Wo Weihnachtsgeschenke ungewöhnlich sind Wallenhorsterinnen über Weihnachten und Silvester in Uganda

Von ihrem elfmonatigen Aufenthalt in Uganda berichten Fiona Honerkamp (links) und Charlotte Lorenz am Mittwoch, 2. Januar, um 19.45 Uhr im Philip-Neri-Haus. Foto: Claudia SarrazinVon ihrem elfmonatigen Aufenthalt in Uganda berichten Fiona Honerkamp (links) und Charlotte Lorenz am Mittwoch, 2. Januar, um 19.45 Uhr im Philip-Neri-Haus. Foto: Claudia Sarrazin

Wallenhorst. Nach ihrem Abitur verbrachten Charlotte Lorenz und Fiona Honerkamp elf Monate in Uganda. Sie absolvierten einen Freiwilligendienst, den das Bistum Osnabrück organisierte, und erlebten im ostafrikanischen Land Weihnachten und Silvester.

Ein Jahr Auszeit und/oder ein Auslandsaufenthalt nach dem Abitur oder dem Abschluss der Lehre machen heute viele junge Leute. Charlotte Lorenz und Fiona Honerkamp entschieden sich für einen elfmonatigen Freiwilligendienst, den das Bistum Osnabrück in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa organisiert.

Freiwilligendienst in Uganda

Während Honerkamp im Osten Ugandas in Mukongoro bei Kumi unter anderem in der Grundschule und in der Sonntagsschule unterrichtete, im Gesundheitszentrum den Hebammen half und eine Tanz-AG ins Leben rief, arbeitete Lorenz in Kitoba bei Hima im Westen des Landes. Sie unterrichtete verschiedene Fächer in unterschiedlichen Jahrgängen in der Schule und gründete eine Tanz AG. Beide Frauen lebten im Gemeindehaus ihres Ortes gemeinsam mit Priestern und Köchinnen.  

Auf dem Land in Uganda sahen Fiona Honerkamp und Charlotte Lorenz bei ihrem elfmonatigen Aufenthalt kaum Tannenbäume, doch die Priester in Lorenz Gemeinde hatten einen kleinen Baum aufgestellt. Foto: Charlotte Lorenz


Sehr bunt und viel Lametta

„In unserem Gemeindehaus hatten wir auch einen Plastiktannenbaum, der mit Luftballons und Lametta geschmückt wurde“, so Lorenz, und Honerkamp hatte beobachtet: „Viel Lametta gab es bei uns auch.“ Allerdings sei der weihnachtliche Schmuck auf dem Land auf die Kirche beschränkt gewesen. „Im Gottesdienst wurden zwar ab Oktober Weihnachtslieder gesungen, aber eine klassische Weihnachtszeit mit Adventskalendern oder Kränzen gab es nicht“, so Lorenz. Beide waren sich einig: „In Uganda stand die Weihnachtsbotschaft im Mittelpunkt.“ 

Mit viel Liebe bauten die Priester in Uganda, wo Charlotte Lorenz elf Monate lebte, eine Krippe auf. Foto: Charlotte Lorenz


Selbstgebaute Weihnachtsdeko und Krippe in der Kirche 

Dennoch konnten beide von beeindruckendem Engagement vor Ort berichten, um die Kirche weihnachtlich herzurichten: „Meine Kirche war noch im Bau, deshalb haben meine Kinder in der Sonntagsschule Bilder gemalt, die wir aufgehangen haben“, so Honerkamp, und Lorenz erzählte: „Bei uns haben die Priester eine Krippe aus Stöckern gebaut, darüber Tannenzweige gelegt und viel Wert auf Special-Effekts gelegt – zum Beispiel Wattebäusche als Schnee aufgehangen.“  

Weihnachten bei 35 Grad, aber mit Krippe und Gottesdienst erlebten Fiona Honerkamp und Charlotte Lorenz bei ihrem Freiwilligendienst in Uganda. Foto: Charlotte Lorenz/Fiona Honerkamp


Geschenke sind auf dem Land ein unbekannter Brauch

Ein weiterer Unterschied zu Weihnachten in Deutschland: Die Tradition einander Geschenke zu machen, sei in ihren Gemeinden unbekannt gewesen. Die beiden Wallenhorsterinnen hatten kleine Präsente wie Marzipanbrot verschenkt. „Die Leute haben sich zwar gefreut, aber den Brauch etwas zu verschenken, kannten sie nicht“, stellte Honerkamp fest – obwohl der 26. Dezember in Uganda ebenso wie in England „Boxing Day“ („Geschenkschachtel-Tag“) genannt wird. Allerdings hatten die beiden auch Unterschiede sowohl zwischen dem Leben auf dem Land und in der Stadt als auch den verschiedenen Gesellschaftsschichten bemerkt.

Während Tannenbäume auf dem Land in Uganda eher die Ausnahme waren, gab es gleich eine Reihe davon im Einkaufszentrum der Hauptstadt, wie Fiona Honerkamp und Charlotte Lorenz feststellten. Foto: Charlotte Lorenz/Fiona Honerkamp


Boxing Day und Massentaufen

„Ich habe Weihnachten bei meiner Mentorin verbracht, die Besuch von einer Verwandten aus Amerika bekam. Die hat den Boxing Day zum wirklichen Boxing Day gemacht“, so Lorenz. Ansonsten hätte das Weihnachtsfest in Uganda im Zeichen der Weihnachtsbotschaft gestanden: Sowohl am 24. Dezember als auch am 25. Dezember seien Gottesdienste gefeiert worden, wobei an Heilig Abend bei beiden Wallenhorsterinnen „Massentaufen“ für 50 bis 60 Menschen wesentlicher Teil des Gottesdienstes waren.

Silvester ganz touristisch

Silvester feierten die jungen Frauen für Uganda untypisch und eher touristisch: „Wir waren in der Hauptstadt und haben in einem Hotel gefeiert, das ein Konzert organisiert hatte“, so Lorenz, und Honerkamp ergänzte: „Und wir waren bei einem von höchstens fünf Feuerwerken in ganz Uganda.“ In Mukongoro hätte ein gemeinsames Singen bis in die Nacht hinein auf dem Programm gestanden. „Traditionen wie Raclette oder Bleigießen gibt in Uganda auch nicht“, erklärte Lorenz.

Erinnern sich gerne an ihren elfmonatigen Aufenthalt in Uganda zurück: Fiona Honerkamp (links) und Charlotte Lorenz (rechts) absolvierten dort einen Freiwilligendienst, den das Bistum Osnabrück organisierte. Foto: Claudia Sarrazin


Von ihrem Aufenthalt und ihrer Arbeit in Uganda berichten die beiden jungen Frauen ausführlicher am Mittwoch, 2. Januar, um 19.45 Uhr im Philipp-Neri-Haus. Alle sind willkommen, und die beiden bereiten für ihre Gäste extra zwei, drei landestypische Snacks vor.


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