Gemeinde veranstaltet Bürgerforum Ins Thema Bauplätze am Ruller Stadtweg kommt Bewegung

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Gaben beim Bürgerforum den Rullern Auskunft: (von links) Florian Lüttkemöller, Claudia Broxtermann, Otto Steinkamp, Rüdiger Mittmann und Sina Hörnschemeyer. Foto: Elvira PartonGaben beim Bürgerforum den Rullern Auskunft: (von links) Florian Lüttkemöller, Claudia Broxtermann, Otto Steinkamp, Rüdiger Mittmann und Sina Hörnschemeyer. Foto: Elvira Parton

Wallenhorst. Dorferneuerung, neues Feuerwehrhaus und Belastung durch Schwerlastverkehr waren einige der Themen beim Ruller Bürgerforum. Rund 40 Interessierte waren der Einladung der Gemeinde zum Gespräch mit Bürgermeister Otto Steinkamp und Fachbereichsleitern in die Gaststätte Lingemann gefolgt.

Bereits zum vierten Mal hatte die Gemeinde die Ruller zum Informationsaustausch eingeladen. Bürger reichen im Vorfeld Fragen ein und Bürgermeister und Verwaltungsspitze antworten, so ist das Konzept. Diesem Angebot sei jedoch, wie Steinkamp zu Anfang bemerkte, kein Ruller Bürger nachgekommen. 

Möglicherweise war auch die ein oder andere Frage am Eingabeformular der Gemeinde gescheitert, wie ein Forumsteilnehmer aus eigener Erfahrung berichtete. Der Ruller hatte wissen wollen, wie es um die Ausweisung von Bauplätzen am Stadtweg bestellt ist. Seit rund vier Jahren warte er bereits mit seiner Frau darauf, dass in die Gespräche mit den Eigentümern der Flächen Bewegung kommt. Steinkamp hatte beim Bürgerforum nun positive Nachrichten für ihn: „Es wird sich in 2019 etwas tun“, versicherte er. Konkret wurde der Bürgermeister jedoch nicht. Auf die Frage, wann in 2019 mit der Vergabe der Grundstücke begonnen würde, antwortete Steinkamp mit Hinweis auf die laufenden Gespräche: „Von Januar bis Dezember. Solange nichts konkret ist, kann man keine konkreten Informationen geben.“

Daneben informierten Bürgermeister und Verwaltung über die Entwicklung in den zentralen Projekten in Rulle. Eine Zusammenfassung: Im März starten die Bauarbeiten für den ersten von drei Bauabschnitten der Ruller Dorferneuerung. Der Kreuzungsbereich Poststraße/Wittekindstraße/Klosterstraße soll dabei grundlegend umgestaltet werden, wie Claudia Broxtermann, Leiterin des Fachbereichs Planen und Bauen, erläuterte. Neben einem überfahrbaren Kreisverkehr vor dem Ärztehaus wird im südlichen Bereich des Wittekindplatzes für Busse der neu geschaffenen Linie 533 eine Buswendeschleife, auf der gegenüberliegenden Straßenseite eine Betriebshaltestelle eingerichtet. Der nördliche Abschnitt hingegen wird abgebunden: Autofahrer sollen dadurch von der Nebenstraße auf die Poststraße gelangen und nicht wie bislang auf die Wittekindstraße. 

Foto: Thomas Remme


Verändern wird sich die Parkplatzsituation: Auf Kritik stieß dabei der Wegfall der Parkmöglichkeiten vor dem Ärztehaus. Broxtermann hielt dem jedoch entgegen, dass im Gegenzug am Wittekindplatz, vor der Bäckerei und Apotheke und dem Andachtsplatz insgesamt zwölf neue Parkplätze entstünden. Bei der Gestaltung sollen die Materialien vom Kirchplatz aufgenommen und Pflanzbeete mit Solitärgehölzen durch Bruchsteinmauern eingefriedet werden. 

Die Gemeinde beziffert die Gesamtkosten für den ersten und zweiten Bauabschnitt mit 1,8 Millionen Euro. Davon werden 720.000 Euro aus Bundes- und EU-Mitteln finanziert. Weiterhin kann die Gemeinde mit Zuschüssen vom Landkreis und der Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück (Planos) rechnen, in welcher Höhe steht noch nicht genau fest. Mit der Fertigstellung wird im Spätsommer dieses Jahres gerechnet. Dann soll mit dem zweiten Bauabschnitt begonnen werden, der sich von der Bäckerei bis zum Prozessionsweg erstreckt.

Foto: Michael Gründel


Bereits im Juni hat der Rat den Bau eines neuen Feuerwehrhauses beschlossen. Dafür steht an der L109 an der Einmündung Unländer Damm ein 5.500 Quadratmeter großes Grundstück zur Verfügung. Dafür werden im Laufe des Jahres die Öffentlichkeitsbeteiligung und in Abstimmung zwischen Feuerwehr und Verwaltung die Planungen durchgeführt, erläuterte Steinkamp. Das Ergebnis soll dem Rat voraussichtlich zum Ende 2019 zur Entscheidung vorgelegt werden, so dass Anfang 2020 mit dem Bau begonnen werden könnte. Im April 2021 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Für Unmut bei der Ruller Bevölkerung hat in den vergangenen Jahren die zunehmende Belastung durch Schwerlastverkehr gesorgt. Dazu hat der Landkreis bereits 2016 eine entsprechende Untersuchung vorgenommen. Danach haben im Durchschnitt 130 Schwerlastfahrzeuge pro Tag den Ort durchfahren (4,5 Prozent am Fahrzeugaufkommen), was eine Steigerung zum Jahr 2009 bedeutet als lediglich durchschnittlich 90 Fahrzeuge in 24 Stunden (3,9 Prozent) gezählt wurden. Eine gemeindeeigene Messung im Zeitraum von Juli 2017 bis Dezember 2018 hat mit durchschnittlich 133 Fahrzeugen ein ähnliches Ergebnis zutage gefördert. Nach „Landkreis-Philosophie“ lägen diese Werte jedoch immer noch im Rahmen der normalen Frequentierung, so Steinkamp. Ihm sei bewusst, dass zwischen objektiv festgelegten Richtwerten und subjektiver Wahrnehmung häufig eine Lücke klaffe, deshalb sicherte er zu, "dranzubleiben". Der Bürgermeister gab außerdem der Hoffnung Ausdruck, dass sich nach Fertigstellung der Belmer Umgehungsstraße der Lkw-Verkehr auf ein erträgliches Maß reduziert.

In Sachen Kinderbetreuung ist die Gemeinde bemüht, den steigenden Geburtenzahlen gerecht zu werden. Nachdem im August 2017 vier provisorische Krippengruppen mit 60 Plätzen eingerichtet worden sind, ist aktuell ein zentrales Krippenhaus an der Großen Straße in Wallenhorst in der Planung, das zu August 2020 bezugsfertig sein soll. 171 Anmeldungen für Null- bis Zweijährige und 191 für Drei- bis Sechsjährige liegen der Gemeinde für das Kindergartenjahr 2019/20 vor. Wer keinen Platz bekommt, hat die Möglichkeit sein Kind innerhalb einer Tagespflege betreuen zu lassen. Die Rahmenbedingungen für die Tagespflegekräfte  hat der Landkreis zu Beginn dieses Jahres ein wenig attraktiver gestaltet: Ihre Stundenlöhne steigen um 50 Cent pro Stunde. Je nach Berufserfahrung und Qualifizierung erhält eine Tagesmutter dann zwischen 3,50 und 4,50 Euro pro Stunde und Kind.


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