauen können“, erklärte Brockmeyer. Solche Flächen etwa in Hollage müssten für diesen Zweck freigehalten werden. Gleiches gelte für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Zwar sei mit der Gestaltung des Wohngebietes „Witthügel“ bereits ein Schritt in die richtige Richtung gemacht, dennoch gebe es immer noch einige gemeindeeigene Flächen, die sich als Bauplätze für bezahlbaren Wohnraum anböten. Brockmeyer denkt hier unter anderem jene Spielplätze, die mangels Benutzung zurückgebaut werden soll.

Baugesellschaften sollen bezahlbaren Wohnraum schaffen

In Sachen bezahlbarer Wohnraum sprach sich Landrat Michael Lübbersmann dafür aus, dieses Geschäft weiterhin den Baugesellschaften zu überlassen: „Wichtig ist, dass solche Projekte realisierbar sind und leistungsfähige Systeme geschaffen werden, bei denen wir Einfluss haben.“ Für das zurückliegende Jahr zog Lübbersmann eine positive Bilanz: „Der Landkreis Osnabrück hat sich im landesweiten Vergleich ausgesprochen gut entwickelt.“ Die Jugendarbeitslosenquote im Landkreis liege mit unter einem Prozent erfreulich niedrig. Diese Entwicklung müsse, so Lübbersmann, zukünftig fortgesetzt werden: „Wir müssen junge Menschen, die Schwierigkeiten haben, unterstützen, ihre Ausbildung durchzuziehen.“

152 Stadtwerke wurden seit 2005 gegründet

Verzichtet hatten die Redner auf das das Thema der kommunalen Energieversorgung. Die CDW hatte dazu einen Experten eingeladen: Oliver Wagner, Projektleiter der Forschungsgruppe „Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik“ am Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt und Energie, das das Land Nordrhein-Westfalen und die Bundesregierung zu seinen Auftraggebern zählt. Anfang 2018 hatte die Gemeindewerke Wallenhorst (GWW) vom bisherigen Konzessionär, der RWE, mit den Stadtwerken Osnabrück als Partner, übernommen und sie für sechs Jahre an die Innogy rückverpachtet. Mit der Gründung der Gemeindewerke läge Wallenhorst voll im Trend, so Wagner. 152 Stadtwerke seien seit 2005 neu gegründet worden. 

Gewinne für die Gemeindekasse

Der kommunale Energievertrieb biete Gemeinde wie Verbrauchern Vorteile, böten sie doch eine größere Kunden- und Bürgernähe als die großen Energieversorger: „Wenn was mit den Netzen nicht läuft, hat man einen Ansprechpartner vor Ort, dem man beim nächsten Neujahrsempfang die Ohren lang ziehen kann“, meint der Experte für kommunale Energiewirtschaft. Gewinne flössen außerdem nicht an entfernte Aktionäre, sondern direkt in die Gemeindekasse. Wagner riet der Gemeinde, zentrale Aufgaben und konkrete Ziele wie etwa Kundenanzahl und zu erzielende Verbräuche festzulegen. Bürger könnten über Energiegenossenschaften und Kundenbeiräte beteiligt werden.


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